11.09.2012 · In der Krise müssten linke Ideen und Argumente den Diskurs bestimmen. Doch nach wie vor dominieren jene Begriffe und Ideologien, die uns ins Verderben geführt haben. Das liegt am strukturellen Ungleichgewicht der Öffentlichkeit. Doch auch das lässt sich ändern.
Von Oskar LafontaineRichtlinien für Lesermeinungen
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Warum die Linke oft recht hat, es aber nur selten bekommt
Wir alle kennen Albert Einsteins formel: E = m mal c-hoch-2, was in der
Bourgeois-Presse zwar anders geschrieben wird, im Kontext zu Lafontaine,
der im vorliegenden Artikel mehr Wirksamkeit linker Ideen und Ansichten
mit griffigeren Begriffen fordert, aber mehr bewirken kann.
Setzen wir in Einsteins formel m =
Geldmasse+Ständemasse+Bildungsmasse, so haben wir bei jeweiligem
Vorkommen jeweiliger Masse in jeweiliger Gesellschaft eine jeweilige
Wirksamkeit jedes einzelnen Individuums in seiner Gesellschaft, woraus
sich ableiten läßt, dass es in einer Demokratie ohne
Gleichheit auch keine Freiheit gibt.
Für das Wort Freiheit gibt es keinen besseren Begriff als Freiheit,
auch wenn der Bourgeois dieses Wort so leicht von den Lippen geht wie es
leider leicht wirkt, wenn nicht Freiheit mit Gleichheit neu begriffen wird:
gleiches m = gleiche gesellschaftliche Wirkmöglichkeit als
unabänderliches Grundrecht für jeden Einzelnen in einer wahren Demokratie:
Freiheit in Gleichheit!
ortwin mohnkern
... und das Zitat von Perikles stammt nicht von Perikles, sondern findet sich bei Thukydides (Leichenrede 2,37), der Perikles eben nicht zitiert, sondern ihm im Sinne seiner Darstellung Worte in den Mund legt, die er so oder ähnlich gemäß seinem Charakter hätte sagen können (vgl. Methodenkapitel).
Das Rousseau zugeschriebene Zitat stammt von dem Dominikanerpater
Henri-Dominique Lacordaire. Es findet sich in einer Rede aus dem Jahr
1845, abgedruckt in: ders., Conférences de Notre-Dame de Paris,
T. III, Paris 1872, S. 494. Im originalen Wortlaut: "qu’entre
le fort et le faible, entre le riche et le pauvre, entre le maître
et le serviteur, c’est la liberté qui opprime, et la loi
qui affranchit". An keiner Stelle in Rousseaus überliefertem
Werk ist dagegen eine Stelle zu finden, die dem Zitat aus dem Artikel
auch nur sinngemäß entspricht.
Wenngleich das in dem Auspruch geäußerte Urteil durchaus zu
unterschreiben ist, sollte es an so prominenter Stelle mit der richtigen
Quelle zitiert werden. Leicht könnte man sonst auf weitere
Oberflächlichkeiten in der Analyse schließen ...
Honecker hätte es nicht besser gesagt
Lafontaine möchte alle den Mund verbieten, die seine Begriffe nicht verwenden und Sprachkommissare einsetzen.
Mir hat der Artikel wider erwarten sehr gut gefallen, jedoch kann ich
mir einen Kommentar zum letzten Abschnitt nicht verkneifen.
Denn in Griechenland haben nicht nur die Linken von der katastrophalen
Lage des Landes profitiert. Auch eine gewisse Partei mit einem
unangenehm vertrauten schwarz weiß rotem Abzeichen ist wieder da...
Wer hat das machtstürzende Durchsetzungspotenzial der globalen Systemkrise erkannt?
Um das machtstürzende Durchsetzungspotenzial der globalen
Systemkrise freizusetzen ist eine revolutionäre Gruppe nötig.
