http://www.faz.net/-gqz-x6nk

Maigret-Marathon 10 : Der Spion

Bild: Natascha Vlahovic, FAZ.NET

75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit.

          75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit (siehe auch: Warum ich jede Woche einen Maigret-Roman lesen werde und Maigret-Marathon: Alle Folgen).

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.

          „Maigret“ steht über dem Buch, die Leser sollen es ja kaufen, der Kommissar aber kommt erst spät offen ins Spiel, auch wenn er schon zuvor sein Wesen treibt. Es scheint, als hätte Simenon diesmal nur Augen für die armen, verwirrten Siebzehnjährigen, die, vielleicht allzu klug, ganz sicher aber allzu nervös, im beschaulichen Lüttich etwas erleben wollen. Können sie etwas dafür, dass sie bei ihren Eskapaden im Nachtklub an Menschen geraten, die unvermutet Ernst machen? Am Ende landet einer der Jungen im Kongo, der andere im Irrenhaus, und das ist für beide nicht schön.

          Die Handlung in einem Satz: Ein Mann wird in einem Nachtklub ermordet, den zwei Jugendliche regelmäßig besuchen, weil sie in eine dort beschäftigte Tänzerin verliebt sind, was sie natürlich verdächtig macht.

          Spielt in: Lüttich.

          Neues über Maigret: Der Kommissar ist kein schlechter Schauspieler. Diesmal täuscht er seinen Selbstmord vor.

          Konsum geistiger Getränke: Bier. Das wirkt in der portwein- und champagnerseligen Kaschemme reichlich deplaziert. Soll es wohl auch.

          Er wäre so gern ein richtiger Spion

          Wenn es etwas gibt, das Maigret auszeichnet, dann seine ungeheure Durchschnittlichkeit. Und die, die in diesem Buch unter die Räder geraten, sind davon besessen, nicht mehr Durchschnitt zu sein: Die beiden Jungen sowieso, aber auch das Mordopfer, ein reicher Müßiggänger, der so gern etwas Aufregendes wäre, dann aber, als er sich einem Spionagering an den Hals wirft, sofort wieder kalte Füße bekommt und sein Heil bei der Polizei sucht. Posen überall, und Simenon wendet einigen Fleiß daran, deren Fadenscheinigkeit in grelles Licht zu rücken.

          Lieblingssatz: „Ich schwöre Ihnen, dass ich keine Ahnung hatte, was sie da eigentlich ausheckten ... Aber man muss schließlich leben, nicht wahr?“

          Weitere Themen

          Es wird zu viel gemeint

          Neue Schweizer Rundfunkchefin : Es wird zu viel gemeint

          Nathalie Wappler wurde einstimmig zur neuen Direktorin des Schweizer Radio und Fernsehens (SFR) gewählt. Bevor sie ihren Job antritt, macht sie schon einmal eine politische Ansage, die gut ankommt.

          Superheldenerfinder Stan Lee ist tot Video-Seite öffnen

          Marvel-Autor : Superheldenerfinder Stan Lee ist tot

          Der Erschaffer von Spider-Man, Doctor Strange, Hulk und anderen Marvel-Helden wurde 95 Jahre alt. Stan Lee war dafür bekannt, seinen Superhelden eine in den 60er Jahren neuartige Komplexität und Menschlichkeit zu verleihen.

          Käfer- und Katzen-Mumien Video-Seite öffnen

          Grabstelle in Ägypten : Käfer- und Katzen-Mumien

          Archäologen in Ägypten haben am Wochenende seltene Grabfunde vorgestellt. Sie fanden am Rand der Totenstadt von Sakkara mumifizierte Katzen und eine ganze Sammlung mumifizierter Skarabäen. Diese Käfer wurden als Symbol für den Sonnengott verehrt.

          Topmeldungen

          Briefkasten für Autofahrer des Finanzamts V in Frankfurt

          Rechnungshof klagt an : Finanzämter verschenken hunderte Millionen

          Zu kompliziert fürs Finanzamt: Steuerprüfer wissen oft selbst nicht, wie viel Geld sie von Steuersündern eintreiben müssen. Das beklagt der Bundesrechnungshof. Es geht um hohe Summen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.