19.09.2011 · In Frankreich entsteht ein ARD-Film über Erwin Rommel. Die Nachfahren kritisieren das Drehbuch. Aber ihr Protest zielt an der historischen und filmischen Wahrheit vorbei.
Von Frank SchirrmacherRichtlinien für Lesermeinungen
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Na gut Die Familie Rommel besonders der Politiker Manfred Rommel hat halt gerne in der Biografie des Vaters den Widerständler Rommel herausgearbeitet, dies hat dem Junior während seiner Karriere geholfen. Wer sich zum Feldmarschall hochdient, kann es nur, wenn er sich mit den Machthabern arrangiert. Der ganze deutsche Widerstand ist etwas kümmerlich und dient oft nur der Entlastung des schlechten Gewissen nach dem Krieg. Sehet her, es gibt auch gute Deutsche. Man kann davon ausgehen, dass der Offizier Rommel von der Judenverfolgung, den Konzentrationslager frühzeitig wusste und jeder Erfolgreiche wie es Rommel war, suhlt sich zunächst in der Euphorie des Erfolges. Natürlich erzählt Geschichte, sei es im Unterricht, im Film, oder als Buch, nur eine gewisse Wahrheit, aber ist es die Wahrheit? Am Ende war Rommel halt auch ein Kommisskopf, so wie es damals üblich war. Man ging hoch erhobenen Hauptes in Kriege mit Marschmusik. Fliegenden Fahnen. Und die Umkehr kommt dann oft zu spät, da war schon zu viel Leid geschehen, um der Generation Rommel noch einen Heiligenschein zu verpassen. Das sollten auch die Enke Rommelsl einsehen.
@Klaus Mueller (Jeeves3): Sie irren
Gerade wenn sie ihre Haut hätten retten wollen,
wären sie nicht beim Widerstand gewesen,
denn das wäre für die meisten wesentlich weniger riskant gewesen.
Als man im letzten Kriegsjahr Widerständler werden konnte
So sang Georg Kreisler im Song: "Wien bleibt Wien". Erwin Rommel gehörte zu den großen Kommandeuren der Deutschen Wehrmacht, die ihren Gegnern wie Bernard Montgomery höchsten Respekt abnötigten. Aber es gibt eben nichts Richtiges im Falschen. Alle seine Siege oder hinausgezögerten Niederlagen waren zugunsten des Bösen, also der Hitler-Regierung. Weder als Hitlers Heerführer noch gar als Hitler-Widersacher waren Rommel oder seine Kameraden erfolgreich. Wenn ich mir die Bilder und Tondokumente von damals ansehe oder -höre, bin ich erstaunt, wie eigenartig beschränkt diese doch intelligenten und gewiss nicht ungebildeten Offiziere ihr Leben lang blieben. Im Grunde waren Rommel und andere seines Standes tragische Gestalten, die kaum über ihren Gesichtskreis hinausblickten. Als Konrad Adenauer 1943 mit den Putschplänen der Militärs konfrontiert und um Mitarbeit gebeten wurde, lehnte er mit den Worten dankend ab: "Haben Sie schon mal einen General mit intelligentem Gesicht gesehen?"
Also, wenn ich an die Frieser-Studie zum Westfeldzug denke, dann scheint das ja ein ziemliches Hasardspiel gewesen zu sein, was Rommel da abgezog. Und die Initiative Rommels in Afrika (eigentlich sollte er ja nur Libyen schützen), brachte zwar ein paar spektakuläre Siege, strategisch gesehen war das aber ein kostspieliges Abenteuer an einem Nebenschauplatz.
An die Adresse der Kommentatoren
Manche haben wohl noch in keiner Armee gedient und wissen nicht wie sie funktioniert.Eine Armee im Krieg produziert Tote auf beiden Seiten .Der Krieg ist grausam.Deshalb muss man als Soldat froh sein,wenn man einen General als Heerführer hat,der relativ immer noch normal tickt-und zwar unabhängig von der Weltanschauung eines Generals.Letztlich wollten Kriegsteilnehmer ,auch Teilnehmer der Gegner,gesund heimkommen und nicht getötet oder verletzt werden.
