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Abgang beim „Tatort“ Mehmet Kurtulus spielt nur noch zweimal

Der NDR braucht einen neuen Hauptdarsteller für den „Tatort“. Mehmet Kurtulus gibt seine Rolle als verdeckter Ermittler Cenk Batu auf. Dabei könnte er gut und gerne weitermachen.

© NDR/Georges Pauly Mehmet Kurtulus in der Rolle Rolle des „Tatort”-Ermittlers Cenk Batu

Der Norddeutsche Rundfunk muss nach einem neuen „Tatort“-Kommissar Ausschau halten. Denn der Schauspieler Mehmet Kurtulus beendet seine Rolle als verdeckter Ermittler Cenk Batu. Einen Vertrag über sechs Folgen hatte der NDR mit ihm abgeschlossen, eine ist gerade gelaufen, zwei Episoden werden noch gedreht. Kurtulus, teilt der NDR mit, wolle noch zwei Episoden drehen, diese würden in der Zeit zwischen Juli und September erstellt. In der Zukunft wolle sich Kurtulus verstärkt um seine internationalen Filmprojekte kümmern, daher werde die Zusammenarbeit beim „Tatort“ auf seinen Wunsch hin über die verabredeten sechs „Tatorte“ hinaus nicht verlängert. Den Sender hatte Kurtulus schon im vergangenen Herbst über seine Entscheidung informiert. Nun entwickle man mit mehreren Produktionsfirmen neue Konzepte für einen Hamburger „Tatort“. Die Vorlagen seien in der Prüfung. Man werde zu gegebener Zeit über den Nachfolger von Mehmet Kurtulus alias Cenk Batu informieren.

Michael Hanfeld Folgen:

Es sei „schade“, sagte der Unterhaltungschef des NDR, Thomas Schreiber. „Wir haben versucht, Mehmet Kurtulus davon zu überzeugen, über die ursprünglich geplante Vertragslänge hinaus den Hamburger 'Tatort‘ weiterzuentwickeln. Für sein Engagement als verdeckter Ermittler Cenk Batu danke ich ihm sehr herzlich und freue mich auf die beiden neuen ,Tatorte‘.“

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Der erste türkischstämmige „Tatort“-Kommissar

Kurtulus in der Rolle des Cenk Batu, des ersten türkischstämmigen „Tatort“-Kommissars, hatte der NDR im April 2007 vorgestellt, als Nachfolger des von Robert Atzorn gespielten Kommissars. Kurtulus hatte zuvor im Hannoveraner „Tatort“ mit Maria Furtwängler eine Gastrolle gehabt, bekannt geworden war er unter anderem durch seine Rolle in Fatih Akins Film „Kurz und schmerzlos“, für den es 2001 einen Grimme-Preis gab. Die Rolle eines türkischstämmigen Ermittlers sei „längst überfällig“, hatte Volker Herres gesagt, damals Programmdirektor des NDR, heute Direktor des ersten ARD-Programms. Zeitgemäß zeigte sich schon der „Tatort“, in dem Kurtulus eine Gastrolle hatte.

Im Oktober 2008 dann trat Kurtulus seinen Kommissarsdienst an und mit ihm veränderte sich viel - denn sein Cenk Batu ist nicht der klassische Kriminaler, der vom Präsidium aus ermittelt, sondern ein verdeckter Ermittler. Er pflegt wenig Umgang mit den Kollegen, ein Privatleben hat er nicht, „sein ganzes Leben ist eine Rolle“, hieß es in der F.A.Z. Und diese Rolle, die des grüblerischen Einzelgängers, eines „einsamen, merkwürdig gehenden, merkwürdig schauenden Wolfs“ (So eine wird keine Leiche) spielt Kurtulus mit Bravour, jenseits aller Klischees, jenseits gesellschaftspolitischer Zuordnungen. Es ist bedauerlich, dass nurmehr zwei Folgen mit ihm gedreht werden. Die Rolle hat Potential für mehr.

Quelle: F.A.Z.

 
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