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ARD Neumann gegen Gratis-„Apps“ auf Handy

27.12.2009 ·  In die Diskussion um die ARD-Pläne für kostenfreie Anwendungen („Apps“) auf sogenannten Smartphones hat sich Kulturstaatsminister Bernd Neumann eingeschaltet. Die Pläne gefährdeten das Nebeneinander von privaten und öffentlich-rechtlichen Medienanbietern für die Zukunft.

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Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat sich gegen die ARD-Pläne für kostenfreie Anwendungen („Apps“) auf sogenannten Smartphones ausgesprochen. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten für das iPhone nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden“, erklärte Neumann am Freitag in Berlin. Die ARD will ihr Format „Tagesschau“ gratis als „Applet“ - kurz „App“ - für Nutzer von Smartphones zur Verfügung stellen. Private Verlage sehen das als Wettbewerbsverzerrung. So gibt
es seit kurzem auch Apps der „Bild“ und von „Welt kompakt“, diese sind aber kostenpflichtig.

ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke hatte das Gratis-Angebot damit gerechtfertigt, dass es bereits aus der Rundfunkgebühr finanziert sei. Ihm zufolge soll Tagesschau.de im ersten Quartal 2010 für mobile Nutzer abrufbar sein.

„Schon verwunderlich“

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hatte in einem Brief an Neumann gefordert, die ARD müsse sich auf ihren Auftrag zur Grundversorgung beschränken. Das Gratis-Angebot der ARD schade privaten Anbietern.

Neumann schloss sich der Kritik nun an. Während private Medienunternehmen „zum Teil ums Überleben kämpften“, dürfte der öffentlich-rechtliche Rundfunk deren Lage nicht noch verschärfen, teilte Neumann in einer Pressemitteilung mit. Es sei „schon verwunderlich“, dass die ARD ihr Gratis-Modell vorgestellt habe, kurz nachdem Verlage ihr Bezahlmodell gestartet hatten. Private Medienanbieter bräuchten Spielraum für Marktentwicklungen, sagte Neumann. „Haben sie diesen nicht, wird das Nebeneinander von privaten und öffentlich-rechtlichen Medienanbietern für die Zukunft in Frage gestellt.“

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