11.02.2005 · Der Schriftsteller Andreas Maier, der sein Potsdamer Literaturstipendium entnervt vom Wirrwarr um seine Unterbringung zurückgegeben hatte, zieht nun doch in die Stadt: Eine private Initiative stellt ihm eine Wohnung.
Potsdam leuchtet wieder. In der Groteske um das Literaturstipendium der Stadt, das der Schriftsteller Andreas Maier nach dem Wirrwarr um seine Unterbringung schließlich entnervt zurückgegeben hatte, haben die Bürger das Heft nun selbst in die Hand genommen, um die peinliche Angelegenheit auszubügeln.
Eine Initiative „k&k - Kultur & Kommerz“ hat dem Autor jetzt eine Drei-Zimmer-Wohnung mitten in der Fußgängerzone zur Verfügung gestellt - über der Parfümerie Douglas und neben dem neuen Karstadt, wie Wolfgang Cornelius, der Vorsitzende der dahinterstehenden „AG-Innenstadt“, im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte: „Da tobt das Leben“, und das sei für einen Literaten ja sicherlich optimal. Auf die Idee sei er gekommen, weil in seinem Haus - weder Schloß noch Platte, sondern ein barocker Typenbau mit „biedermeierlicher Überformung“ - eine Wohnung frei geworden sei.
Die sechstausend Euro für das drei- bis viermonatige Stipendium würden erst einmal vorgeschossen und sollen nun unter Gewerbetreibenden der Stadt aufgebracht werden - ein denkwürdiger Fall eines Kultursponsoring von unten. Maier, dem Cornelius „alle künstlerischen Freiheiten“ zusichert, will heute sein Stipendium offiziell annehmen. Sein nächster Roman soll in Potsdam spielen.