http://www.faz.net/-gqz-8o968

Literatur-Nobelpreis : Dylan fühlt sich geehrt und lässt andere singen

  • Aktualisiert am

Die Stellvertreterin: Patti Smith bei der Nobelpreisfeier in Stockholm. Bild: AFP

Bob Dylan nimmt den Literatur-Nobelpreis nicht selbst entgegen, lässt aber immerhin eine Rede verlesen. Seine Stellvertreterin bei der Verleihung verhaspelt sich im Song.

          Der Amerikanische Sänger Bob Dylan hätte sich nie träumen lassen, einmal den Literaturnobelpreis zu bekommen. „Wenn mir jemals jemand gesagt hätte, dass ich auch nur die geringste Chance hätte, den Nobelpreis zu gewinnen, hätte ich gedacht, dass die Wahrscheinlichkeit etwa so groß wäre wie die, auf dem Mond zu stehen“, schrieb er in einer Dankesrede, die am Samstagabend bei einer Dinnergala zu Ehren der diesjährigen Nobelpreisträger in Stockholm vorgelesen wurde.

          „Es tut mir leid, dass ich nicht persönlich bei euch sein kann, aber bitte wisst, dass ich auf jeden Fall im Geiste bei euch bin und mich geehrt fühle, so einen prestigeträchtigen Preis zu bekommen“, hieß es in der Rede, die die amerikanische Botschafterin in Stockholm, Azita Raji, stellvertretend vorlas.

          Patti Smith singt für Dylan

          Der 75 Jahre alte Dylan, der mit dem Nobelpreis als erster Songschreiber für seine „poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Gesangstradition“ ausgezeichnet wurde, hatte schon bei der Preisverleihung am Nachmittag gefehlt. Die amerikanische Rocksängerin Patti Smith sang bei der Feier den Dylan-Song „A Hard Rain's A-Gonna Fall“. Vor lauter Aufregung stockte die Sängerin mitten im Lied. „Es tut mir leid, ich bin so nervös“, sagte Smith.

          „Die Schönheit seiner Songs ist von höchstem Rang“, sagte Nobeljuror Horace Engdahl am seiner Laudatio auf Dylan. „Es sollte keine Sensation sein, dass ein Sänger und Songwriter jetzt den Literaturnobelpreis erhält“, sagte er. „In ferner Vergangenheit wurde alle Poesie gesungen.“ Dylan habe der Sprache der Poesie in der unwahrscheinlichsten Form überhaupt – der Schallplatte – „ihren erhabenen Stil zurückgegeben, der seit der Romantik verloren war“.

          Irritationen nach Bekanntgabe

          Nach der Bekanntgabe im Oktober hatte der Rockpoet die Jury geärgert, weil er wochenlang nicht ans Telefon gegangen war. Mitte November hatte er der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, für die Verleihung abgesagt.

          Innerhalb des nächsten halben Jahres muss Dylan aber noch eine „Nobelrede“ halten - das ist Bedingung dafür, dass er den mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 830.000 Euro) dotierten Preis behalten darf.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Freihandelspakt EU-Japan : Käse gegen Autos

          Japan und die EU schließen das größte bilaterale Freihandelsabkommen der Welt. Es soll ein Fanal gegen den Protektionismus Donald Trumps sein. Doch strittige Punkte wurden ausgeklammert.

          Handelsstreit : Auge um Auge, Zoll um Zoll

          Handel hilft allen – doch nicht alle sehen das so. Der aktuelle Streit zwischen Donald Trump, der EU und China bedroht den Wohlstand überall auf der Welt. Hier sind die Fakten.

          Nato und EU zurückhaltend : Und Brüssel schweigt

          Normalerweise dringen zumindest aus dem Nato-Hauptquartier rasch Einschätzungen zur Weltlage und zur Haltung Russlands an die Öffentlichkeit. Doch nach dem Treffen von Trump und Putin ist es ungewöhnlich still in Brüssel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.