Diese entsteht durch die Erkenntnis des Exodusansatzes aus dem Ancien
régime und der Inhalte evolutionsprozess-logischen
Übergangsprojekts in die nächste Fortschrittsordnung (=
Evolutionsprojekt-/Epochenwechsel-Wissen). Erst mit diesem
Evolutionsprojekt-Wissen kommt es zur vorrevolutionären Lage u n d
erst dann wird es für das Ancien régime eng. In der
Formulierung von Herrn L. "Bekanntlich entsteht eine
revolutionäre Situation dann, wenn die da unten nicht mehr wollen
und die da oben nicht mehr können. " wird die 3. Bedingung der
dominomächtigen Revolution völlig: die
evolutionsprojekt-informierte Gruppe.
Er ist wohl auch nicht an dieser interessiert, denn diese
evolutionsprozess-informierten Akteure wären das Ende der LINKEN.
Letztere gehören in bizarrer Weise gerade zum Ancien régime
der Kapitalstock- und Staatsverschuldungs-Maximierer.
Organisations-/Machtinteresse und Verrat statt subjektive 'Denkverbiegungen'
Die Vorstände der Links-Institutionen - Gewerkschaften, SPD,
Grüne, LINKE, usf. - haben eine Priorität, der sie alles
andere unterordnen: Organisations- und Machterhalt als Teil des
jeweiligen Macht-Nr.1-Systems/Ancien régime. Das liegt doch
für jeden Einstiegsdenker auf der Hand.
Vergessen Sie Ihr moralisch-subjektives Denkmodell. Die
Genialität-im-Evolutionsprozess zielt in der Systemkrise immer auf
den selbstläuferischen Sturz des Ancien régime - und hat
alle Sturzpotenziale heute beim Bruttoarbeitskosten-Verrat der
IGMetall-Vorstände an den Arbeitnehmern angehäuft.
Neoliberale Denkverbiegungen
@Rüdiger Kalupner
Wenn Sie mit Ihrem Beispiel auf das "Kapitalistische
Negativ-Ergebnis des jahrtausende alten Menschheitstraumes von der
Befreiung von Arbeit durch die Maschine" anspielen, der entstand,
"weil der Kapitalismus Einkommen und Sozialsysteme nicht an die
stetig steigende maschinelle Wertschöpfung gekoppelt hat, sondern
ausgerechnet an die ständig zurückgehende Menschenarbeit"
(Günther Moewes), bin ich ganz bei Ihnen.
Dies allerdings nur den Linken, Gewerkschaften etc. anzulasten ist zu
ungenau. Die unsere Gegenwart beherrschende neoliberale Denkverbiegung
(s. Rolf Stürner) ist von all denen zu verantworten, die ihre
Verstandesentwicklung trotz vorhandener Potenz nicht bis zur klaren
inneren Wahrnehmung des Moralischen Gesetzes (aus Mangel der
Entschließung und des Mutes?) voran trieben - das Problem der
heute sich zu den Eliten Zählenden.
hohe, steigende Bruttoarbeitskosten erzwingen steigenden, rentablen Kapitalstock/Investitionen
Das Interesse der sog. Kapitalisten, konkret als Kapitalstock-/
Verschuldungs-Maximierer/Ancien régime zu erkennnen, richtete
interessenlogisch alle wirtschaftlich-gesellschaftlichen Steuerungshebel
und -Institutionen auf die Maximierung der Nachfrage nach
Hightech-Investitions- und Kredit-Angeboten aus.
Der Nr.1-Hebel zur Kapitalstock-Nachfragesteigerung war und ist die
Faktorkostenschere, d.h. steigende Bruttoarbeitskosten und
nicht-steigende/subventionierte Energie- und Kapitalstock-Kosten. Sie
zwingt alle Unternehmen, alle Teile der Wirtschaft und den Lebensstil
zum Ersatz von Arbeitsstunden durch Energie- und Sachkapitaleinsatz.
Der IGM-Vorstand sorgte mit seiner gewerkschaftsinternen
Führungsrolle dafür, die 'Rationalisierungspeitsche' via Lohn-
und Lohnnebenkosten-Steigerung zu schwingen. Er hätte z.B. auch
fordern können, den Arbeitgeberanteil an den
Sozialvers.-Beiträgen mittels Maschinen-/Sachkapital-Abgabe - rd.
