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Manisch Der Quizfragen-Erfinder

19.08.2003 ·  Wir müssen uns den Quizfragen-Erfinder als einen glücklichen Menschen vorstellen. Stundenlang kann er durch die Fußgängerzone stromern, vor dem Fernseher oder im Straßencafe sitzen, um alles, was ihm ins Bild gerät in a/b/c/d-Antwortkategorien aufzuteilen.

Von Gisa Funck
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Der Quizfragen-Erfinder hat oft ein kulturwissenschatliches Studium hinter sich, besonders oft in Philosophie. Er hat ein phänomenales Gedächtnis und kann sich Dinge merken, die andere sofort vergessen. Von seinem Temperament her ist der Quizfragen-Erfinder eine Künstlernatur. Er betreibt den Bildungserwerb um des Bildungserwerbs willen. Es fiel ihm schon im Studium schwer zu unterscheiden, welches Wissen prüfungsrelevant war und welches nicht. Daher hat er die Uni nach achtzehn Semestern verlassen, ohne Abschluss und enttäuscht darüber, daß selbst Philosophieprofessoren hin und wieder handfeste Ergebnisse wollen.

In der Quizshow, wo es genauso wichtig ist, den Vornamen von Mutter Beimer zu kennen wie die Hauptfigur der Blechtrommel, hat der Quizfragen-Erfinder indes einen Platz gefunden, an dem er seine Sammelleidenschaft unnützer Fakten auslebt. Stundenlang kann er durch die Fußgängerzone stromern, vor dem Fernseher oder im Straßencafe sitzen, um alles, was ihm ins Bild gerät in a/b/c/d-Antwortkategorien aufzuteilen. Zwar hat der Quizfragen-Erfinder es mit der Manie, das ganze Leben im Sinne Hape Kerkelings als einziges Quiz aufzufassen, im partnerschaftlichen Bereich nicht immer leicht, ist aber einer der wenigen glücklichen Menschen in der Fernsehbranche.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2003, Nr. 189 / Seite 38
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