01.11.2010 · Meinung statt Analyse, Polemik statt Information: Der amerikanische Fernsehjournalismus ist in einer Krise. Während Fox News Erfolge feiert, sinken bei CNN die Einschaltquoten rapide.
Von Nina RehfeldRichtlinien für Lesermeinungen
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Die "Schreihälse" nehmen bei Fox nur einen kleinen Teil des Gesamtprogramms ein.
Die meisten Kommentatoren, die sich in Deutschland zu Fox News äußern, scheinen das Programm noch nicht oft gesehen zu haben. In der Tat g i b t es auch "Schreihälse", aber der größte Teil des Programms besteht aus Information. Etliche der Fox News-Mitarbeiter haben solide Ausbildungen - Rechtsanwälte mit Harvard-Abschluss, Lehrer, Mediziner, Journalisten, usw . . . und der Aufwand, den Zuschauer umfassend über das Geschehen in der Welt zu informieren, ist enorm. Nicht nur konservative Politiker kommen zu Wort. Im Gegensatz zu anderen Medien bemüht sich Fox News, ein GROSSES SPEKTRUM der Meinungen zu präsentieren, und nicht nur die "politisch korrekten" Ergüsse, die der Fernsehzuschauer auf zahllosen anderen Kanälen vorgesetzt bekommt. Die Zuschauer honorieren das in großen Zahlen. Kein Wunder! Fox News wird nicht der einzige Sender bleiben, der seinem Publikum das g a n z e Spektrum des Geschehens präsentiert. Solange die Zuschauer mit der Fernbedienung in der Hand die Wahl zwischen den Kanälen hat, werden sich die TV-Medien nach ihm richten müssen.
Nein, nach meiner Ansicht gibt es keine wirkliche Krise im amerikanischen Jounalismus. Die soll von den "Verlierern" herbeigeredet werden. In einer gutfunktionierender Demokratie, mit freien Medien, wie in den USA, ist es der NORMALE Weg, den die Medien gehen müssen. Die sind auf die Zuschauer-Zahl angewisen. Warum will Nina Rehfeld den Amerikanern das Recht nehmen, selber zu enscheiden, was sie sehen wollen.
Deutschlands Journalismus ist viel schlimmer
Danke @Schreihälse2 und @Das hat mit Schreihals nichts zu tun, dass Sie diesen Artikel richtig gestellt haben! Denn in Deutschland kommen die Betroffenen oft gar nicht zu Wort. Man überzieht sie mit einer Einheitsmeinung. In Berlin z.B. fanden mehrere Protestmärsche mit über Tausend Teilnehmern statt. In der Presse fand sich kaum ein Foto oder Bericht. Grund: Es ging um Protest gegen die aufgeweichten Abtreibungsgesetze. Diese sog. "1000-Kreuze-Märsche" passen vielen Journalisten wohl nicht. Die angebliche neutrale Berichterstattung ist nur ein Deckmantel für Meinungskampagnen. Denken wir nur an die Absetzung Martin Hohmanns und anderer Konservativer. Sie werden als Populisten abgetan. In Amerika ist man viel objektiver! Man lässt die Kontrahenten selbst zu Wort kommen! Karl Raimund Popper, der Papst unter den Wissenschaftstheoretikern, schrieb: "Objektivität ist nicht Sache eines einzigen Wissenschaftlers (oder Journalisten), sondern eine Angelegenheit ihrer gegenseitigen Kritik. In dem man beide Seiten ausreden läßt und nicht wie bei uns einseitig Meinungsdarstellungen verkürzt, erzielt man weit mehr Objektivität, denn dann kann sich jeder selbst ein Bild machen. Auch im Fall Sarrazins hat man viele Vorverurteilungen gesehen!
Was für ein glückliches Land...
... in dem "Zuschauerwanderungen" noch etwas bewirken und zumindest ernst genommen werden. Der deutsche Weg ist da ein ganz anderer: ab 2013 allgemeine Zwangsabgabe fürs parteigesteuerte Staatsfernsehn.
In Deutschland sind wir es gewohnt, vom Fernsehen (und den meisten Zeitungen) Richtung links indoktriniert zu werden. In dieser Hinsicht ist hier jede Art von Polemik und Hetze seit Jahrzehnten üblich, eine Unterscheidung zwischen Nachricht und Meinung ist schon ewig kaum mehr erkennbar; wer das geschmacklos oder einseitig finde, wolle wohl die Pressefreiheit einschränken. Die USA kennen das auch, doch gibt es dort seit ein paar Jahren beliebte Journalisten, die sich erdreisten, auf ähnliche Weise linke Dogmen anzugreifen. Da soll Meinungsäußerung und Polemik von Journalisten plötzlich ganz böse sein in den Augen des linken Establishments. Kritik an polemischen Angriffen gegen Obama wäre plausibler, wenn dieselben Leute all die Haßtiraden gegen Bush in den Medien ebenso kritisiert hätten, statt sie gutzuheißen. Die Wehleidigkeit der Linken und ihr Gutmenschentum betrachtet Meinungsfreiheit als die Freiheit, ihrer Meinung zu sein.
