Ein Countdown läuft auf der Webseite der VIP Art Fair: Am 3. Februar, nach europäischer Zeit um 17 Uhr, beginnt die Messe für Gegenwartskunst und die Besucher werden in die virtuellen Hallen gelassen. VIP Art Fair? Da war doch was: Genau vor einem Jahr scheiterte das ambitionierte Projekt einer hochkarätigen Kunstmesse, die ausschließlich im Internet stattfand, an der Technik.
Die Kunsthändler, darunter auch die Gründergalerien Zwirner, Gagosian, Hauser & Wirth und White Cube, hatten bis zu 20.000 Dollar bezahlt, um bei der Premiere dabei zu sein. Doch was sich dann ereignete, hatte niemand erwartet: Die Galeristen konnten nicht mit ihren Kunden reden (der Chat funktionierte nicht), die virtuellen Besucher konnten sich nur in Zeitlupe bewegen (der Server war überlastet), und die Werke ließen sich nicht aus der Nähe ansehen (ein Klick, und alles brach zusammen). Ohne Zweifel: ein Desaster.
Doch die Kunstszene schaut nach vorne. 115 Galerien aus 33 Ländern haben sich zur zweiten Ausgabe angemeldet, darunter Thomas Modern, Eigen + Art, Van de Weghe und Gmurzynska. Angeblich werde die Internetseite jetzt 100.000 Besucher aushalten - sagen die Veranstalter. Die Kunstsammler und Unternehmer Selmo Nissenbaum und Philip Keir haben eine Million Dollar in die Messe investiert und sie damit vor dem Aus gerettet. Und so ist der Übermut wieder zurück: Bevor überhaupt eine einzige Ausgabe glückte, wird von Expansionen gesprochen. Neben der VIP 2.0 planen sie unter anderen die VIP Paper (vom 20. bis zum 22. April) und die VIP Photo (13. bis 15. Juli). Nach all dem Flimmern ist der Kunsthunger groß. Das kann sich nur auszahlen für die realen Treffen wie Art Cologne und Art Basel.