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Literatur : Palästinensischer Dichter Darwisch gestorben

  • Aktualisiert am

Poetische Stimme verstummt: Mahmud Darwisch Bild: dpa

Der Lyriker Mahmud Darwisch, der als größter zeitgenössischer Poet seines Volkes gilt, ist tot. Er starb am Samstagabend nach einer Herz-Operation. Darwisch war ein scharfer Kritiker der israelischen Politik und der palästinensischen Führung.

          Der palästinensische Dichter Mahmud Darwisch, der als größter zeitgenössischer Poet seines Volkes gilt, ist tot. Er starb am Samstagabend nach einer Herz-Operation. Das teilte ein Sprecher des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas mit. Der 67-Jährige war am Mittwoch in einem Krankenhaus der amerikanischen Stadt Houston operiert worden. In der Vergangenheit hatte sich Darwisch bereits zweimal einer Herz-Operation unterzogen.

          Darwisch wurde als einer der herausragendsten Dichter in der arabischen Welt und als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes bezeichnet. Seine 30 Poesiebände sind in 30 Sprachen übersetzt. Darwisch wurde in einem Dorf nahe der nordisraelischen Stadt Akko geboren. In Haifa arbeitete er als Chefredakteur der arabisch-kommunistischen Zeitung „Al-Ittihad“. Im Jahr 1970 verließ er Israel und lebte zuletzt zwischen Amman und Ramallah.

          Darwischs Lebenswerk ist vom politischen Engagement für einen unabhängigen palästinensischen Staat geprägt. Trotzdem setzte er sich für ein friedliches Zusammenleben mit den Israelis ein. Er war ein gleichermaßen scharfer Kritiker der israelischen Politik und der palästinensischen Führung. 1987 wurde der Dichter in den Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO des gestorbenen Palästinenserführers Jassir Arafat gewählt, trat aber 1993 aus Protest gegen die Unterzeichnung der Osloer Friedensabkommen aus der Organisation aus.

          Zusammen mit dem israelischen Psychologie-Professor Dan Bar-On wurde Darwisch 2003 mit dem Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Auf Deutsch sind von ihm mehrere Lyrik-Bände erschienen, darunter „Weniger Rosen“ (2002), „Wo du warst und wo du bist“ (2004) und „Belagerungszustand“ (2006).

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