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ARD-Kameramann in Gaza wieder frei Von der Hamas gefoltert

31.07.2008 ·  Eine Woche nach seiner Verhaftung ist der ARD-Kameramann im Gaza-Streifen wieder auf freiem Fuß. Gegenüber FAZ.NET bestätigte der Sender, dass Sawah Abu Saif gefoltert wurde. Aus Sicherheitsgründen bleibt das ARD-Büro in Gaza vorerst geschlossen.

Von Michael Hanfeld
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Die ARD hat bestätigt, dass ihr palästinensischer Kameramann Sawah Abu Saif, der am Samstag im Gazastreifen von der Hamas festgenommen worden war, in der Nacht zu Donnerstag auf freien Fuß gesetzt worden ist. Sein Zustand ist, wie der Studioleiter der ARD in Tel Aviv, Richard C. Schneider, sagte, schlecht. Er befinde sich nun im Krankenhaus.

„Abu Saif wurde während seiner Haft gefoltert. Details möchten wir aus Sorge um Abu Saif und seine Familie nicht weiter nennen“, sagte Schneider. „Abu Saif wurde über die Arbeit der ARD ausgefragt. Man wollte alles über die Mitarbeiter und Korrespondenten wissen, und warum die ARD ,so negativ' über die Hamas berichte. Ihm wurde mitgeteilt, dass er wieder vorgeladen würde, und er unter Beobachtung stehe. Natürlich hat unser Mitarbeiter Abu Saif jetzt große Angst.“

ARD schockiert über Misshandlung

Der Vorsitzende der ARD, Fritz Raff, zeigte sich erleichtert darüber, dass Sawah Abu Saif freigelassen wurde. „Dass er aber schwer misshandelt wurde, schockiert uns“, sagte Raff. „Natürlich werden wir alles tun, ihm in dieser schwierigen Situation beizustehen. Wenn die Hamas in den Verhören mit Abu Saif wissen wollte, warum die ARD angeblich so negativ über sie berichte, hat sie selbst erneut Anlass dazu geliefert. Allerdings: wir berichten nicht negativ, sondern den Tatsachen entsprechend. Wir müssen jetzt prüfen, wie eine weitere Berichterstattung aus Gaza gewährleistet werden kann, wenn die Hamas die Pressefreiheit dort offensichtlich mit Füßen tritt.“

Gerhard Fuchs, der Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, der für die ARD-Berichterstattung aus der Region zuständig ist, ergänzte, es gebe „keinen Grund zur Entwarnung“. Seine Erleichterung über die Freilassung des Kameramannes sei getrübt: „Die grausame Behandlung, die Sawah Abu Saif ertragen musste sowie die dramatische Situation, dass er unter Beobachtung steht und wohl nochmals von der Hamas vorgeladen wird, ist weiterhin schockierend“. Wann unter diesen Umständen das Büro in Gaza die Berichterstattung wieder aufnehme, werden man „sehr genau prüfen“.

ARD-Büro in Gaza bleibt vorerst geschlossen

Der ARD-Chefredakteur Thomas Baumann erinnerte daran, dass die Hamas eine Vielzahl weiterer Gefangener in Gewahrsam halte. Nach Informationen der ARD handele es sich um bis zu zweihundert Menschen. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch diese Gefangenen unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert sind.“ Eine rasche Wiederinbetriebnahme des Büros in Gaza erscheine gegenwärtig nicht ratsam, das Schicksal der von der Hamas Inhaftierten werde man aber nicht aus den Augen verlieren. Es sei wichtig, dass Organisationen wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, Politiker und Medien auf Mindeststandards der Pressefreiheit auch in den von der Hamas kontrollierten Gebieten dringen, sagte Baumann.

Die Hamas hatte Sawah Abu Saif am Wochenende nach einem Bombenanschlag in Gaza festgenommen. Vier maskierte Hamas-Aktivisten waren in seine Wohnung eingedrungen. Insgesamt steckte die Hamas - wie es zunächst hieß - mehr als 160 Menschen in Haft, denen sie vorwirft, mit der rivalisierenden Palästinenserorganisation Fatah zu sympathisieren oder deren Mitglied zu sein. Bei dem Anschlag, den die Hamas der Fatah zuschreibt, waren sechs Menschen getötet worden. Die Fatah hat abgestritten, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Die ARD hatte den Vorwurf, ihr Kameramann Sawah Abu Saif sei Mitglied der Fatah als „absurd“ zurückgewiesen, sein Mitarbeiter gehöre keiner Partei an, hatte der ARD-Studiochef Schneider gesagt

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