200 Mrd. € p.a. - zu finanzieren. Das tat er aber nie.
@Rüdiger Kalupner
Können Sie den letzten Absatz bitte etwas anschaulich-konkret begründen?
Welcher Arbeitnehmer, so er immerhin über das nötige Fachwissen verfügt, ist denn bereit sein Privatvermögen einzusetzen und einen Kredit aufzunehmen, um seine "Geschäftsidee" umzusetzen? Richtig, es ist der zukünftige Unternehmer. Alle anderen ziehen eine abhängige Beschäftigung vor. Man braucht dabei nicht unbedingt ein Hochschulstudium, um erfolgreich zu sein. Die Linke sieht dagegen immer nur die "abhängig" beschäftigten und versucht deren soziale Hängematte immer höher aufzuhängen - auf Kosten derer, die die Jobs anbieten könnten.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 09:20 UhrDas Faszinosum neoliberaler Weltanschauung
Klingt merkwürdig übersichtlich: der Kreative und
Fleißige hier, der Unentschlossene und bequem Fordernde da.
Weiterführend könnte da die zu googelnde Rede von Prof. Rolf
Stürner (Marktwirtschaft - Verlust des gesellschaftlichen
Gleichgewichts?) sein, die er 2008 auf dem Buchmesse-Empfang in
Frankfurt hielt.
Hier fehlt mir doch ein wenig Selbstkritik
"Linke wirkt wie aus der Zeit gefallen" - dem möchte ich widersprechen. Das Hauen und Stechen, der Verdrängungswettbwerb in der "linken Bewegung" spiegelt nämlich ebenfalls den "Geist der Zeiten" bestens wieder. Ich spreche hier nicht von kolportierenden Geschichtchen der bürgerlichen Presse, sondern eigene Erfahrungen. Reinstes Besitzdenken, von DerLinke bis hin zu "Anonymous", wo mir einmal bedeutet wurde, der Begriff Anonymous gehöre in Köln bereits jemanden, einem Häuflein Jugendlicher, die eine Facebookgruppe betreiben. Ich möchte nicht so weit gehen, zu behaupten, dass der Platz der Opposition von Leuten besetzt ist, die eine echte Opposition verhindern. Aber ohne sich an die eigene Nase zu fassen ist der Diskurs von Lafontaine doch reichlich banal.
Fehlende Bildung oder einfach nur Fehlbildung?
Es ist immer wieder erstaunlich, was die Leute alles als Sozialismus
bezeichnen und wie sehr sie nach Plaketten gehen. Auf eine Tüte
Hundekot Schokolade geklebt und schon ist das Schokolade - und wird
wahrscheinlich auch gegessen.
Ebenso erstaunlich, wie leicht sich viele manipulieren lassen.
Inzwischen wird ALLES, egal wie gegenteilig es zum Sozialismus steht
...sozialismus genannt. Nur zwei Worte kombiniert ergeben ein neues
Wort, mit eigenem Sinn. Bankensozialismus, Schuldensozialismus usw. das
sind alles stinknormale Mechaniken des Kapitalismus, die dort ablaufen,
der die Masse verarmt, um die steigenden "Ansprüche" der
Kapitalelite zu bedienen.
Sozialismus, das bedeutet, dass die societas, also die Gemeinschaft, die
Gesellschaft, das Volk, über die allgemeinen Produktionsgüter
bestimmt. Es darf nun jeder gerne erläutenr,w o das in der DDR der
Fall gewesen ist. Die Verantwortlichen der SED haben sich nebenbei
verzogen und sind nicht in der PDS geblieben, logisch.
Sollte doch ein aufgeklärtes Zeitalter möglich werden?
"Das Faszinosum, weltweit der Verführung durch die Erotik des
Geldes und eines simplen Profitmaximierungskonzepts ohne die Kontrolle
des gesunden Menschnverstandes zu erliegen, erklärt sich aber nur
teilweise aus einer wirtschaftswissenschaftlich verursachten
Fehlsteuerung des öffentlichen Bewusstseins. Die Gesellschaft
westlicher Zivilisation war für diese Verführung offen, hat
sie förmlich herbeigesehnt." (Prof. Rolf Stürner)
Ideologischer (hier neoliberaler) Verblendung ist nur in kritischem,
vernunftgeübtem, der Aufklärung verpflichtetem Diskurs
beizukommen. Zu diesem Zweck, wie hier geschehen, auch linke Ideen und
Argumente einzubeziehen, gibt der FAZ Gewicht und Ansehen.
