17.12.2012 · Der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann wird als Mediator im Suhrkamp-Konflikt vermitteln. Naumann sagte der F.A.Z., es gebe „Missverständnisse auf beiden Seiten“.
Von Sandra KegelRichtlinien für Lesermeinungen
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Als Mediator schon vor der "Bestellung" völlig verbraucht.
Der Mediator hat bei cicero online ein so erstaunliches Stück zu diesem Thema geschrieben, dass auch bei neutraler Betrachtung dieses Streits schon die bloße Benennung dieses Mediators als Provokation des Minderheitsgesellschafters erscheinen und an der Redlichkeit des kommunizierten Einigungswillen des Mehrheitsgeselllschafters ernste Zweifel aufkommen lassen muss.
Wenn man sich die Leserkommentare unter den F.A.Z.-Artikeln zum Thema
Suhrkamp anschaut, dann ist es schon verwunderlich, dass es ein paar
Leser gibt, die - im Gegesatz zu den Redakteuren der Beiträge -
immer sehr genau über die Wünsche, Vorstellungen und Anliegen
von Herrn Barlach im Bilde zu sein scheinen.
Also nun ist Herr Naumann also auch nicht gut genug für Herrn
Barlach. Spannende Sache..
Gut genug
Es geht nicht um gut genug. Es geht um parteiisch. Die Volte der
Benennung eines Mediators - nicht mehr als ein Vorschlag- ist ein
geschickter Schachzug. Wenn Sie aber lesen, was der Vorgeschlagene
über die Sache bereits publiziert hat, werden Sie verstehen, warum
er von der Seite Frau B.s ins Spiel gebrachzt wurde. Zwar ist ein
Mediator etwas anderes als ein Richter, aber vor Gericht würde ich
Naumann wegen Befangenheit ablehnen, und als Mediator erst recht. Vom
Gesellschaftsrecht hat er auch keine Ahnung, wenn er sagt, daß das
Verlagsende die gesellschaftsrechtliche Folge der bestehenden
Konstellation sei. Das ist eben nicht zwingend, die Parteien haben es
selbst in der Hand.
Tatsache ist: Frau B. hat ihre gesellschaftsvertraglichen Pflichten
verletzt und läßt ihre Villa durch den Verlag finanzieren. Da
wären Sie als Mitgesellschafter sicher auch mehr als ungehalten.
Der angebliche Mediator und Chefredakteur des Monatsmagazins »Cicero« schrieb am 12.12.2012 auf Cicero online: … »Hans Barlach, in einem Wort, will Kohle machen. Er hält sich auch für einen besseren Verleger, nicht ahnend, dass zwischen satten Deckungsbeiträgen kraft Massenware und literarischer Qualität ein himmelhochweiter Unterschied existiert. Mehr noch, er nennt bekannte Verlegernamen, die er als Nachfolger von Ulla Unseld-Berkéwicz sieht. Keinen einzigen von ihnen hat er gefragt. Sie sind empört. Und kein einziger wäre so dumm, seinem Ruf zu folgen. Der Mann ist beleidigt, gekränkt, verärgert und einfach wütend – ein Racheengel mit einer Heerschar von Anwälten im Rücken.«[link entfernt, bitte Richtlinien beachten; Mod.]
Wie bereits mehrfach darauf hingewiesen wurde, handelt es sich um
Willensbekundung seitens Suhrkamp resp. Berkéwicz/Raue.
Warum sollte Barlach diesen Vorschlag annehmen, denn er wird schnell in
Erfahrung bringen, dass Naumann absolut parteiisch ist. Man kennt sich
bestens.
Es scheint nur ein zum Scheitern verurteilter Versuch zu sein, die
juristischen Fehlschläge durch Geist(er)angebote zu kaschieren.
Geschuldet ist diese von Suhrkamp in die Welt gesetzte Falschmeldung
einer realitätsfernen Arroganz.
Ein Mediator wird üblicherweise nicht von einer Seite bestellt, stattdessen einigen sich beide Seiten auf einen Mediator, denn dieser ist für beide Seiten tätig. Sinnvollerweise würde man - Bereitschaft auf beiden Seiten vorausgesetzt - jemanden suchen, der von Mediation etwas versteht. Da Mediation ein kommunikativer Prozess ist, bei dem der Verhandlungsstoff von den Parteien eingebracht wird, ist es auch in keiner Weise erforderlich, dass der Mediator Kulturpolitiker ist. Die Überschrift "...vermittelt im Suhrkamp-Konflikt" und die Unterzeile "wird als Mediator ... vermitteln" ist irreführend falsch. Bisher findet keine Vermittlung statt, und es steht Herrn Barlach zu, sich die Umstände eines Vermittlungsversuches nicht vom (zur Zeit unterlegenen) Gegner diktieren zu lassen.
