07.07.2009 · Spannender vielleicht als die Frage, wer das „Fernsehduell“ am Ende gewinnt, Merkel oder Steinmeier, war zumindest intern eine andere: Wer darf die Sendung für die ARD moderieren, Anne Will oder Frank Plasberg? Die Entscheidung fiel in einer Kampfabstimmung.
Von Michael HanfeldSpannender vielleicht als die Frage, wer das sogenannte „Fernsehduell“ am Ende gewinnt, Kanzlerin Merkel oder Stellvertreter Steinmeier, war – zumindest intern – die, wer die Sendung für die ARD moderieren darf: Anne Will oder Frank Plasberg?
In einer Kampfabstimmung wurde die Sache auf der Konferenz der ARD-Programmdirektoren am Dienstag entschieden – das bessere Ende hatte schließlich Plasberg für sich. Also wird er gemeinsam mit Maybrit Illner, die als Moderatorin des ZDF seit langem feststand, das „Duell“ aufnehmen. Und dem Vernehmen nach soll es davon nur eines geben, zu mehr finden sich die Kontrahenten der beiden großen Parteien offenbar nicht bereit. Mitte Juli wollen die Wahlkampfstäbe entscheiden, ob und wann wir ein Duell oder deren zwei zu sehen bekommen – die Sender richten sich danach.
Positionskampf der Sender
Bei der ARD war die Entscheidung zwischen Will und Plasberg nicht nur eine zwischen zwei journalistischen Temperamenten, sie war wie üblich mit einem Positionskampf der großen Sender verbunden. Der WDR unterstützte „seinen“ Moderator Plasberg, der NDR protegierte Anne Will. Auch in einer anderen wichtigen ARD-Personalie sind sich die beiden Tonangebersender nicht unbedingt einig, in der Frage nämlich, wie es mit dem Showmoderator Jörg Pilawa weitergeht. Er wird in der ARD weithin geschätzt, hat jedoch ein lukratives Angebot vom ZDF vorliegen, das ihn als Teilersatz für den zu Sat.1 abgewanderten Johannes B. Kerner in Betracht zieht. Der Personalrat des WDR beschwerte sich kürzlich darüber, dass die Kosten der von Pilawas Firma White Balance produzierten Show „Das Schlagzeilenquiz“ zu hoch seien – was das Werben der ARD um Pilawas Verbleib nicht leichter machen dürfte.
Das ZDF hat da weniger Probleme. Der Programmdirektor Thomas Bellut hat schon den von RTL abgeworbenen Markus Lanz in seinen Reihen und könnte, wenn Pilawa ihm absagt, noch ein anderes Ass aus dem Ärmel ziehen. Der Chefredakteur Nikolaus Brender hat derweil schon die Zusagen für das „kleine Duell“, das sein Sender mit den Spitzen von FDP, Grünen und Linkspartei im Wahlkampf ausrichtet. Für eine weitere Runde mit allen Spitzenkandidaten fehlen dem Vernehmen nach die Meldungen von Merkel und Steinmeier. Beschaulich geht es dagegen in puncto Personalplanung bei den Privaten zu: Sat.1 produziert eine neue Tanzshow mit Kai Pflaume, bei RTL hat der Chefredakteur und Moderator Peter Kloeppel seinen Vertrag um fünf Jahre bis 2014 verlängert. Für „Duelle“ sorgt nach wie vor nur die ARD.
Ist schon interessant.
Frank Kruschinski (derzoc)
- 07.07.2009, 21:16 Uhr
Wahlsystem nicht verstanden
Franz Antonis (frantonis)
- 08.07.2009, 16:17 Uhr
Personalrat
Kurt Michler (Kurt.Michler)
- 08.07.2009, 16:58 Uhr