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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Acta-Exegese Ist es nun das Ende des freien Internet oder nicht?

 ·  Das Handelsabkommen „Acta“ hat die Europäische Kommission erst forciert, jetzt gibt sie es dem Europäischen Gerichtshof zur Begutachtung. Am Wochenende wird wieder fleißig demonstriert. Wir fragen Sachverständige, was in Acta eigentlich drinsteckt.

Artikel Bilder (11) Lesermeinungen (17)

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Horst Hansen
Horst Hansen (horst321) - 25.02.2012 13:31 Uhr

???

Das eigentliche Problem des ganzen ACTA-Wirrwarrs ist doch, das niemand so genau weiß was dieses Anti-Counterfeiting Trade Agreement tatsächlich beinhaltet. Selbst jener schöne Artikel, über den ich mir gerade meine Gedanken mache, vermag das Problem nicht zu lösen. Die sog. Experten/Lobbyisten widersprechen sich gegenseitig - EU-Kommission/-parlament wissen ebenfalls nicht was sie da fabriziert haben und die selbsternannten Experten, die ihre Expertise aus medium-seriösen Youtube-Videos beziehen, können irgendwie auch nicht weiterhelfen. Es scheint so als wäre es mehr eine Frage des Glaubens als des Wissens. Zwei religöse Gruppen - Befürworter und Gegner - schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein. Es tut mir leid, aber ich kann mich einfach für keine Seite der ACTA-Fundamentalisten entscheiden. Ich glaube nicht - ich weiß oder ich weiß nicht. Was ACTA betrifft, weiß ich nur, dass ich nach wie vor nichts weiß.

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Frank Bennesch

ACTA ist Kontrolle

Es geht doch gar nicht um 'Raubkopien', es geht um die Kontrolle. Die Staaten oder deren Machtclique sehen ein freies Internet als Bedrohung an. Wo sie angst haben das etwas hinter ihrem Rücken passiert. Das sich Bürger formieren. Das Bürger eine wirklich freie Meinung bilden und diese kund tun. Das sich Bürgermeinung dann auch auf die Straße verlagert und somit etwas auslöst, womit sie ihren Status in Gefahr sehen könnten (Ok, das passiert nicht in Deutschland außer es geht um Kernkraft).

Es werden doch fadenscheinige Argumente nach Vorne geschoben, da mit das dumme Stimmenvieh diese Repressalien abnickt und somit sich selbst das Wasser für Veränderungen abdreht oder erschwert.

Also, liebe Mitbürger: ES GEHT NUR UM KONTROLLE

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Ralph Metzger

Sachverständige ?

Der Artikel ist gut gemacht, aber ihn ausgerechnet mit einem Beitrag von Herrn Kerber beginnen zu lassen, der aufgrund seiner Position als Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie schon gar nicht als Sachverständiger auftreten kann, war ein Witz ! Der Mann muss, alleine auf Grund seiner Position gegen ACTA "Lobbyismus" betreiben. Hoffentlich laden seine Kinder nicht mal aus Versehen einen Song aus dem Internet herunter.

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Martin Schmitt

ACTA ist Macht und Gier

In Der ACTA geht es nicht um die Urheberrechte , es geht ganz alleine um die Machtstellung der Konzerne. Internet ist nur ein kleiner Teil von ACTA. Aufgrund der Produktionsverlegung nach China (ja, die selben Firmen forden jetzt ACTA) werden die Reallöhne immer mehr an die chinesischen Verhältnisse angepasst. Viele Menschen könnten sich Originalersatzteile (zB. fürs Auto) nicht mehr leisten. ACTA würde die Konzerne dazu verleiten, ihre Produkte drastisch zu verteuern.

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Uwe Elligsen
Uwe Elligsen (booter55) - 24.02.2012 19:35 Uhr

Irreführung

Die Überschrift ist irreführend und nicht geeignet die wirklichen Gefahren durch ACTA aufzudecken. Zudem liegen die Protokolle, wie hier bereits erwähnt wurde, sicher nicht vor, um die tragweite von ACTA wirklich beurteilen zu können.
Ein entschärfter Punkt bei einem so hochbrisanten und weitreichenden Abkommen, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit von wenigen bestimmten Interessenvertretern erstellt wurde, macht ACTA noch lange nicht so harmlos wie es hier dargestellt wird.
Denn es betrifft nicht nur das "freie Internet" wie hier suggestiert wird.

