10.12.2009 · Der Schriftstellerin Herta Müller ist in Stockholm der Literatur-Nobelpreis überreicht worden. Schwedens König Carl Gustav übergab den Preis während einer feierlichen Zeremonie.
Von Felicitas von Lovenberg, StockholmAls Herta Müller nach den Preisträgern in den Disziplinen Physik, Chemie und Medizin als zehnte an diesem Abend den Nobelpreis aus den Händen des schwedischen Königs entgegen nimmt, wissen schon alle, wie es geht. Herta Müller macht alles richtig.
Das Publikum erhebt sich, die Schriftstellerin macht einige Schritte auf Carl Gustav zu. Dieser überreicht die Medaille in einer roten Lederschatulle und dazu eine rote Mappe. Die Kandidatin bedankt sich mit einer kleinen Verbeugung in Richtung der königlichen Familie, zu den Mitgliedern der schwedischen Akademien - die ebenfalls auf der Bühne sitzen -, und zum Publikum.
Keiner der anderen 11 Preisträger erhält einen so langen und begeisterten Applaus wie Herta Müller. Zuvor hatte Anders Olsson, Mitglied der Schwedischen Akademie, Herta Müllers Literatur für ihre Entschlossenheit gewürdigt, die den Leser von der ersten Zeile an in den Bann zöge. Man spüre, hier stünden Dinge wie Leben und Tod auf dem Spiel. Herta Müller verdiene die Auszeichnung für den „künstlerischen Gehalt ihres Widerstands“ gegen provinzielle Unterdrückung und politischen Terror. Ihr Werk sei „ein Kampf der fortgeht und fortgehen muß, eine Form des unwiderruflichen Gegen-Exils“.
Nachdem die königliche Familie abgetreten ist, gibt es dann auf der Bühne des Stockholmer Konzerthauses doch noch ein ziemliches Durcheinander, als sämtliche Mitglieder der diversen schwedischen Akademien, die die Nobelpreisträger bestimmen, jedem einzelnen Laureaten die Hand schütteln. Dann machen sich die knapp 2000 Gäste geschlossen auf den Weg ins Rathaus zum Festbankett.
Felicitas von Lovenberg Jahrgang 1974, verantwortliche Redakteurin für Literatur und Literarisches Leben.
Jüngste Beiträge