06.08.2011 · Am Sonntag zur Mittagszeit zeigt das Erste eine schwindelerregende Dokumentation über die Hacker-Angriffe auf private Plattformen, vor allem aber auf die Computer von Wirtschaftsunternehmen. Der Schaden wird auf jährlich 50 Milliarden Euro geschätzt.
Von Michael HanfeldIhren Film zu bedildern dürfte Birgit Kappel und Sabina Wolf einiges Kopfzerbrechen bereitet haben, dabei ist ihr Stück spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Es geht um den „Angriff aus dem Netz“, um den Angriff, der sich mit vielen tausend Attacken pro Tag abspielt auf private, vor allem aber auf die Computer von Wirtschaftsunternehmen.
Aus drei Richtungen werden sie angegriffen - von Kriminellen, die Schutzgeld erpressen, von Wirtschaftsspionen vor allem aus China und Russland und von selbsternannten Interneträchern wie der Gruppe „Anonymous“.
Mit allen drei Angreifern befassen sich Birgit Kappel und Sabina Wolf. Sie besuchen den Betreiber eines Haustiershops, der erpresst wurde, und einen Hersteller von Hightech-Tonabnehmern, der sein für hohe Entwicklungskosten erstelltes System auf einer Messe fand, bevor er es fertig hatte: Das Plagiat kam aus China, und von dort aus werden im Sekundentakt Hackerangriffe auf das mittelständische Unternehmen gefahren, wie man im Film sehen kann.
Die Polizei kann wenig ausrichten
Oder braucht jemand ein paar geheime Bankdaten? Kein Problem: Fünftausend Kontodatensätze werden für zweihundert Euro angeboten. Der Lieferant sitzt angeblich in Vietnam, man muss nur zugreifen.
Die Polizei kann in solchen Fällen wenig ausrichten, die Angreifer setzen die Programme von ausländischen Servern ab. Das ist alles bekannt, und es ist dennoch atemberaubend, in der Zentrale einer Sicherheitsfirma mitzuverfolgen, wie die Angriffe rollen. Es ist ein permanenter Krieg.
Die Dimension des angerichteten Schadens, sagt ein Verfassungsschützer im Film, werde in Deutschland auf fünfzig Milliarden Euro geschätzt, an anderer Stelle ist von 55.000 Schadprogrammen die Rede, die weltweit täglich hinzukämen. Die Protagonisten der Internetguerrilla „Anonymous“, die mit Masken vor die Kamera treten, sehen ihre Angriffe derweil als „Notwehr“: Sie verteidigten ihren Lebensraum im Internet.
Die Recherche von Birgit Kappel und Sabina Wolf kann man den Zuschauern nur unbedingt empfehlen, jeder kann Ziel der beschriebenen Angriffe sein: ein beängstigendes Lehrstück.
Es gibt Schutzmöglichkeiten
Radovan Keul (Radovan2)
- 07.08.2011, 14:14 Uhr
Anonymous, Hacker und die Presse
Richard Klein (R.Klein)
- 06.08.2011, 20:46 Uhr
Wiederholung?
Helmut Heckner (hecknerh)
- 06.08.2011, 19:28 Uhr
" jeder kann Ziel der beschriebenen Angriffe sein: ein beängstigendes Lehrstück"
Christoph Weber (christoph+1)
- 06.08.2011, 19:07 Uhr
Angriff aus dem Netz läuft am Sonntag um 13.15 Uhr im Ersten
Heinz Friesen (HFriesen2)
- 06.08.2011, 18:20 Uhr