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Medien Künstler kämpfen nicht für Schröder

22.06.2005 ·  Pech für Gerhard Schröder: Eine Meldung des „Spiegel“, wonach ihn Kulturschaffende von Grass bis Walser unterstützen wollten, ist reihenweise dementiert worden. Nun korrigiert sich auch das Magazin selbst.

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Der „Spiegel“ hat Fehler in einer Meldung über eine Wählerinitiative von Kulturschaffenden und Medienleuten zu Gunsten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eingeräumt.

In einer Stellungnahme vom Mittwoch wurden Versäumnisse beim Recherchieren bedauert. Offenbar seien in der Meldung „Namen von Personen genannt, die nicht oder noch nicht an einer Wählerinitiative beteiligt sind“. In der nächsten Ausgabe werde der Sachverhalt richtiggestellt.

Das Nachrichtenmagazin hatte in seiner am Montag erschienenen Ausgabe berichtet, am 14. Juli würden sich Schriftsteller, Künstler und Medienleute im Kanzleramt beraten, wie Schröder unterstützt werden könne. Die Schriftsteller Günter Grass, Martin Walser, Christa Wolf und Peter Rühmkorf, der Grafiker Klaus Staeck sowie der frühere „Bild“-Chef Udo Röbel und Manfred Bissinger hätten zugesagt. Ein Regierungssprecher hatte den Termin bestätigt, jedoch keine Angaben über die Teilnehmer gemacht.

„Es gibt auch keine Einladung“

Unterdessen übten Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass und der Grafiker Klaus Staeck massive Kritik am „Spiegel“. Es handle sich entweder um schludrigen Journalismus oder eine gezielte Falschmeldung, schrieb Grass nach Angaben seines Sekretariats vom Mittwoch in Lübeck dem „Spiegel“. Der Grafiker Klaus Staeck warf dem „Spiegel“ „Schmierenjournalismus“ vor. Im Deutschlandfunk sagte Staeck: „Kein Mensch der da genannten Eingeladenen weiß von einer Einladung. Es gibt auch keine Einladung.“

„Und da war natürlich programiert, daß so und so viele Leute dementieren.“ Jetzt gebe es überall Meldungen, daß Christa Wolf und Martin Walser nicht Wahlkampf für Schröder machen wollen. „Das wußte man alles vorher.“ Ihn Staeck, sporne das an, nun gerade für die SPD Wahlkampf zu machen. Auch Grass ließ mitteilen, er wolle sich in den Wahlkampf einschalten.

Nachfragen versäumt

Wolf, Walser, Bissinger, Staeck und Grass haben nach eigener Darstellung keine Einladung zu einem Treffen am 14. Juli im Kanzleramt erhalten. Wolf und Walser reagierten auf die „Spiegel“-Meldung mit der Erklärung, Schröder nicht unterstützen zu wollen. Der „Spiegel“ bedauerte, „beim Recherchieren der Meldung in der Nacht zum vergangenen Sonnabend“ es versäumt zu haben, „alle Personen, die im Zusammenhang mit der Wählerinitiative genannt worden sind, befragt zu haben“.

Der Düsseldorfer Maler Jörg Immendorff hingegen hat sich als „massiver Unterstützer“ von Schröder geoutet. Der Regierungschef habe den Mut gehabt, „mit der Agenda 2010 notwendige Dinge anzupacken, die massiv die eigene Klientel irritieren“, sagte der prominente Künstler dem Hamburger Lifestyle-Magazin „Max“. Mit Blick auf eine mögliche CDU-Kanzlerin Angela Merkel meinte der Maler: „Die Position der CDU/CSU zum Irakkrieg war fahrlässig und menschenverachtend und wäre ein Grund, sie 20 Jahre von der Macht fern zu halten“. Wäre Merkel zu Beginn des Irak-Krieges Kanzlerin gewesen, wäre es nach Einschätzung Immendorffs möglich gewesen, „daß da jede Menge deutsche Soldaten gefallen wären“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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