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Frankfurter Galerien : Von Palmen und belebten Straßenschluchten

  • -Aktualisiert am

Der Vielfalt verpflichtet: Vom 8. bis 10. September findet der gemeinsame Saisonstart der Frankfurter Galerien statt - von Zeichnung, Malerei, Skulptur bis Fotografie und Installation ist alles dabei.

          Auch dieses Jahr kooperieren Anita Beckers und Frank Landau und zeigen in der gemeinsamen Ausstellung „Favorites III – Zeichnung & Gestaltung“ neue Arbeiten der in Frankfurt lebenden Künstlerin Lena Ditlmann: Deren abstrakten Motive bestehen aus tausenden feinen Linien, die auf dem Papier miteinander verwoben werden und sowohl an Naturformen als auch an mathematische Berechnungen erinnern (Preise zwischen 600 und 4500 Euro; bis 7. Oktober). Die Linie beschäftigt auch Sandra Kranich bei Philipp Pflug Contemporary. Für ihre zweite Einzelausstellung schuf die Städelabsolventin von 2001 großformatige Papierarbeiten, auf denen sie die architektonische Struktur verschiedener Palmen detailgetreu untersucht (9000 bis 14 000 Euro; bis 21. Oktober).

          Kai Middendorff präsentiert die abstrakten, verschwommenen, auf geometrischen Grundformen basierenden Fotografien des Grafikdesigners Markus Weisbeck (1600 bis 18 000 Euro; bis 28. Oktober), während die L.A. Galerie Fotobelichtungen von Johannes Franzen ausstellt, die wahlweise ornamenthaft wiederholende Strukturen, überraschende Formexplosionen und scheinbar zufälliges Farbrauschen bieten (je 5000 Euro; bis 25. November).

          Werke aus dem unbearbeiteten Nachlass des Künstlers

          Die Freundschaft zu Georg Kolbe sieht man den Bronzeskulpturen des 1912 in Moskau geborenen Bildhauers Rudolf Alexander Agricola deutlich an: Seine Ganzkörperfiguren orientieren sich am klassischen Figurenideal und strömen eine entindividualisierte Lieblichkeit aus. Agricola studierte in Halle an der Burg Giebichenstein, später auch an der Frankfurter Städelschule und unterhielt ein Atelier in Kronberg, das seit seinem Tod 1990 unverändert blieb. Die Galerie Hanna Bekker vom Rath zeigt nun frühe Skulpturen und Bozzetti aus dem bislang unbearbeiteten Nachlass des Künstlers (2000 bis 80 000 Euro; bis 4. November).

          Heike Strelow und Barbara von Stechow verschreiben sich diesmal ganz der farbgewaltigen Malerei: Erstere offeriert in der Gruppenausstellung „Expressive Gesture“ anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Galerie unter anderem neue großformatige Arbeiten von Starsky Brines (bis 20. Oktober), Letztere widmet ihre Räume den pulsierenden Straßenbildern des New Yorkers Tom Christopher (8500 bis 40000 Euro; bis 29.September). Die Frankfurter Vielfalt ist groß: Bärbel von Grässlin stellt den installativen Werkkomplex des 2013 verstorbenen Documenta-Teilnehmers Günther Förg aus den Jahren 1984 bis 1990 aus (bis 31. Oktober), die comichaften, aber schwer entzifferbaren Collagen von Jan Voss bei Peter Femfert von „Die Galerie“ versprühen Witz, Ironie und Naivität (bis 4. November).

          Erstmals nehmen in diesem Jahr neben 37 Galerien auch ausgewählte Off-Spaces und das Museum für Moderne Kunst, die Schirn Kunsthalle und das Städel am gemeinsamen Saisonstart teil – wobei die Museen nur ihre aktuellen Schauen präsentieren.

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