Entscheidend bleibt jenseits aller -ismen, wie uns eine
Vernunftentwicklung gelingt, die in weltbürgerlicher Verantwortung
ein vom Moralischen Gesetz bestimmtes Urteilen und Handeln
ermöglicht. Das ist nun mal die Nagelprobe für alle Weltanschauungen.
Physikmodell versus biologisches Modell
@ Rüdiger Kalupner
Stimme weitgehend zu, warne jedoch vor einem -Physikmodell.
Verstandestätigkeit und Verstandesentwicklung lassen sich nun mal
nur evolutionsbiologisch einigermaßen treffend beschreiben (zur
Zeit zugegeben noch nicht in allem vollkommen - "reden Nervenzellen
miteinander??"). Situativ entwicklungsbedingte Einschränkungen
beispielsweise bedürfen spezieller, störungszugeschnittener
Vorgehensweisen (z.B. Psychotherapie). Das weist auf die
überragende Bedeutung einer förderlichen Kultur und
zeitgemäß sorgfältig organisierter
Bildungsgegebenheiten. Und gerade hier sehe ich schwarz. Derzeit bietet
sich mir das neue Äon nur als drohend vorzivilisatorische
Horrorvorstellung an.
'aufgeklärtes Zeitalter' erfordert wahre, politikprojektfähiges Evolutionsprozess-Theorie
Alles Große ist genial einfach. Das gilt auch für Ihre Ziel-
und Bedingungsansprache: "Entscheidend bleibt jenseits aller
-ismen, wie uns eine Vernunftentwicklung gelingt, die in
weltbürgerlicher Verantwortung ein vom Moralischen Gesetz
bestimmtes Urteilen und Handeln ermöglicht."
Einfach wird es, wenn wir die abendländische Philosophie in einer
wahren, politik- und alltagsprojekt-fähigen
Evolutionsprozess-Theorie/-Physikmodell vollenden, die in einer
Basisversion 'Steuerungssystemtheorie des Evolutionsprozesses' schon
vorliegt - und nach meinem Urteil von Angela Merkel u.a. Politikern
schon angewendet wird.
Die Nagelprobe aller Erkenntnisversuche ist immer der Praxistest, d.h.
der Durchsetzungstest des
Vernünftigen/Nachhaltigen/Friedenstiftenden/Höchstwünschbaren
und -Effizienten/Kreativen in der Welt der Erscheinungen und der
Erkenntnisse gegenüber den hinterhältigen,
niederträchtigen Gewalt- und Konfliktausbeuter-Optionen.
Die EURO-Krise wird den Sprung ins neue Äon vorbereiten.
Ach Lafo, du kapierst es nicht. Der Charme linker Theorien besteht in
der "süffigen" Analyse der Wirklichkeit mit schönen
Begriffen und scheinbar zwingender Logik. Z.B. der Materialismus, der
die zutreffende Erkenntnis der Wirklichkeit für sich in Anspruch nimmt.
Der Fehlschluss ist nun die Annahme, dass aus der "tollen"
Analyse nun eben so "tolle" Rezepte zur
Problembewältigung (bis hin zur Schaffung eines Arbeiterparadieses
auf Erden) folgen.
Das Problem ist nur, dass die "real existierenden" Menschen
nicht zur Utopie passen. Die wollen keine Ergebnisgleichheit, sondern
Exzellenz, Wettbewerb und Individualität im Wortsinne. Gegen 2
Millionen Jahre Evolution hat ein schönes Konstrukt keine Chance.
Darum konnte noch kein sozialistisches System marktwirtschaftliche
Bestrebungen erfolgreich unterdrücken.
Und Lafo tickt genau so. Er sucht Exzellenz eben auf dem Gebiet der
Demagogie, weil er es ohne Applaus und Weihrauch nicht aushält. Die
Sache selbst ist ihm dabei zweitrangig.