Das militärische Können von Rommel und sein Ruf haben dazubeigetragen,dass z.B.viele Soldaten aus US-Gefangenschaft heimkehren konnten und nicht im Krieg in Afrika getötet wurden.Es ist schade,dass man die Erfahrungen des Krieges nicht weitervermitteln kann.Manche kennen nicht mehr die Not nach dem Krieg und das Bild der vielen Verletzten,denen Beine oder Arme fehlten usw.-das gilt auch für die Seite der Gegner.Es sind letztlich Menschen,die in eine scheußliche Lage des Schicksals gekommen sind.Im Krieg gibt es keine Helden,nur Tote oder Überlebende.
Es existiert offenbar bei Manchen ein Bedürfnis nach Helden, .....
... nach Bewunderung und Überhöhung einzelner Menschen, anstatt sie in ihrer menschlichen Widersprüchlichkeit und Fehlbarkeit anzunehmen.
Diese zwei Begriffe charakterisieren von vornherein die negative Tendenz des Ganzen. Rommel kam wie viele im Krieg bewährte und zu höchsten Stellen aufgestiegene Offiziere eben nicht aus einer traditionellen Soldatenfamilie. Nichtsdestotrotz hat er im 1.WK seine Fähigkeiten und seinen Mut bewiesen, was ihm im Gebirgskrieg den Pour le Mérite einbrachte. Als Lehrer an der Infanterieschule und Verfasser eines damals sehr bekannten Fachbuchs hat er bewiesen, dass er ein überdurchschnittlicher Offizier war. Die Nähe zu Hitler in seiner Zeit als Kommandeur der Führer-Begleitbrigade sollte nicht überbewertet werden, zumal er diese Nähe nutzte, um das Kommando über eine Panzerdivision zu erhalten, die 7., die er dann im Westfeldzug mit Bravour und Elan erfolgreich führte. Diese Bewährung brachte ihm dann den Befehl über die Afrikaarmee. Über seine Truppenführung dort sind Bände geschrieben worden, nicht zuletzt von den Briten, die von ihm erst moderne Kriegführung kopierten, ohne je Rommels Brillanz zu erreichen. Warum er als Heersgruppen-OB Hitler nicht kritisch gegenübergestanden haben kann, ist fraglich; Rundstedt als OB West und andere höchste Befehlshaber haben Hitler intern kritisiert, weil offene Kritik für Soldaten tabu war.
Ein von Hitler ernannter Generalfeldmarschall kann nur ein Kriegsverbrecher sein
Rommel hätte sein Amt zumindest zur Verfügung stellen müssen. Er hat aber bis zuletzt am verbrecherischen Angriffskrieg an führender Stelle mitgewirkt.
Alles andere sind lächerliche Ausreden.
Ein guter Artikel ueber Rommel. Der Kommandobefehl hatte aber nichts mit El Alamein zu tun, sondern befahl die Toetung von gefangenen alliierten Kommandosoldaten, ganz gleich ob uniformiert oder nicht.
Ganz gleich wie weit Rommel am Widerstand beteiligt war, so gilt aber unstrittig, dass er mehrere verbrecherische Befehle von Hitler oder OKW ablehnte: Den erwaehnten Kommandobefehl oder den Befehl frei-franzoesische Soldaten bei Bir Harkeim zu erschiessen. Zudem seine Bemuehungen fuer eine Verbesserung des Loses der franzoesischen Zivilbevoelkerung angesichts der alliierten Luftbombardements in der Normandie. Haette die Wehrmacht mehrere Feldmarschaelle mit dieser moralischen Courage gehabt, haette es die Bundeswehr heute mit ihrer Traditionsfindung leichter.
1942 verweigerte Rommel den Befehl Hitlers
als sich der General dem Kommandobefehl Hitlers – „bis zum letzten Blutstropfen“ zu kämpfen oder unterzugehen – widersetzte und vor El Alamein den Rückzug antrat.
Dies war heldenhafter Widerstand und dies ist auch heute noch anzuerkennen.
Jedenfalls meine Anerkennung hat Erwin Rommel, immerhin war mein Vater als blutjunger Soldat (geb. 1921) dabei und ohne die Heldentat von Rommel gäbe es mich wohl nicht.