26.06.2005 · In seinem Text „Am Seil“ erzählt Thomas Lang sachlich nüchtern von einer Vater- Sohn-Beziehung. Der Münchner Autor setzte sich in Klagenfurt gegen 16 Mitbewerber aus vier Ländern durch.
Der Münchner Autor Thomas Lang hat am Sonntag den Ingeborg-Bachmann-Preis 2005 gewonnen. Der Schriftsteller, der 1967 in Nümbrecht geboren wurde und in München lebt, ging nach einer Stichwahl als Sieger aus dem dreitägigen Lesewettbewerb im Klagenfurter ORF-Theater hervor.
In dem Text „Am Seil“ erzählt Lang in sachlich nüchterner Sprache von einer Vater- Sohn-Beziehung, deren Ende zwischen Sterbehilfe und Selbstmord offen bleibt. Lang setzte sich bei den 29. Tagen der deutschsprachigen Literatur gegen 16 Mitbewerber aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich durch. Bei dem Wettbewerb stellen Autoren, die bereits Veröffentlichungen vorweisen können, auf Einladung eines der neun Juroren unbekannte Texte vor.
Den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Jury erhält die 1974 geborene Julia Schoch aus Potsdam für die Geschichte „Der Ritt durch den Feind“ über eine orientierungslose Biografin auf einer Kulturreise. Der von den vier öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gestiftete 3sat-Preis in Höhe von 7.500 Euro geht nach einer Stichwahl an Anne Weber, die in Straßburg lebt, für ihren Romanauszug, der in einem Großraumbüro angesiedelt ist.
Nach zwei Stichwahlen wurde Natalie Balkow aus Mönchengladbach als Trägerin des von 16 Verlagen getragenen Ernst-Willner-Preises ermittelt, der mit 7.000 Euro dotiert ist. Das Publikum entschied sich via Internet-Votum für den bosnischstämmigen Sasa Stanisic, der den Kelag-Publikumspreis im Wert von 5.000 Euro erhält.
Der Bachmann-Preis wurde 1977 in Gedenken an die in der Kärntner Hauptstadt geborene Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973) ins Leben gerufen. Der mit 22.500 Euro dotierte Hauptpreis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Insgesamt werden fünf Preise im Wert von 52.000 Euro vergeben.