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Frauenquote bei der ARD : Zwanzig Prozent Regisseurinnen

Wer führt hier die Regie? Frauen beim „Tatort“ eher selten. Das will die ARD-Filmtochter Degeto ändern. Bild: dpa

Ungefähr die Hälfte aller Absolventen eines Regiejahrgangs sind Frauen. Der Anteil von Regisseurinnen bei Fernsehfilmen beträgt jedoch nur dreizehn bis fünfzehn Prozent. ARD-Degeto-Chefin Christine Strobl will jetzt gegensteuern.

          Die Initiative „Pro Quote Regie“ bekommt Post von der ARD-Filmproduktionstochter Degeto. Deren Chefin Christine Strobl nämlich führt eine Frauenquote ein – eine Quote für Regisseurinnen. Bei zwanzig Prozent der rund hundert Filme, welche die Degeto pro Jahr produziert oder mitfinanziert, sollen künftig Frauen die Regie führen. Darauf zielt die Degeto mit einer Selbstverpflichtungserklärung ab, die am 1. August in Kraft tritt und zunächst auf drei Jahre läuft.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Damit greift Christine Strobl eine Forderung auf, die „Pro Quote Regie“ im vergangenen Jahr formuliert hatte. Zwanzig Prozent aller Filme in der Regie von Frauen, das sei ein „maßvolles Ziel“, sagt Christine Strobl im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie will damit in der Branche, bei Produzenten und in den Redaktionen für ein „verändertes Bewusstsein“ sorgen. Knapp fünfzig Prozent der Hochschulabsolventen eines Regiejahrgangs seien Frauen, hatte „Pro Quote Regie“ festgestellt, der Anteil von Regisseurinnen bei Fernsehfilmen beträgt jedoch nur dreizehn bis fünfzehn Prozent, bei „Tatort“ und „Polizeiruf“ ist der Anteil sogar einstellig. „Das klafft zu weit auseinander“, sagt Christine Strobl, sie halte die Geschlechterverteilung „für geradezu absurd“. Ein sinnfälliger Grund dafür sei nicht zu erkennen, die These, Frauen seien für die Regie von Filmen weniger geeignet als Männer, werde ja erfreulicherweise nicht mehr vertreten.

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