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150. Geburtstag von Max Planck Der Revolutionär wider Willen

Sein Physikprofessor erklärte ihm, dass es in der klassischen Physik nichts Neues zu entdecken gebe. Dann erfand Max Planck die Quantentheorie und hob mit ihr das Weltbild aus den Angeln. Zu seinem 150. Geburtstag porträtiert ihn 3sat als musischen und religiösen Revolutionär.

© dpa Vergrößern Melancholischer Physiker: Max Planck

Als Max Planck am 14. Dezember 1900 vor die Physikalische Gesellschaft in Berlin trat, ahnte niemand, am wenigsten wohl der Vortragende selbst, dass er mit seinen theoretischen Überlegungen zum Strahlungsverhalten glühender Körper das bislang gültige physikalische Weltbild radikal verändern würde. Planck hatte bei seinen Berechnungen eine Konstante, das sogenannte Wirkungsquantum h, eingeführt, um die experimentellen Daten, „koste es, was es wolle“, richtig beschreiben zu können. Das bedeutete, dass Strahlungsenergie nicht kontinuierlich, sondern nur in Portionen, in Quanten, aufgenommen oder abgegeben wird - eine aus der damaligen Sicht völlig unsinnige Annahme. Die Energieportionen sind dabei Vielfache einer Konstanten, des Wirkungsquantums h. Planck, der als Vater der Quantentheorie gilt, war sich der Bedeutung seiner Entdeckung lange nicht bewusst.

Manfred Lindinger Folgen:  

Aus Anlass des hundertfünfzigsten Geburtstags am 23. April zeigt 3sat heute ein Porträt des großen deutschen Universalgelehrten und sendet an den folgenden Tagen vier Dokumentationen, die sich der aktuellen Bedeutung und der modernen Interpretation der Quantenphysik widmen, deren Aussagen der Alltagserfahrung zu widersprechen scheinen. Zudem wird jenen Forschern nachgespürt, die in der Tradition Plancks stehen, da ihre jüngsten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Hirnforschung und der Kosmologie zu einem neuen Weltbild führen könnten.

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Der melancholische Umstürzler

Wer war der Mensch Max Planck, der trotz seiner Leistung nie den Bekanntheitsgrad eines Albert Einstein erlangt hat? Und warum sollte gerade ihm, einem Anhänger des Kaisers und der klassischen Physik, die Rolle eines Revolutionärs zukommen? Der Filmemacher Jürgen Miermeister geht in seinem Porträt-Essay „Max Planck: Umsturz mit Melancholie“ diesen Fragen nach und versucht, die Persönlichkeit hinter dem Wissenschaftler Planck aufzuzeigen. Rasch wird deutlich, dass es zwei Plancks gab. Den erfolgreichen, international geschätzten Forscher und Wissenschaftsorganisator, der die namhaften Physiker der damaligen Zeit um sich versammelte, wodurch Berlin zu einem Mekka der Physik wurde. Daneben den privaten Planck, einen bescheidenen, tief religiösen und konservativ-aristokratischen Menschen, der beim Musizieren mit Freunden und Kollegen zu Hause unweit des Grunewaldsees in der Wangenheimstraße gerne den Taktstock führte.

Wenig bekannt dürften die Schicksalsschläge sein, die seine Familie heimsuchten und über die Planck in der Öffentlichkeit so gut wie nie sprach: Seine Frau Marie stirbt 1909 nach zweiundzwanzig Ehejahren, sein erster Sohn Karl fällt 1916 im Ersten Weltkrieg, seine Zwillingstöchter Grete und Emma sterben 1917 und 1919 bei der Geburt ihrer ersten Kinder. Ein weiterer Schlag war für Max Planck die Hinrichtung seines Sohnes Erwin Anfang 1945 - er gehörte zum Kreis derer, die das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 vorbereitet hatten. Es ist nur schwer vorstellbar, was dieser Mann damals gelitten haben muss, der einer der führenden wissenschaftlichen Köpfe in Deutschland war. Sein Trost seien für ihn die Musik, Gott und die Physik gewesen, wie er selbst sagte.

Gratwanderung durch den Nationalsozialismus

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