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Margot Fonteyn : Ballaballerina

Putschversuch, Festnahme und Gefängnisaufenthalt: Die grazile Balletttänzerin Margot Fonteyn ließ sich einiges einfallen, um mit ihrem Mann eine Revolution in Panama in Gang zu bringen - eine Primaballerina auf Abwegen.

          Possen gehörten nicht zu den großen Rollen Margot Fonteyns. Wir kennen sie als anmutige Schwanenkönigin, als tragische Wassernymphe und grazilen Feuervogel, nicht aber als Rebellenbraut. Jüngst freigegebene britische Akten über die Beteiligung der Primaballerina an einem Putschversuch ihres Mannes, des panamaischen Diplomaten und Schürzenjägers Robert Arias, gegen Präsident Ernesto de la Guardia bestätigen jedoch, dass der Bühnenstar „bis zum Halse“ in der Verschwörung „drinsteckte“, die auf den damaligen Kriegsminister John Profumo wirkte wie eine „schludrige Komödie“.

          Die Ereignisse um den gescheiterten Staatsstreich von 1959 sind längst bekannt, neu ist die Wahrnehmung der britischen Regierung. Deren Botschafter missbilligte Fonteyns Eskapade zutiefst, während Profumo, der die Ballerina später befragte, sich „mehrfach kneifen musste, um sicher zu sein, dass ich die komische Operngeschichte nicht träumte“. Unmittelbar nachdem Fidel Castro Batista ins Exil getrieben hatte, besuchte das Ehepaar Arias den Maximo Lider in Havanna. Dieser bestritt zwar später, den panamaischen Revolutionsversuch unterstützt zu haben. Das britische Außenministerium war jedoch überzeugt, dass er Waffen und Männer zugesagt habe.

          Die Ballerina mit den weißen Federn

          Wenige Monate später begannen die Umsturzpläne bereits zu zerfallen. Trotzdem begaben sich Arias und Fonteyn auf einen vermeintlichen Angelausflug, bei dem sie mit den vor der Küste wartenden Rebellen verabredet waren. Unterdessen aber hatte die Regierung Wind bekommen von der Sache. Während Arias sich zu den Aufständischen gesellte, segelte Margot Fonteyn auf großen Umwegen nach Panama zurück, um die Boote und Flugzeuge der Regierung abzulenken. Sie wurde festgenommen und nach einer Nacht in der „Präsidentensuite“ des Gefängnisses des Landes verwiesen. Bei ihrer Rückkehr in London, stellte sie sich aufgeräumt der Presse, wies aber alle Fragen mit stählernem Charme zurück.

          In ihren Erinnerungen bekannte Margot Fonteyn, sie habe Arias' Revolutionspläne als eine Art von „romantischem Ausflug“ betrachtet und gelacht, wenn ihr Mann ihr versponnene Ideen unterbreitete, wie die eines Maskenballes, bei dem alle Gäste als Guardia verkleidet erscheinen sollten, so dass der tatsächliche Präsident unauffällig entführt werden könne. Dem britischen Parlament erklärte der Schattenaußenminister, die Briten, die Margot Fonteyn als Schwan erlebt hatten, schätzen sie nicht in der Rolle der Lockente. Aber die Ballerina glich eher einem jener panamaischen Vögel, von denen ihr Mann gern erzählte. Diese könnten durch den Schlamm laufen und mit sauberen weißen Federn daraus hervorkommen.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

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          Quelle: F.A.Z.

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