"Exzellenz, Wettbewerb und Individualität"
sind tolle und wichtige Dinge. Die Menschen interessieren sich aber in
erster Linie für die eigene Situation. Solange die erträglich
ist, halten SIe still. Exzellent können eben nur wenige sein.
Nur mit Arroganz kommen Sie gegen Lafo nicht an. Sie liefern aber einen
weiteren wichtigen Aspekt, weshalb die Linke scheitert, der in dem
Artikel fehlt: Zumindest in Deutschland ist sie bei der Mehrheit mit dem
Hinweis auf die DDR ganz leicht auszugrenzen.
die "real existierenden" Menschen
von denen Sie reden sind das wirklich alle Menschen? Oder ist es nur ein besonders agressiver Typus Mensch mit diversen "menschlichen" Defiziten, u.a. Geltungssucht, ausgeprägtem Egoismus, Mangel an Empathie und Sensibilität, der obwohl klar in der Minderheit, sich dummerweise seit Jahrhunderten durchsetzt. Sind es beispielsweise nicht vorrangig "männliche" Eigenschaften, die die Grundlage für Erfolg in unserer aktuellen Gesellschaft bilden (leider noch, vielleicht liegt hier ja Stückchen bessere Zukunft) . Ihre Argumentation zeugt von einer, resignativen, fatalistischen Grundhaltung, die meist gleichzeitig als Entschuldigung herhalten muss. Dafür, dass man es (sein Leben) sich seinen Möglichkeiten entsprechend bequem aber meist auch recht langweilig, einrichtet und vorallem dass man keine Verantwortung übernehmen muss ( " der Mensch ist halt so, da kann man nichts machen"). Ein solches Leben (langweilig, bequem, angespasst) kann man Lafo zumindest nicht vorwerfen.
Nur noch eine ergaenzende Tatsache.
Ein System, das sich bewaehrt hat, wechselt man nicht. Die soziale
Marktwirtschaft wie sie in Deutschland noch praktiziert wird, ist
zweifellos das beste System, was es bis dato gab.
Sozialismus dagegen, dass seit 1917 in vielen Staaten der Erde
praktiziert wurde und in manchen Staaten immer noch praktiziert wird,
hat sich als ein sehr faules untaugliches System erwiesen.
Solange die Linken uns keine realistischen Alternativen zum bestehenden
System anbieten werden, werden wir sie weiter belaecheln.
Persoenlich glaube ich weder an den Gruenen noch an der SPD geschweige
denn an den Linken. Denn diese Parteien haben sich, sobald sie regiert
haben oder gar nur in den Bundestag eingezogen waren, schlagartig von
dem entfernt, was sie uns gepraedigt haben.
Es sind eben Parteien die Wasser praedigen aber selber Wein saufen.
Solidarität ist kein Patent der Linken
Solidarität wird von den Menschen in D als hohes Gut begriffen wie
erst kürzlich eine Umfrage zeigte.
Es ist aber auch die Linke, die den natürlichen Zusammenhalt der
Menschen zerstört. Der Zusammenhalt des Volkes, ein nationaler
Zusammenhalt, ist den Linken nicht genug, er ist gar des Teufels. Ihre
Ideologie verlangt den internationalen Zusammenhalt und so wird alles
andere bekämpft. Nicht Schritt für Schritt. Nein, alles auf einmal!
Dieses Wochenende in meiner Stadt: Demo gegen jede Form der Abschiebung
und unbeschränkter Zuzug nach Deutschland. Absurd und
verantwortungslos, aber praktische Politik der Linken. Die Linke spielt
va banque: Alles oder nichts. Und so stehen sie denn auch vor dem
Nichts. Sie selbst verhöhnen nämlich in der Praxis ihre
eigenen Ideen.
Und wo kein einiges Volk Widerstand leisten kann, da haben die
Mächtigen leichtes Spiel. Auch dank der Politik der Linken, die
nicht weniger stupide ist als jene der anderen Figuren in Berlin.