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Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 24.02.2012 19:06 Uhr

Eine detaillierte Analyse, insbes. auch aus juristischer Sicht gibt es hier:

"Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) und das deutsche Recht - Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf".
Vorläufiges Kurzfazit aus Bürgersicht: Es werden zwar keine Dinge festgeschrieben, die nicht bereits in etwa geltendes Recht sind, aber es wird in Form von Gummiparagraphen eine generelle Ermächtigung zu z.T. sehr weitgehenden, einseitig auf die maximale Durchsetzung der Forderungen der Rechteinhaber orientierten Maßnahmen gegeben oder zumindest empfohlen.
Insbesondere soll potentiell eine Überwachungsinfrastruktur und -bürokratie aufgebaut werden und außerdem die Provider eingebunden werden (zu Hilfssheriffs gemacht werden).
Da die konkrete Implementation solcher Vorschriften allerdings erst in nationales Recht gegossen werden müsste, bedeutet dies zwar im Moment noch nicht zwingend etwas, aber es wird dort schon einmal der gedankliche Rahmen in Richtung Überwachungsstaat gesetzt, was strikt und endgültig abzulehnen ist.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2012 10:05 Uhr
Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 26.02.2012 10:05 Uhr

Ein sehr guter Hinweis vielen Dank Herr Hayes

Wer mehr als drei Minuten mitbringen möchte sollte die in anführungszeichen gestellten Satz von Herrn Hayes in eine bekannte Suchmaschiene eingeben. aber selbst das Fazit der Kanzlei Ferner Alsdorf ist schon ein weites Stück in Richtung hysteriefreiem Umgang mit diesem Thema.

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Johannes Luderich

ACTA lesen

Frau Prof. Herrmann, Herr Dörner

warum haben sie das Abkommen denn nicht gelesen? Art. 13, Fußnote 3 besagt ausdrücklich, das Fragen des Patentrechts von dem Abkommen ausgenommen sind. Damit sind ihre Beschwerden bezüglich Generika und Saatgut komplett hinfällig.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2012 09:47 Uhr
Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 26.02.2012 09:47 Uhr

Bitte wie kommt man zu den Quellen?

Dieser Artikel ist das bisher umfangreichste und am besten ausdifferenzierteste was ich zu diesem Thema gelesen habe. Und vor allem Zeigt er dass nicht nur die "Anarchiewünsche einer jungen Generation" (Andreas Bra) betroffen sind sondern auch reelle Interessen auf beiden Seiten Pro und Contra zum ausgleich gebracht werden.
.
Obwohl dieses Abkommen eine sehr weitreichende Wirkung hat sind die öffentlichen Informationen leider nur sehr dünn gesäht. Dadurch sind durch fundiertes Halbwissen schnell auch zweifelhafte Meinungen vertretbar. Ich denke mehr Transparenz in den Verhandlungen und eine Nachvollziehbarkeit der Positionen dürfte die Akzeptanz einer Lösung Stärken.
.
Allerdings dürfte auch die interessengerichtete Lenkbarkeit durch Einzelgruppen leiden und genau dass ist auch der Sinn. Partikularinteressen dürfen nicht als Grundlage der Gesetzgebung diehnen.

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Andreas Müller
Andreas Bra. (Skelzor) - 24.02.2012 18:12 Uhr

Komplexität gut dargestellt

Diese Art der Darstellung war die Beste, die man finden konnte. ACTA ist ein komplexes Thema, in dem es nicht nur um die Anarchiewünsche einer jungen Generation geht, sondern um einen Großteil unserer Wirtschaftswelt.
Dieser Vertrag hat viele Seiten und Vor- und Nachteile, die hier sehr gut offengelegt wurden. So kann sich der Leser selbst eine nicht unterschwellig vorgegebene Meinung bilden - das ist die FAZ wie ich sie lesen will - anspruchsvoll und umfassend.

