02.12.2004 · Keine E-Mails, Decknamen am Telefon und Aktenvernichtung nach den Sitzungen: Damit der Name des Literaturnobelpreisträgers nicht vorab bekannt wird, hat die Schwedische Akademie die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.
Um zu verhindern, daß die Namen der Literatur- Nobelpreisträger vorab bekannt werden, hat die Schwedische Akademie ihre Sicherheitsregeln verschärft.
Beispielsweise habe er jegliche E- Mail-Korrespondenz über den Nobelpreis verboten, sagte der Ständige Sekretär Horace Engdahl am Donnerstag in einem Interview mit dem schwedischen Fachblatt „Aktuell Säkerhet“. Bei Telefonaten seien die Akademie-Mitglieder gehalten, Decknamen für „heiße“ Kandidaten zu verwenden. Zudem habe er den Kreis von Menschen mit Zugang zu den Juroren verkleinert. Schriftliche Unterlagen über mögliche Preisträger würden nach den Beratungen eingesammelt und vernichtet.
„Undichte Stellen abdichten“
„Dank dieser und anderer Maßnahmen scheint es uns gelungen zu sein, alle undichten Stellen abzudichten“, sagte Engdahl. „Es gibt zum Beispiel keine Hinweise darauf, daß irgendein Außenstehender vorab von unserer Entscheidung für Elfriede Jelinek wußte.“ Die österreichische Schriftstellerin erhält den diesjährigen Literatur-Nobelpreis, hat jedoch bereits angekündigt, nicht zu der Verleihung am 10. Dezember nach Stockholm zu reisen.
Früher seien die Namen von Preisträgern gelegentlich vor der Bekanntgabe der Jury-Entscheidung durchgesickert, räumte Engdahl ein. „Mir ist aber wichtig, die Spannung und Überraschung aufrecht zu erhalten, denn die sind schließlich der Grund für das große öffentliche Interesse.“