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Ausstellung : Vorbildlicher Schritt in die richtige Richtung

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Zahlreiche Hauptwerke der Sammlung Bührle werden noch bis zum 29. Oktober in Lausanne gezeigt - erstmals auch Provenienzen der Bilder im Privatbesitz

          Während das einstige Privatmuseum der Sammlung Emil Georg Bührle an der Zollikerstraße geschlossen ist und ihre Werke auf den Umzug in den Anbau ans Kunsthaus Zürich warten, reisen Frans Hals und Ingres, Courbet und Cézanne, Manet und Monet, Gauguin und Van Gogh, Toulouse-Lautrec und Modigliani um die Welt. Manche bereichern Einzelausstellungen in Treviso, Bilbao, Paris und Berlin. Sieben Van Goghs aus der Bührle-Stiftung und Bührle-Privatsammlung sind zurzeit im südfranzösischen Arles zu sehen. Der Hauptteil der Gemälde reist nach dem Auftakt in Köln im kommenden Februar in drei japanische Museen und macht vorher ein halbes Jahr lang Station im Museum Fondation de l’Hermitage in Lausanne.

          Während man die Bührle-Bilder kennt, weil sie seit Jahrzehnten in Zürich und anderswo öffentlich zu sehen waren, lohnt diesmal der Katalog die Reise an den Genfer See: Er enthält zum ersten Mal auch Provenienzangaben zu jenen Werken, die nach Bührles Tod nicht Teil der von seiner Familie gegründeten Stiftung wurden, sondern in Privatbesitz blieben oder wieder verkauft wurden. Zum ersten Mal ist damit eine Einschätzung dessen möglich, was die „Sammlung Bührle“ als eine der nach wie vor bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Welt tatsächlich alles umfasst.

          Aus dem Besitz von Paul Rosenberg

          Was der Unternehmer Bührle von 1936 an, vor allem aber von 1951 bis zu seinem Tod im Jahr 1956 zusammengetragen hat, galt immer schon als spektakulär – war aber auch nie unumstritten. Der gebürtige Pforzheimer erwarb sein Vermögen auch dadurch, dass er die Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon Waffen produzieren ließ. Ein Hauptkunde im Zweiten Weltkrieg war die Deutsche Wehrmacht. Mit Hilfe von Lizenzen und Bauplänen produzierten aber auch die Kriegsgegner Deutschlands in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien Oerlikon-Geschütze. Die neunköpfige, international besetzte „Unabhängige Expertenkommission“ (UEK), die bis 2002 die Rolle der Schweiz während des Kriegs untersuchte, kam in ihrem Bericht zu dem Ergebnis, dass Bührles Lieferungen von Flugabwehrkanonen auf Anforderung der Schweizer Regierung an die faschistischen Staaten Deutschland und Italien „nicht kriegsentscheidend und nicht kriegsverlängernd“ gewesen seien. Dennoch profitierte der Unternehmer von diesen Kollaborationen und vom Geld der Nationalsozialisten. Kaum eine Erwähnung der Sammlung Bührle kommt ohne diesen Hinweis aus.

          Dreizehn der Kunstwerke, die Bührle vom so erwirtschafteten Vermögen vor allem von 1951 an kaufte, erwiesen sich als NS-Raubkunst, die der Unternehmer nach entsprechenden Urteilen restituieren musste und danach in neun Fällen neu erwarb. Viele der Bilder hatten dem ausgeplünderten und ins Exil getriebenen Kunsthändler Paul Rosenberg gehört. Das Schweizer Bundesgericht kam 1951 zu dem Schluss, dass Bührle beim ursprünglichen Erwerb gutgläubig gehandelt und vom systematischen Kunstraub der Deutschen in Frankreich nichts gewusst habe. Der Makel aber blieb. 167 Gemälde und Pastelle übergaben die Witwe, die Tochter und der Sohn des Sammlers 1960 einer neu gegründeten Stiftung, die später noch erweitert wurde. Zahlreiche weitere Werke blieben in Familienbesitz, andere wurden verkauft. Noch im Mai 1993 verkaufte Dieter Bührle über den New Yorker Kunsthändler Stephen Mazoh Van Goghs „Weizenfeld mit Zypressen“ für damals sensationelle 57 Millionen Dollar an den Verleger Walter H. Annenberg, der es dem Metropolitan Museum of Art in New York schenkte.

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