Diffamierung ist kein Argument
Eine Nation ist eine gewachsene Volksgemeinschaft und als solche eine
Solidargemeinschaft. Wer die im nationalen Rahmen nicht verwirklichen
kann, der wird erst recht keine internationale Solidarität
zustandebringen.
Ihre Argumentation erschöpft sich darin, mir Biologismus zu
unterstellen. Ich darf darauf verweisen, dass ich einer der wenigen hier
bin, die gegen die Islamhetze schreiben. Aber diffamieren Sie nur
weiter, wenn Sie keine Argumente zur Verfügung haben.
Dazu passt auch, dass Sie die Mordversuche von Rostock Lichtenhagen und
Abschiebung gleichsetzen. Absurd. Im Übrigen werden gerade nicht
politisch Verfolgte in Deutschland abgeschoben, nicht, wie Sie
unterstellen: politisch, etc. Verfolgte.
Da verwechseln die wohl Nationalismus mit Solidarität!
Bei diesem "natürliche Zusammenhalt" von dem Sie
sprechen, komme ich nicht umhin, an eine nationalistische
Volksgemeinschaft zu denken, zu der nur der "biologisch"
Deutsche, Zugang erfährt.
Solidarität bedeutet eben nicht Volkseinheit und Nächstenliebe
mit den anderen weißen Deutschen dieses Landes -
Solidarität heißt über ethnische, religiöse,
biologische, sexuelle Grenzen hinweg sich zu vergemeinschaften für
eine bessere Idee als die Nation unter dem Kapitalismus.
Ich möchte an dieser Stelle an Rostock Lichtenhagen erinnern, wenn
Sie der Meinung sind, Abschiebung für politisch, sexuell,
religiös oder ethnisch Verfolgte u.a. wäre in irgendeiner Form
zu akzeptieren.
Was die Linken einfach nicht begreifen:
Die Staaten verdanken ihren Reichtum den großen Unternehmer- und
Erfinderpersönlichkeiten. Noch heute profitiert Deutschland von dem
Erfindergeist, der Risikobereitschaft und Leidenschaft von Menschen wie
Gottfried Daimler, Werner von Siemens oder Carl Benz.
Der für linke Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie zentrale
Begriff des Mehrwerts, um den der Unternehmer seine Arbeiter
betrügt, verkennt das Wesentliche:
1. Entweder gäbe es ohne den Unternehmer die Produktionsmittel gar nicht.
2. Oder ein Arbeiter wüsste gar nicht, wozu er sie einsetzen
könnte (es bedarf nämlich einer Geschäftsidee).
Aus diesem Grund verkennt auch die Aussage, die Lafontaine als die
zentrale Wahrheit begreift ("Eigentum entsteht durch eigenes Tun,
durch eigene Arbeit und nicht dadurch, dass man andere für sich
arbeiten lässt."), auf welche Weise die Güter erst
entstehen, die als Eigentum verteilt werden können.
Lafontaines Rhetorik ist zuallererst eine etymologische: Ich vermag -
Vermögen - wer Vermögen hat, vermag. Es sind diese kleinen
Umkehrungen, die zunächst beeindrucken, weil sie ungewöhnlich
sind. Nachfragestärkung. Kleine, in sich schlüssige Konzepte.
Dann noch geschichtliche Abfolgen, die man so oder so sehen kann.
Insgesamt ein Überrumpler.
Wer dem nicht erliegt, ist gegen ihn immun. Deshalb diese Polarisierungen.
Der Essay enthält diese Elemente. Mich überzeugt er nicht. Das
Problem der Linken ist die Brille, die sie aufhaben, nicht die Welt, die
sie umgibt. Es müsste auch Herrn L. auffallen, mit welchen Leichen
er sich ins Bett legt, tut es aber nicht, die riecht er nicht. Ich
glaube daher auch nicht, dass er einen Riesling und einen
Müller-Thurgau unterscheiden kann und die vielen Photos mit den
Weingläsern sollen diesen Umstand nur kaschieren.
Seine Energie und Frustrationstolerenz ist aber Vorbild.
