05.08.2002 · Der italienische Schriftsteller, Co-Autor von Büchern wie „Der Palio der toten Reiter“, soll Selbstmord verübt haben.
Der italienische Schriftsteller Franco Lucentini - Mitglied des Autorenduos Fruttero und Lucentini - ist in Turin bei einem Sturz im Treppenhaus ums Leben gekommen. Der 81jährige habe sich am Morgen selbst vom Treppengeländer seines Hauses an der Piazza Vittorio Veneto in die Tiefe gestürzt, berichteten italienische Medien.
Lucentini hat in Zusammenarbeit mit dem Autor Carlo Fruttero viele auch in Deutschland erfolgreiche Kriminal- und Gesellschaftsromane geschrieben, darunter „Die Sonntagsfrau“ (1972), „Wie weit ist die Nacht“ (1979) und „Der Palio der toten Reiter“ (1983). Er litt seit längerem an Lungenkrebs.
Italienische Medien versäumen heute nicht, auf die Parallele zum Tod des Schriftstellers Primo Levis hinzuweisen. Der starb am 11. April 1987 ebenfalls durch einen Sturz im Treppenhaus - und ebenfalls in Turin. Was die Medien nicht erwähnen: Die Polizei ging von einem Selbstmord aus. Der amerikanische Wissenschaftler Diego Gambetta kam jedoch unlängst zu dem Schluss, dass Levi wahrscheinlich verunglückt ist.
Gegen den Selbstmord sprach etwa, dass Levi keinen Abschiedsbrief hinterlassen hatte. Ob Lucentini einen Brief hinterließ, ist bisher nicht bekannt. Einstweilen gehen Polizei und Zeitungen davon aus, dass Lucentini Selbstmord verübt hat.