22.01.2010 · Es ist ein Geschäft zu beiderseitigem Nutzen: Doppelausstrahlungen bei den Sendern Arte, ARD und ZDF erstaunen nur auf den ersten Blick. Denn dahinter steckt System, auch bei Dieter Wedels „Gier“.
Von Michael HanfeldRichtlinien für Lesermeinungen
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gab und gibt es schon immer bei diesen Sendeanstalten einschließlich ihrer „Dritten“. Nur – wie bereits beanstandet, werden die zu einem Zeitpunkt gebracht, bei dem Aufmerksamkeit und Ausdauer beim Zuschauer bereits erschöpft sind. Das gilt mit wenigen Ausnahmen auch übrigens für Beiträge, die sich allgemein mit Kultur und Wissen beschäftigen.
Leider ist das die Reflexion des allgemeinen Geschmacks in unserer Gesellschaft, die lieber Klamauk, Action, Krimis, und Seifenopern bevorzugt und dementsprechend – natürlich wegen der zu erwartenden Quote – auch von den „Öffentlich Rechtlichen“ während der Hauptsendezeit bedient wird. Gerade das Überangebot an Krimis ist doch bezeichnend. Sicher, man kann die Glotze ausschalten, das ist jedem selbst überlassen. Man kann aber auch zu 3Sat, Arte, ZDF Theaterkanal oder ARD Festival wechseln, wobei immer mindestens einer zur Hauptzeit ein anspruchvolles Programm anbietet, wie beispielsweise gestern Abend in Arte der Film „Ellas Geheimnis“. Diese vier vorgenannten Sender werden alle von einem Topf nämlich unseren Gebühren unterhalten und das ist gut so. Dabei sollte es keine Rolle spielen, dass Wedels schwache Arbeit „Gier“ zuerst da und dann dort gezeigt wurde.
@Herr Becker, Sie haben ja so recht.
Eine Wahrheit wie die aus einem Vorkommentar "Jeder hat Nutzen - keiner Schaden" gibt es nicht. Schon gar nicht bei ö.-r. gebührenfinanzierten Zwangsmitgliedschaften - für den Zuseher.
Das Geld, dass Arte beisteuert...
Wenn man den Artikel liest, könnte man ja wirklich denken "ARTE" ist der geheimnisvolle Sender, der unseren armen öffentlich-rechtlichen partnerschaftlich unter die Arme greift - aber warum beteiligt sich die FAZ an solchen Märchen?
Arte ist eine deutsch-französische Partnerschaft der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten! Gesellschafter des deutschen Parts sind ARD und ZDF (bzw. bei der ARD die entsprechenden Landesmedienanstalten). Es ist also nicht das Geld "das ARTE beisteuert", sondern schlicht und einfach Gelder aus der Rundfunkgebühr! Wenn Arte für ARD/ZDF coproduziert zahlen sie also nur einen kleinen Geldbetrag von dem zurück, wass aus dem Gebührenfestsetzungsverfahren - also von ARD/ZDF überhaupt erstmal an Arte ging...
Gute Filme gibt's auch bei ARD und ZDF ...
... und die eigentliche Frage ist: kann ein zuständiger Mensch plausibel erklären und glaubhaft begründen, warum (teilweise) "Perlen" der Filmgeschichte erst spät in der Nacht kommen, dann, wenn auch ja kein RTL2-gestörter Jugendlicher noch nüchtern, geschweige denn irgendwie aufnahmefähig für ein wenig Kultur ist?!
Es vergeht kaum ein Tag an dem es mich als Filmliebhaber nicht einmal ordentlich durchschüttelt, aufgrund waghalsiger Sendetermine von Filmen, die man einfach mal gesehen haben muss und die ein Großteil der Bevölkerung wohl eben wegen dieser Sendezeiten niemals sehen wird.
Nur zu oft werden momentan Filme bei den ÖR gezeigt, die zuvor schon teilweise mehrfach auch auf den Privaten gelaufen sind und dies auf Sendeplätzen, wo man sich besseres wünscht ... wo ist der Sinn? Einschaltqouten?
Spontanes Beispiel: "25.01. - 22:15 - ZDF - ConAir" .... wer will das noch sehen?? Richtig ärgerlich wird dieser Programmpunkt aber vor der Tatsache, dass auf dem gleichen Sender am selben Tag aber um 0:15 der wirklich sehenswerte Film "Am Ende kommen Touristen" gezeigt wird, ein Film der thematisch und inhaltlich wohl einiges mehr her gibt und besser um 22:15 gezeigt werden sollte, wenn nicht sogar noch früher.
Schadet niemandem, nutzt allen
Abgesehen von der Verwirrung Drüberredender und Vielschwätzer nutzt sowas doch allen. Arte erhält allemal verdiente Publizität, gewinnt vielleicht ein paar Einschalter und die Arteseher freuen sich über die scheinbare Vorpremiere. ARD und ZDF verlieren keine generellen Zuseher, sondern höchstens für die offiziöse Premiere ein paar der Arteseher, sie erhalten einen Mitfinanzierer und zudem wird das Werk durch die Artesendung gleichsam geadelt. Der Zuschauer hat mehrere Sehgelegenheiten, wobei das besprochene Werk eher schon ungewöhnlicherweise in nächster Zukunft nicht auch noch auf Eins Festival läuft, sondern nur noch am nächsten ARD Vormittag.
Müsste man sich auf einen einzigen Sender beschränken fiele meine Wahl tatsächlich auf Arte. Da es aber noch andere gibt ist's umso schöner, daß Arte die meisten Sendungen irgendwann nachts und tagsüber nochmal ausstrahlt. Lang lebe der Videorekorder und seine kassettenentkernten Nachfolger!