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Maigret-Marathon 23 : Maigret contra Picpus

Bild: Diogenes

75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit.

          75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit (siehe auch: Warum ich jede Woche einen Maigret-Roman lesen werde und Maigret-Marathon: Alle Folgen).

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.

          Andere fahren in die Ferien, Maigret muss in der Hitze der Hauptstadt ausharren und einen anfangs recht wirren Fall lösen. Dass er sich in diesem Fall fortwährend nach einem kühlen Bier sehnt und das dann auch nicht einmal dann mit seinem Gehilfen teilen mag, wenn es in zwei vollen Gläsern vor ihm steht, ist nur verständlich. Und hoffentlich auch, dass der ihm gewidmete Marathon nun urlaubshalber ebenfalls bis zum 26. September pausiert

          Die Handlung in einem Satz: Der brieflich angekündigte Mord an einer Wahrsagerin findet tatsächlich statt, obwohl Maigret auf dem Posten war und nun versuchen muss, die Scharte wieder auszuwetzen.

          Spielt in: Paris und Morsang

          Neues über Maigret: In diesem Band blickt er auf dreißig Berufsjahre zurück. Und wird von einem Schurken äußerst unvorteilhaft beschrieben: Er trage einen schlecht geschnittenen Anzug zum aufgedunsenen Gesicht

          Und Frau Maigret? Kauft ihrem Mann malvenfarbene Hosenträger aus Seide. Sie wacht ständig auf, weil sich ihr Mann unruhig im Bett herumwälzt. Und schlägt vor, dass er sich in ein anderes Zimmer legt.

          Konsum geistiger Getränke: Bier, Weißwein (zum Frühstück), Calvados, Cognac.

          Es bleibt in der Familie

          Wahrsager, sollte man meinen, haben auch so eine Art Schweigepflicht, und wenn sie sich nicht daran halten, ist das schlimm. Der Wahrsagerin in diesem Buch scheint das nicht so wichtig, jedenfalls bis es um ihre eigene Familie geht. Dann droht sie und pokert hoch, vielleicht zu hoch - jedenfalls bringt jener andere, äußerst skrupulöse junge Mann, der sie retten will, sein Werk nicht zustande. Die Begriffe Ehre und Familie aber ziehen sich kunstvoll durch diesen Roman, nicht selten stehen sich diese Prinzipien unversöhnlich gegenüber. Manche der Figuren jedenfalls leben geradezu auf, als sie von ihrer Sippschaft erlöst werden.

          Lieblingssatz: „Maigret hörte kaum hin, dachte daran, dass halb Paris im Urlaub war und dass der Rest zu dieser Stunde unter den Markisen der Terrassen bei kühlen Getränken saß ... Was für eine Comtesse?“

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