Vermögen
Sehr treffend Ihre Anmerkungen, insbesondere Ihre Feststellung der
Überrumpelung.Wie immer geht es Herrn Lafontaine um plumpe
Demagogie und des Mißbrauchs von Zeitzeugen und das Zitieren deren
Weisheiten.Was er bei dem Wortspiel Vermögen - vermögen -
vermag nicht sieht, ist dass jeder, der über Geld verfügt,
etwas vermag - darin liegt unsere Chance aber auch unsere Verantwortung,
um dem schädlichen Finanzkapitalismus die Nahrung ( die auch von
den privatzen Anlegern kommt )zu entziehen. Damit geben wir uns Raum,
den verbleibenden Unternehmer-Kapitalismus zu einem ökonomischen,
sozialen und ökologischen Einklang weiter zu entwickeln: Zu einer
neuen Finanz- und Vermögenskultur- mehr vermögen wollen.
Viele Grüße
Michael Anton
Das mit der Leichenmetapher hätten Sie sich besser gespart
Die Leiche wenigstens im Keller versteckt. Sonst haben Sie recht. Ob Lafo Riesling von Müller-Thurgau unterscheiden kann, könnte ein Test beweisen. Können Sie es? Die Herren Helden Helmut Schmidt und Peer Steinbrück kennen dagegen offensichtlich nicht den Unterschied zwischen Mühle, Dame und Schach.
Seit 30 Jahren wähle ich CDU (ab und an war es auch die FDP), aber wie ich es drehe und wende,
haben diejenigen, denen die Freiheiten der Märkte eingeräumt
wurden und die diese Freiheiten in Anspruch nahmen, kläglich
versagt. Mir fällt dazu nichts mehr ein, als vielleicht die
theoretisch weiterhin richtigen Argumente, die in der Praxis aber
kontinuierlich ad absurdum geführt werden und nun obsolet sind.
Was für ein gewaltiger Mißbrauch von Freiheiten und was
für eine ungeheure Verantwortungslosigkeit.
Das kann und wird nicht gut enden.
Keine Lösungen, keine Moral, nur Frust
Ich kann nicht verstehen, was an diesem Text "lesenswert" sein
soll. Es geht hier schließlich nicht um einen
Entertainment-Channel auf Sky, sondern um die Wort- und
Werteäußerung eines Menschen, der in der politischen
Landschaft einiges Gewicht hat.
Wenn so ein bedeutender Mensch wieder und nimmersatt die pauschale
Formel vom bösen Unternehmer und vom notleidenden Arbeitnehmer
predigt, dann muss man sich ob seiner sozio-strukturellen
Analysefähigkeiten und deren Folgen einige Sorgen machen.
Differenzierung gibt es im Artikel kaum, alles entweder schwarz oder
weiß, gut oder böse. Dass gesellschaftlicher Wohlstand
wesentlich mit Menschen zu hat, die sich aufmachen, etwas zu
unternehmen, etwas zu gestalten und zu schaffen, dafür hat Herr L.
keinen Sinn. Beim kleinsten Miniunternehmer scheint es sich um eine
bösartige Person zu handeln.
Viel schlimmer ist noch das bewusste innere Inkaufnehmen der vielen
Toten, die mit jener supersehnlich herbei gewünschten Revolution
einher gingen.
Danke an die FAZ Redaktion dafür - Oskar Lafontaine zu Wort kommen
zu lassen. Jetzt noch eine Erwiderung vom Altmeister H. Schmidt und eine
aus der Feder von Angela Merkel! Ein lesenswerter Text, wie auch die
Kommentare dazu, unterhaltsam und Aufmerksamkeit bindend. Die FAZ - ein
Leitmedium, wunderbar!
Den Kommentar von @emilsm will ich hervorheben! Wie recht er doch hat,
bezogen auf die ungestümen Hasstiraden gegen die Person O.
Lafontaine - wenige dt. Politiker subsumieren so viel Antipathie - mir
fällt da nur noch F.J.Strauss ein. Lafontain ist kein
Rattenfänger, er polarisiert und profoziert die Gegenrede und das
ist gut so. Der oft so hochgelobte TV-Kanzler H.Schmidt, macht einen
dagegen mundtot mit seinen weisen Vorträgen über seine Okzident-Orient-Analysen.
