22.10.2012 · „El País“ will ein Drittel der Redaktion entlassen, obwohl Spaniens größte Zeitung schwarze Zahlen schreibt. Der verschuldete Mutterkonzern will es so: Vom Niedergang einer Institution.
Von Paul IngendaayRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Zeitungsboten, auch die der FAZ, bekommen einen Stücklohn, der sich selbst bei den schnellsten zu einem Stundenlohn von maximal 6 Euro summiert. In der öffentlichen Diskussion über Mindestlöhne tauchen diese über 100 000 Nachtarbeiter allerdings nicht auf. Von mir angesprochene Zeitungsredakteure (Heribert Prantl etwa bei einem Vortrag über Zivilcourage) bestätigen die Fakten, bitten aber um Verständnis, sich dazu öffentlich nicht äussern zu wollen. Mich selbst hat der WAZ-Konzern im April fristlos gekündigt, nachdem ich darauf hingewiesen hatte, dass er vom 1. Mai 2012 in NRW nach dem Tariftreue- und Vergabegesetz verpflichtet ist, mir 8,62 € pro Stunde zu bezahlen.
könnte man das auch so umschreiben:
Weil die Politiker weiterhin immer höhere Provisionen und
Diäten haben wollen muss der Ottonormalverbraucher eben verzichten,
Kürzungen hinnehmen usw.
Dass jetzt hier ein Fass aufgemacht wird, weil es ausnahmsweise mal
einen Medienvertreter getroffen hat ist heuchlerisch!
Aber ich zitiere hier mal einige Kommentatoren und eine oft gelesene
Meinung: Wer die besten Manager haben will muss eben auch viel bezahlen.
Die haben ja auch so eine schrecklich hohe Verantwortung!
Dieser Logik nach sind die 13Mio wohl noch zu wenig Gehalt gewesen.
Es ist schrecklich und unverstaendlich was hier passiert!
ABER es gibt auch einige Loesung: warum startet die ganze Belegschaft
von Journalisten nicht eine neue Zeitung? Dass koennte z.B. von der FAZ
unterstuetz werden mit einer Investition mittels ein grosses
Aktienpaket.
Oder von der Spiegel oder die Zeit... Wenn El Pais schwarze Zahlen
schreibt, koennte man doch einfach eine neue Zeitung: El Nuovo Pais aufmachen?
Es gibt auch genuegend Drueckereien die behilflich sein koennten mit der
Produktion von den Zeitungen.
Auch die Journalisten koennten sich beteiligen in dieser Unternehmung
jawohl !
Genau DAS wäre mal DER Schuss vor den Bug den manche Investoren brauchen könnten, wenn sich eine gesamte Belegschaft solidarisiert und geschlossen kündigt und ein Konkurrenzunternehmen gründet, und wo geht das besser als im Zeitungswesen wo man mit relativ wenig Investment ein Produkt machen kann, zumal alle Druckereien längst als Subunternehmer zuarbeiten, sogar Layouter-Firmen sind als Subs tätig, man muss eigentlich nur noch beauftragen und die Texte/Bilder oben reinkippen, alle Kollegen bräuchten im Grunde nur neue Büros, sonst nichts. Und dank moderner Technik kann man übergangsweise zur Not alles von zu Hause erledigen !
Federico Mayor Zaragoza (geb. Barcelona 1935), ehem. Generaldirektor der UNESCO (1987-1999) hat im Mai in einem span. Fernsehprogramm ("Salvados: al filo del rescate" in TV La Sexta) sinngemäss folgendes gesagt: "Entweder reorganisieren wir uns von Grund auf neu (die spanische Gesellschaft) oder das mündet in eine (gewaltätige) Revolutión". Leider scheint dies kein Gehör zu finden, schon gar nicht unter unseren Eliten. Es ist, was in der Tageszeitung El País zur Zeit los ist, leider kein Einzelfall.
Missmanagement und keine Konsequenzen für das Führungspersonal. Nur eine der Dinge, die in unserem Wirtschaftssystem nicht mehr in Ordnung sind.