"Naumann vermittelt im Suhrkamp-Konflikt"lautet die Überschrift des Artikels. Allerdings ist dem gar nicht so, denn Herr Naumann wurde von Seiten der Frau Unseld-Berkéwicz & Co. bisher lediglich vorgeschlagen. Herr Barlach hat (wohl klugerweise) bislang nicht darauf reagiert. Und mit Verlaub: Herr Naumann scheint als Mediatior nicht allererste Wahl zu sein, mit der sich alle Beteiligten einverstanden erklären könnten. Er war in seinem Leben nicht nur Kulturstaatsminister ( wie im Artikel suggeriert), sondern hat auf vielen Hochzeiten getanzt, u.a. als SPD-Bürgermeisterkandidat in Hamburg und gegenwärtig als Chefredakteur de4s "Cicero". Ob ein solcher Mann die Ideallösung für eine Mediation im Suhrkamp-Konflikt darstellen kann, bezweifele ich doch sehr.
Im Spiegel der Leser/innen-Kommentare
sieht man, dass diese Kolumne (der tägliche Suhrkamp) nicht mehr sonderlich ernst genommen wird. Bleibt zu hoffen, dass nun Suhrkamps Ende nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Suhrkamps Autorinnen und Autoren kann man ja ein bisschen vestehen. Die hatten mit diesem Verlag eine Art exklusiven Club, in den nicht jeder rein kam. Der droht nun verlustig zu gehen. Ich bin aber sicher, dass es Autorinnen und Autoren von Rang auch ohne Suhrkamp schaffen werden...
Unterschätzt mir den Naumann nicht ...
Naumann ist ein recht ausgekochter Strippenzieher. Er hat unter anderem dafür gesorgt, dass der Milliardär Herr Berggrün recht gepflegt auf Kosten des Steuerzahlers ein Museum eingerichtet bekam. Literaturempfehlung: "Heinz Berggruen - Leben & Legende"
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.12.2012 18:40 UhrNaumann ist ein recht ausgekochter Strippenzieher:Waldseemueller-Karte in Washington
Das kostbare Stueck, registriert als deutsches Kulturgut,
befindet sich, nach Erteilung einer Ausfuhrgenehmigung durch die
Bundesregierung, in der Library of Congress (LC) in Washington.
Amerikas "Geburtsurkunde", eines der berühmtesten
deutschen Kulturgüter, ist mit einer
Sonderausfuhrgenehmigung der Bundesregierung zum Verkauf an die
Washingtoner Kongreßbibliothek in die Vereinigten Staaten gebracht worden.
Mit Einverständnis von Bundeskanzler Schröder gab
schließlich der damalige Staatsminister für Kultur, Naumann,
ein Förderer des Projekts, die Ausfuhrerlaubnis.
Eine Steigerung ist noch möglich!
Ein "schönes" Interview, das Herr Naumann am 11.12.2012 dem Deutschlandfunk über den Suhrkampkonflikt gegeben hat (einfach googlen, gibt es als PDF-Datei). Wohl eher kein Wunder, dass Herr Barlach sich noch nicht dazu geäußert hat, was er vom "Mediator" Naumann hält, wurde er doch von diesem in einem quasi lyrischen Vergleich als "Fahrradklingel" bezeichnet. Das war aber auch schon - wenn man alle Dinge immer ganz positiv mit rosaroter Brille sieht -, das meiner Meinung nach einzig schmeichelhafte, was Herr Naumann über Herrn Barlach in diesem Interview gesagt hat. Ich tippe: Fortsetzung folgt bestimmt, hoffentlich geht denen nicht vorher das Geld für Prozesse aus; vielleicht macht es doch lieber Gauck & Geisler.
Non scholae, sed vitae discimus - und lebenslanges Lernen schadet nie ;-)
Wusste bisher nicht, dass Michael Naumann eine Ausbildung zum Mediator absolviert hat. Das scheint er jetzt nachgeholt zu haben. Gratulation dazu und viel Glück für die 5 Phasen der Mediation, wenn Sie verstehen, was ich meine ;-)
Oder meinen es die Parteien wirklich Ernst, daß es ihnen nicht
möglich wäre, miteinander zu reden?
Was - in Dreiteufelsnamen - soll denn ein Herr Naumann besser wissen?
Als Politik-Sekretär dürfte er weniger noch von Kaufmannschaft
verstehen, als selbst die ahnungslose Erbin.