Ich kann Lafontain besser ertragen, wenn ich ihn lese, so ging es mir
auch schon mit H.Böll, zuhören kann ich beiden nur schwer - es
tut weh, ihren Worten zu folgen.
Wahrheit ist unbequem, direkt und schonungslos!
Die Analyse Lafontaines liest man nicht zuletzt dank der zahlreichen
gutgewählten und treffenden Zitate nicht ohne Vergnügen. Doch
je näher er sich an die aktuelle Krise heranpirscht, desto
deutlicher wird die Einäugigkeit des Analytikers Lafontaine. Mit
dem rechten Auge sieht er scharf wie ein Adler, auf dem linken dagegen
ist er blind wie ein Grottenolm. Staatsschuldenkrise,
Leistungsbilanzungleichgewichte, staatliche Mißwirtschaft –
was man nicht sieht, das gibt es nicht, lautet die Devise. Im
übrigen ist ja die jetzige EU-Politik mit dem früheren
UDSSR-Staatssozialismus viel stärker verwandt, als L. es wahrhaben
möchte. Die kalte Abschaffung der Marktwirtschaft zugunsten einer
staatsinterventionistischen Günstlingswirtschaft heißt die
gegenwärtige Handlungsmaxime aller Euro-Länder. Dagegen aber
kann die Linke nicht glaubwürdig in Stellung gebracht werden, und
das ist letztlich auch der Grund dafür, daß sie von der Krise
nicht profitiert.
Was bitte soll Staatssozialismus sein?
Was Sie meinen ist Staatskapitalismus, denn die UdSSR war weder
sozialistisch (hat sie selbst nie behauptet), noch kommunistisch (so hat
sie sich nur genannt), da ein Kommunismus faktisch unmöglich eine
Diktatur sein kann, die nun Mal das Maximum an Klassenunterschied hat,
nämlich rechtloses Volk und quasi allmächtige/r Führer/Partei.
Das ist ein simpler Fakt, den man akzeptieren sollte, sofern man sich
nicht selbst als ideologisch verblendet hinstellen will.
Natürlich waren UNSERE Kapitalisten darauf erpicht, den Trick der
anderen Kapitalisten für ihre eigenen Zwecke zu benutzen.
Die FÜhrung der UdSSR nutzte die simple Lüge, den Leute Garden
Eden zu versprechen und sie dann doch in die Hölle zu führen.
Unserer Führung macht es etwas anders und versprach den Leuten
gleich die Hölle, log aber schlichtweg über das, was eine dort
erwartet (praktisch: wir konnten erstmal andere Völker verheizen).
Und wer darauf kam, der hatte ja den bösen "Garten Eden"
vor Augen, aus dem Osten...
Warum soll es künftig kein staatliches Versagen mehr geben ?
Das sollte Herr Lafontaine erklären.
Die Finanzkrise beruht fast zur Gänze auf staatlichem Versagen
bzgl. Finanzmarktaufsicht und
fehlender Durchsetzung der Regeln einerseits und schuldenfinanzierten
Wohltaten andererseits.
Selbst in den Bereichen, in denen die Linke Recht hat, bedeuted das noch
lange nicht, dass sie es besser macht.
man bedenke den Unterschied in den Konsequenzen !
die hat der private Bürger allein zu tragen, bis hin zu Freiheitsstrafen.
Die Verantwortung des Staates bleibt immer für ihn und damit seinen
Angestellten konsequenzenlos! Die Konsequenzen haben die Bürger in
ihrer Gesamtheit zu tragen.
Entscheiden Sie selbst was Ursache und Symptom ist , wenn vor Ihrem Haus
die Polizei
steht und dabei zuschaut wie es durch eine Bande ausgeraubt wird.
Es gibt eigentlich kein staatliches Versagen - der Staat ist nur ein Konstrukt
dass von seinen Subjekten mit Leben gefüllt wird.
Es ist eigentlich alles menschliches Versagen - und da die Menschen sich
nicht ändern und alle gleich gierig, dumm, nachlässig,
verantwortungs- und gedankenlos und ichbezogen sind, machen es die
Linken nicht besser als die rechten.