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Ausstellung in Bochum : Vom Wandern des Lichts

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Vier künstlerische Positionen spüren in der Galerie m der Natur als Prozess nach: Dichtend, malend und fotografierend halten Lucinda Devlin, Paco Fernández, Barbara Köhler und Peter Wegner flüchtige Naturschauspiele fest.

          Der Blick auf die Natur ist bis heute ein unerschöpfliches Thema der bildenden Kunst. Was dabei herauskommt, wenn eine Lyrikerin, eine Fotografin, ein Maler und ein Konzeptkünstler nicht nur das abbilden wollen, was sie in der Natur sehen, sondern auch die Zeit, die beim Schauen vergeht, zeigt nun die Galerie m in Bochum. Ihre Leiterin Susanne Breidenbach hat mit Lucinda Devlin, Paco Fernández, Barbara Köhler und Peter Wegner vier künstlerische Positionen vereint, die kaum unterschiedlicher sein könnten, aber in ihrem prozesshaften Blick auf die Natur zu einem Ganzen finden.

          Den Auftakt macht im Entrée die 1959 geborene Lyrikerin Barbara Köhler, die einen assoziativen Text zum Thema Licht beisteuert. In großen, matten und glänzenden Lettern als Wandbild gesetzt, changieren die Buchstaben sowohl im auftreffenden Licht als auch mit den Bewegungen des Betrachters. So treten je nach Lichteinfall einige Textstellen deutlicher hervor, während andere in der Überstrahlung fast verschwinden. Es entsteht ein lebendiges Text-Bild, so veränderlich und flüchtig wie das Licht selbst.

          Von dort aus fällt der Blick auf die abstrakten radförmigen „Color Wheels“ des amerikanischen Künstlers Peter Wegner, Jahrgang 1963. Feine radiale Streifen überziehen ihre Holzkörper und scheinen dabei keinem Muster zu folgen. Geht man langsam an den Objekten vorüber, scheinen sich die Streifen perspektivisch auszudehnen oder zusammenzuziehen. Obwohl alle „Color Wheels“ gleichermaßen bunt gestreift sind, werden sie jeweils von einer anderen Primärfarbe dominiert - Rot, Blau, Gelb. Dass es dem im kalifornischen Berkeley lebenden Künstler um mehr geht als um wissenschaftlich angehauchte Op-Art-Spielereien, zeigen zwei Arbeiten aus seiner Serie „D65“, benannt nach der durchschnittlichen Farbtemperatur von Normallicht, das einem bedeckten Tageshimmel entspricht, nämlich 6500 Kelvin. Die nüchterne Titelei verbirgt das Ephemere dieser mit Acryl und Alkydharz in zahllosen feinen Farbschichten besprühten Bildobjekte, die den kurzen Moment des irrealen Leuchtens bei Tagesanbruch und Tagesende in sich tragen.

          Auch die 1947 geborene, amerikanische Fotografin Lucinda Devlin schaut für ihre „Lake Pictures“ auf das Licht am Beginn und am Ende des Tages und auf die Momente dazwischen, im Winter, im Sommer, in der Nacht. Mehr als sechzig Mal hat sie dafür über drei Jahre hinweg am Lake Huron, wo sie ein Haus besitzt, ihr Stativ an der immer gleichen Stelle aufgebaut und die immer gleiche Horizontlinie betrachtet.

          Der 1950 in Spanien geborene Paco Fernández schließlich beweist in der Galerie m, dass die ganze Welt seiner Kunst auch in einem Raum von vier Quadratmetern genug Platz hat. Dicht an dicht hängen die auf dünne Polyesterfolien gemalten Bilder seiner Serie „La Mar“, die sich wie Blätter von der Wand wegbiegen. Die zunächst abstrakt wirkenden Arbeiten spielen immer neue Varianten blautoniger und schwarzweißer, horizontal verlaufender Hell-Dunkel-Kontraste durch. Bei längerer Betrachtung setzen sie sich, einem dreidimensionalen Daumenkino ähnlich, in Bewegung.

          So simpel diese Malerei daherkommt, umfängt sie doch alles, was der am Golf von Biskaya lebende Künstler sucht - den Himmel und das Meer, das Ufer und die Gischt, erdiges Dunkel und flimmerndes Blau.

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