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Bambi-Verleihung Hollywood-Glanz und Erinnerung an Mauerfall

27.11.2009 ·  Stars aus dem Kino, Uli Hoeneß und Helmut Kohl, aber auch stille Stars von 1989 wurden bei der Bambi-Verleihung geehrt. Die Gala bewegte sich zwischen Glamour und Erinnerung an die Wiedervereinigung.

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Hollywood-Glanz und die Erinnerung an den Mauerfall vor 20 Jahren haben die Bambi-Verleihung 2009 bestimmt. Vor 800 geladenen Gästen erhielt am Donnerstagabend im Potsdamer Filmpark Babelsberg Kate Winslet die Auszeichnung als beste Schauspielerin international. Die 34-Jährige wurde für ihre Rolle in „Der Vorleser“ geehrt. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl bekam für seine Verdienste um die deutsche Einheit den nur selten vergebenen Millennium-Bambi.

Kohl nahm die Auszeichnung zu Hause in Ludwigshafen entgegen. Der 79-Jährige war von seiner Krankheit sichtlich gezeichnet und hatte seine Teilnahme absagen müssen. Per Video war zu sehen, wie sein langjähriger Freund und Weggefährte Theo Waigel den Preis übergab: „Es ist Dir gelungen, die Deutschen mitzunehmen auf dem Weg zur Einheit“, sagte er. Dabei habe Kohl aber nie den europäischen Weg verlassen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso würdigte Kohl als großen Europäer.

Stille Helden

Zu einem der bewegendsten Momente gehörte die Würdigung dreier „stiller Helden“. In dieser Kategorie wurden der Leipziger Pfarrer Christoph Wonneberger, der Kameramann Siegbert Schefke und der Fotograf Aram Radonski geehrt. Wonneberger, der nach einem Schlaganfall erst wieder sprechen lernen musste, organisierte 1989 die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche. Daraus hatte sich die größte Montagsdemo 1989 entwickelten. „Der 9. November war ein großes Glück in der Geschichte“, sagte Wonneberger. Schefke und Radonski filmten und fotografierten die Leipziger Massenproteste heimlich und schmuggelten die Aufnahmen unter großer Gefahr nach Westberlin.

Erst über deren Ausstrahlung in der „Tagesschau“ erfuhren auch die DDR-Bürger von den Demonstrationen, die von den SED-Medien verschwiegen wurden. „Ehemalige inoffizielle Mitarbeiter der Stasi gehören für mich heute in keine Regierung in keinem deutschen Land“, rief Schefke unter Beifall mit Blick auf frühere Stasi-Mitarbeiter in der rot-roten Brandenburger Regierungskoalition.

Winslet teilt ihren Preis mit jungem Filmpartner

Winslet nahm den Bambi für ihre Darstellung einer KZ-Aufseherin in „Der Vorleser“ im engen schwarzen Abendkleid entgegen. Sie betonte, sie teile sich den Preis mit ihrem Filmpartner, dem 19-jährigen David Kross. „Es war Wahnsinn, wie ausgereift er bereits spielen konnte trotz seines jugendlichen Alters.“ Ausdrücklich bedankte sie sich auch beim Drehbuchautor Bernhard Schlink. Die Ehrung als „Schauspieler international“ erhielt der Österreicher Christoph Waltz für seine Rolle des SS-Offiziers Hans Landers in „Inglourious Basterds“. Als beste Darsteller national wurden Edgar Selge und Jessica Schwarz ausgezeichnet. Schauspieler Maximilian Schell bekam den Preis für sein Lebenswerk. In der Sparte „Pop international“ nahm die kolumbianische Sängerin „Shakira“ einen Bambi mit.

An seinem letzten Tag als Manager des FC Bayern München wurde Uli Hoeneß in der Sparte „Wirtschaft“ geehrt. „Es ist wirklich ein emotionaler Tag für mich“, sagte Hoeneß. „Ich habe über 30 Jahre lang versucht, den FC Bayern dorthin zu bringen, wo er heute ist.“ Der Potsdamer Modezar Wolfgang Joop erhielt überraschend einen Sonderpreis der Jury. „Du bekommst den Sonderpreis, weil du Potsdam neu erfunden hast“, sagte seine Tochter Jette Joop als Laudatorin. Die Gala vor 800 geladenen Gästen wurde von der ehemaligen Eiskunstläuferin Katarina Witt und dem Sportreporter Tom Bartels moderiert. Neben den Preisträgern standen zahlreiche weitere Stars aus der Unterhaltungsbranche auf der Gästeliste der Bambi-Verleihung. Der Burda-Verlag vergibt die Bambis zum 61. Mal. Mit Potsdam ist zum dritten Mal eine Stadt im Osten Deutschlands Gastgeberin. Dort sollen die Preise auch im kommenden Jahr verliehen werden.

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Von Hubert Spiegel

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