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19. Jahrhundert bei Ketterer : Schöner Römer

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Die Auktion zur Kunst des 19. Jahrhunderts bei Ketterer in München wartet mit Gemälden aus dem Dunstkreis Napoleons auf. Neben vielen Porträts und Landschaften kommt zudem ein Akt zum Aufruf.

          Napoleon hatte mal wieder ganze Arbeit geleistet: Smolensk brennt, und auch diese Schlacht sieht Gefallene und Verwundete in großer Zahl. Aber der Sieg ist auf Seiten des Kaisers, der mit grimmig entschlossener Miene das lodernde Panorama auf einem Schimmel abreitet. Albrecht Adam war 1812 auch in Smolensk. Als Hofmaler im Gefolge von Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais sieht er die Greuel mit eigenen Augen. Dem 1836 signierten Gemälde gelten mit 100.000 bis 120.000 Euro die höchsten Erwartungen der Ketterer-Auktion zur Kunst des 19.Jahrhunderts in München am 18. Mai.

          Zum napoleonischen Dunstkreis gehört auch Auguste Amalia Prinzessin von Bayern, Herzogin von Leuchtenberg, die Gemahlin Eugène de Beauharnais’, die Joseph Stieler mehrfach porträtierte: Das jetzt angebotene Bildnis zeigt sie in blauem Samt und Hermelin, mit reichlich Perlschmuck und einer goldenen orientalisch wirkenden Haube (Taxe 15.000/20.000 Euro).

          Während Stieler Gesicht und Haube malte, stammt das Übrige laut Gutachten von einem Mitarbeiter, vielleicht seinem Neffen Friedrich Dürck. Der schuf 1835 auch das Bildnis der jungen Nürnbergerin Caroline Krafft, geborene Platner, im schulterfreien weißen Seidenkleid vor dunkelgrünem Fond (10.000/ 15.000). Von Anselm Feuerbach stammt der hübsche Studienkopf eines schwarzgelockten Italieners, entstanden in Rom um 1857/58 (10000/ 15000), und Wilhelm Trübner malt sich selbst, 25 Jahre alt, mit prüfendem Blick und in zügigem Duktus (3000/ 4000).

          Zweimal verbaute Franz von Stuck sein Relief eines Flöte blasenden Fauns in Vestibül und Garten seiner Münchner Villa. Erstmals auf dem Kunstmarkt angeboten wird jetzt ein bislang unbekanntes drittes Exemplar aus Gips (8000/10.000). Tiefer in die Tasche greifen muss man für Stucks tiefdunklen, 1890 gemalten „Forellenweiher“, der lange Zeit dem Münchner Freilichtmaler Joseph Wenglein gehörte (20.000/ 30.000). Wengleins Lehrer, Adolf Lier, schuf eine prächtige Ansicht des Starnberger Sees, die Erntearbeit und Spaziergänger mit Sonnenschirm in den Spätsommer legen (15.000/20.000). Neben vielen Porträts und Landschaften kommt auch ein Akt zum Aufruf: „Auf dem SofaII“ heißt Leo Putz’ Bildnis einer jungen Dame namens Gusti neben einem großen Bouquet roter und weißer Blumen (60.000/80.000).

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