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Closed via SSO
Gernot Kramper (Krakz) - 24.02.2012 17:21 Uhr

Dankenswerter Artikel

Diese Zusammenstellung freut mich sehr, weil zumindest angedeutet wird, dass es beleibe nicht um Popmusik und Filmchen geht. Die Ausdehnung von Patent und Markenschutz auf andere Bereiche ist viel explosiver. Erwähnt ist etwa Saatgut, hinzuzufügen ist, dass Apple es sgar geschafft hat, sich Handbewegungen patentieren zu lassen und für Yogaübungen von anderen ähnliche Schutzmassnahmen angemeldet sind.

Man muss nur mal die Augen schließen und sich vorstellen, was es bedeuten werde, diese Sitten weiter zu führen. Oder in den Vergangenheit zu schauen: Ohne Frage, wäre dann das Drehen eines Lenkrades, das Einlegen eines Ganghebels längst patentgeschützt und lizenzpflichtig. Oder überträgt man andere Unsitte: Per Software wäre es unmöglich in einen Audi eine Batterie eines Fremdherstellers einzubauen und woanders als in der Auditankstelle zu tanken. Veränderungen an der Software wäre natürlich strafbar.
Absurd? Bei Elektronika und Smartphones ist das Gang und Gäbe

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Herbert Ahrens

Danke für den Beitrag...

...eine gute, kleine Übersicht über Pro und Kontrapunkte von Acta. Besonders interessant für mich persönlich war der Punkt des sog. 'Hilfssheriffs'. Da meist nur detailarme Meinungen gegen Acta in der Presse zu finden sind (in der Zeit etc.) glaubt auch ich noch an die Gefahr, dass mein Internetprovider dazu gezwungen werden könnte seine Nutzer 'etwas' zu überwachen.

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Alfred Heilmeier

Keine Experten

Das sind keine Experten, das sind Lobbyisten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2012 09:32 Uhr
Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 26.02.2012 09:32 Uhr

Man muss Experte sein um Lobbyist zu werden

An sonsten ist dieser Lobbyist sein Geld nicht wert.
.
Natürlich haben Lobbyisten eine Perspektive die den Interessen der Vertretenden entspricht und vertreten die Positionen der Verbände von denen sie Bezahlt werden. Aber glauben sie im Ernst dass dort Deletanten hingesetzt werden?

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Jürgen Braun

Wunderbar - unsere FAZ wie selbstverständlich auf der Höhe der Zeit! Und wir dank ihrer auch ... :

Ein komplexes Thema - und die FAZ präsentiert die Bandbreite der möglichen Argumente, und sogar 10-fach. Ganz im Sinne eines postmodernen Polyperspektivismus. Mit allen gesellschaftlichen Richtungsscheinwerfern die Bühne der Ereignisse ausgeleuchtet. Und wir sollen weiter selbstverständlich ganzheitlich selbst lesen und uns eine Meinung bilden. Keiner weiß für uns etwas besser und lieferte lediglich eine, also seine, Zusammenfassung: So muss es sein! So oft wie nötig eben. Besser häufiger also. FAZ darf anstrengen.

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Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 24.02.2012 15:08 Uhr

Entschärfte Bombe?

"Die berechtigten Sorgen der Öffentlichkeit beruhen auf Informationen, die dem alten Stand der Verhandlungen von 2010 entsprechen"
Lieber Herr Alvaro, was aus inhaltlich und rechtlich untragbaren Motiven heraus begonnen wurde, was die klare Intention verfolgte, die Regeln des Internets im Sinne der Unterhaltungsindustrie umzuformen, das können sie uns jetzt nicht als Segen für die Menschheit verkaufen.
Auch eine entschärfte Bombe bleibt ein Sprengkörper! Er ist gefährlich und kann der politischen Öffentlichkeit nicht als Sicherheitspaket verkauft werden. Vor allem, wenn nicht ausgeschlossen ist, dass sich in ihm irgendwo ein zweiter Zünder verbirgt.

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OneWorld OneNation

Woher haben die, die nötigen Protokolle?

Soweit ich weiß sind diese noch nicht veröffentlicht. Daher kann man wohl kaum eine Aussage machen zu dem ACTA Dokument, da die "Erklärungen" zu einzelnen Punkten nur mit Hilfe des Protokolls zu deuten sind.
bzw kann man wohl erst mit dem Protokoll die Gedankengänge dahinter interpretieren.

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