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Heidenreich contra Reich-Ranicki Sie ist ihm „bleibend böse“

Das „Friedensangebot“ von Marcel Reich-Ranicki lehnt die streitbare Elke Heidenreich in der Talkshow von Reinhold Beckmann ab und spricht von „Verrat“. Für den Regisseur Christoph Schlingensief besteht seit seiner Krebserkrankung derweil „eine ganz neue Zeit“.

© dpa Christoph Schlingensief und Elke Heidenreich nach der Aufzeichnung der Sendung „Beckmann”

Elke Heidenreich will nicht mit sich verhandeln lassen, zumindest nicht in diesem Fall: Das Friedensangebot, das ihr Marcel Reich-Ranicki vor zwei Wochen in der Sendung von Reinhold Beckmann in der ARD gemacht hat, schlägt sie aus. Auf demselben Kanal, in derselben Sendung sagte sie am Montagabend, sie habe mit Reich-Ranicki endgültig gebrochen. „Es ist einfach ein Kapitel zu Ende. Dass er mir in den Rücken gefallen ist, fand ich nicht gut. Ich bin bleibend böse - ja“, sagte sie bei Beckmann.

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Und sie fand weitere harte Worte, die an ihre Abrechnung erinnern, die sie nach der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im vergangenen Herbst in der Frankfurter Allgemeine Zeitung publiziert hatte (Elke Heidenreich: Reich-Ranickis gerechter Zorn). Galt ihr Furor damals den Umständen, unter denen Marcel Reich-Ranicki bei der Gala des Preises empfangen wurde - den er bekanntlich nicht annahm - und der Verfasstheit des deutschen Fernsehens, insbesondere des ZDF-Programms, lässt sie nun nicht ab von Reich-Ranicki. Der langjährige Leiter der Literaturredaktion der F.A.Z. habe „einfach kein Talent zur Freundschaft“. Doch glaubt sie dafür auch einen Grund zu kennen: Nach dem, was er alles erlebt habe „in seinem Leben ist es wohl schwer, Menschen zu vertrauen und nah an sich ranzulassen. Ich glaube, das kann er nicht.“

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„Ein Verrat zu viel“

Nahe an Reich-Ranicki aber glaubte sich die Psychologin Elke Heidenreich bis zu dem Eklat beim Deutschen Fernsehpreis und dem von ihr daran aufgehängten Streit mit dem ZDF, der schließlich dazu führte, dass sie den Auftrag für ihre Sendung „Lesen!“ verlor (ZDF trennt sich von Elke Heidenreich). Denn schließlich wähnte sich Elke Heidenreich mit ihrer Philippika unverkennbar als Ehrenretterin Reich-Ranickis. Der wiederum sich anschließend ihre Umarmung verbat und insbesondere seinen neuen Freund Thomas Gottschalk - der die Fernsehpreisgala moderiert hatte - gegen Heidenreichs Kritik in Schutz nahm. Die Düpierte trat nun bei Beckmann noch einmal nach. Früher habe sie Reich-Ranicki geschätzt“ und „Respekt vor seinem Lebenswerk“ gehabt, künftig wolle sie „mit ihm nichts mehr zu tun haben“. Gekränkt“ sei sie nicht mehr, doch sei dies „ein Verrat zu viel“ gewesen: „Zum Beispiel das blöde Gerücht, ich sei beleidigt gewesen, weil ich die Laudatio nicht hätte halten dürfen.“

Dabei hatte Elke Heidenreich, wenn wir uns richtig erinnern, durchaus angedeutet, dass sie eine würdigere Laudatio auf Reich-Ranicki hätte halten können als Kollege Gottschalk. Dieser Geschichte nun mit etwas Abstand ein versöhnliches Ende zu geben - diese Chance hat die Kritikerin, die sich nach ihrem Rauswurf beim ZDF im Internet verdingt, augenscheinlich gezielt verpasst. Gepasst jedoch hätte die Verbrüderung wahrscheinlich Reinhold Beckmann, in dessen sehr gelungener Sendung vor zwei Wochen Reich-Ranicki sein Friedensangebot unterbreitet hatte. „Ich bin jederzeit zur Versöhnung bereit“, hatte der Literaturkritiker gesagt (Reich-Ranicki bei Beckmann: Kostbare Fernsehminuten).

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