Was in Deutschland gerne vergessen wird ist das man in den USA nicht auf zwei oder drei Staatssender und ein paar sog. Private angewiesen ist, man kann hier zwischen dutzenden recht guten und einer scheinbar unendlichen Anzahl anderer Kanaele waehlen. Der Zuschauer stellt sich aus den einzelnen Sendern sein eigenes Programm zusammen, wer Larry King mag wird moeglicherweise trotzdem die morgendlichen Wirtschaftssendungen auf CNBC oder "The O'Reilly Factor" auf Fox News sehen. Ansonsten kann ich Herrn Troeller nur Recht geben - CNN ist weit davon entfernt, neutral, sachlich und kritisch zu informieren, manchmal hat man das Gefuehl, direkt mit der Webseite des Weissen Hauses verbunden zu sein.
Das hat mit Schreihals nichts zu tun.
CNN hat viel zu lange die derzeitige katastrophale Regierungsarbeit gelobt statt wirklichen Journalismus zu betreiben. Wenn ich das Sprachrohr der Demokraten hoeren will dann schalte ich NBC ein. Es braucht keinen zweiten Regierungshoerigen Sender.
Herr Troeller, offensichtlich sind sie wie ein grossteil der amerikaner auch den populistischen, fast rassistischen Ton von fox news verfallen. jemand mit nur minimaler intelligenz kann diesen so genannten jornalismus doch nicht als mehr als komoediantische mittagsunterhaltung abtuen; wild schreiende irre die obama als muslimischen amerikahasser darstellen und eurpoa als paradies fuer hobbykommunisten portraitieren. wenn ich diesen unfung sehe aergere ich mich schwarz.
Die USA bezeichnen sich immer als Vorzeige Demokratie. Nichts davon ist wahr. Es regiert das Geld und die Wirtschaft. Und die Mediengesellschaft ist reines Kasperltheater.
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Als Gegenreaktion entsteht eine “Tea Party”, Fox News gewinnt Zuschauer, und die Demokratische Mehrheit ist im Schwinden. Da hilft es auch nicht, dass National Public Radio Moderatoren feuert, die es wagen, Fox News Interviews zu geben. Die alte verdeckte Propaganda hat ausgedient. Wie erfrischend nun, was Nina Rehfeld “Schreihaelse” nennt. Fox News legt seine Meinung offen dar, keine versteckte Propaganda. Und Information, die die Zuschauer hoeren wollen. Aber nicht einseitig; das ist eine Technik, die Zuschauer in Europa so nicht kennen: Ausgewogenheit entsteht im Streitgespraech mit dem politischen Gegner, nicht in der angeblichen (aber karrikierten) Darstellung beider Seiten.
Zurueck zum Auslaufmodell CNN: Ausgediente Politiker, ausgediente Moderatoren. Zum Glueck ist CNN nicht gleich amerikanischer Fernsehjournalismus. Substanz ist inzwischen anderswo zu finden.
Als ich vor 9 Jahren meinen Umzug nach New York City vorbereitete, schaltete ich mehr und mehr CNN ein. Ich dachte, das wuerde mein Englisch auffrischen. Gleichzeitig erfuhr ich, was in den USA angeblich oeffentlich diskutiert wird. Weit gefehlt. Zunaechst muss man wissen, dass CNN eine spezielle Europa Version sendet; die Amerikanische Fassung ist so viel inhaltsloser, dass in Deutschland niemand zuschauen wuerde, der an aktueller Information interessiert ist. Ist der Amerikaner also weniger an Hintergrundinformation interessiert? Das sieht beim ersten Hinsehen so aus, ist aber nicht die ganze Wahrheit.
So wie die Tagesschau zum Beispiel Information unter dem Gesichspunkt der “political correctness” verbreitet, hat CNN einen eindeutigen politischen Hintergrund. Der wird aber nicht offengelegt. Aber die Art und Weise, wie Interviews angesetzt werden, wie Moderatoren wie zum Beispiel Lou Dobbs ausgebootet werden, wie eine spezielle politische Denkweise als die einzig sinnvolle dargestellt wird, geht immer mehr Zuschauern auf den Geist.
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