Mit Cebrians Gehalt können mehr als einige Dutzende Mitarbeiter bezahlt werden
Cebrian verdient 13 Millionen Euro im Jahr. Was verdienen die 149 Mitarbeiter im Schnitt? Wenn wir knapp 90 000 Euro annehmen, sind das ebenfalls 13 Millionen Euro.
Das Prinzip ist immer das gleiche...
in allen Ländern und quer durch alle Branchen:
Einige wenige profitieren masslos und horten Kapital in einem für
die Gesellschaft ungesundem Ausmass! Die Folgen sind Umsatzrückgang
der Kleinunternehmer, Lohnkürzungen und Kündigungen der
Angestellten und immer unanständigere Konstrukte zur Auslagerung
von Arbeitern (Zeitarbeit, Leiharbeit, Werkverträge)
Die Gesellschaft wird von ihren Eliten zur Ader gelassen und weiss sich
nicht dagegen zu wehren!
Die Stimmung wird zwar immer schlechter, aber noch kämpfen
ideologische, politische oder nationale Gesinnung der Völker eher
gegeneinander anstatt Solidarität übergreifend entstehen zu
lassen. Ein fataler Fehler der uns noch Jahre aufhalten wird!
In der Politik und in den Medien zeigen sich erste
Auflösungserscheinungen der alten, starren, ideologischen
Strukturen *konservativ versus sozialistisch oder grün* aber wir
misstrauen lieber allem und jedem als uns neuem. gesellschaftlichem
Denken zuzuwenden?
Zur Kostenersparnis wird allerorts ständig ein Unternehmen
(teil)eingestampft. Somit ist dies zeitgemäß.
Ein Literaturnobelpreisträger hatte einen grundehrlichen Moment und
bezeichnete die Medienlandschaft als gleichgeschaltet. Dafür
braucht es heute kein Wahrheitsministerium, dies wird per
Käuflichkeit (im Sinne von sich auf jeden Fall bezahlen lassen
möchten) und fehlende Solidarität in den Medienhäusern
geregelt. Es wird zwar nicht immer gelogen, aber tendenziell gezielt
informiert.
Dies schadet der 4ten Gewalt, vor allem aber dem Leser und der
Demokratie. Schade ist es deshalb um die Mitarbeiter von "El
Pais" nicht. Hätten die Journalisten ordentlich ihre Arbeit
gemacht, und die Bevölkerung über die desolaten Zustände
aufgeklärt, auch auf die Gefahr einer
"Nichtbeschäftigung" hin, wäre vieles anders
gekommen.
So wandern die Menschen zu den alternativen Medien ab, welche oft gratis
sind, oft schneller, und wenn seriös auch einfach ehrlicher.
Libertad o muerte. :-)
Schulden machende (spanische) Eliten
Dies gilt sicher für gesamt Europa, aber besonders für
Spanien: Da gibt es Eliten, die unglaubliche Schulden aufhäufen,
davon Unternehmen kaufen, sich von den hoch verschuldeten spanischen
Banken stützen lassen, die wiederum schon seit Jahren von der EZB
gestützt werden. Dabei lässt man es persönlich richtig
krachen und wenn das Ganze den Bach runtergeht, dann muss die
Allgemeinheit bzw. die kleinen Angestellten die Zeche zahlen.
Genauso ist es z.B. mit Hochtief und dem spanischen Schuldenkönig
ACS passiert. ACS hatte nie das Geld, um Hochtief zu übernehmen.
Hochtief war kerngesund und hat solide gewirtschaftet. Damit ist es nun vorbei.
Auf diese Weise wird fast kriminelles Handeln Maxime in Europa, mit
Unterstützung unserer Politiker. In Deutschland ist dieses
Verhalten erst so richtig in der Griechenland-Krise aufgetreten. Aber
seither leider vermehrt. Kein guter Trend!
Alles sollte man mit dem Textmarker hervorheben!
Ein einziges Wort nur ist leider vollkommen deplaziert: Das Wort "fast" in der viertletzten Zeile.
Paul Ingendaay Jahrgang 1961, Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid.
Jüngste Beiträge