02.08.2006 · Das neugegründete „inter media art institute“ ist ansässig im NRW Kulturforum in Düsseldorf und versteht sich als deutsche Zentrale für Archivierung, Instandhaltung und Forschung im Bereich Videokunst.
Von Swantje KarichDen Vertretern von Videokunst unter den Galeristen könnte die neugegründete Stiftung „imai“ künftig Konkurrenz machen: imai steht für „inter media art institute“, ist ansässig im NRW Kulturforum in Düsseldorf und versteht sich als deutsche Zentrale für Archivierung, Instandhaltung und Forschung im Bereich Videokunst. Darüber hinaus können sich junge Künstler von „imai“ vertreten lassen und in den Ausstellungsräumen der Stiftung ihre Werke zeigen. Dort sollen ferner Symposien zum Thema stattfinden.
Das Vorhaben geht zurück auf eine Zusammenarbeit der Kölner „235 media Gesellschaft für Medientechnologie und Kunst“ mit der Stadt Düsseldorf und dem NRW Forum Kultur und Wirtschaft. 3300 Werke von mehr als 200 Künstlern wurden bereits für den Bestand gesichert; davon wurden bereits 1300 mit Hilfe der Kulturstiftung des Bundes digitalisiert und sind in voller Länge in einem Katalog verfügbar. Dieses Archiv ist bereits in den Räumen der Stiftung abrufbar und von Ende dieses Jahres an auch kostenlos im Internet. Allerdings reicht die Auflösung nicht aus, die Videos in einem großen Format zu zeigen.
Vertraut mit dem Medium
Bereits bearbeitet sind Videos von Valie Export, Jochen Gerz, Gary Hill, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach oder Bill Seaman. „Uns ist es wichtig, daß nicht der Katalog als Kunstwerk angesehen wird, sondern daß wir das jeweilige Werk in guter Qualität zur Verfügung stellen können“, sagt Sandra Thomas, Leiterin der Stiftung, im Gespräch mit dieser Zeitung: Der Vorteil der Stiftung liege für sie darin, daß die Mitarbeiter seit den achtziger Jahren mit dem Medium Video und der damit verbundenen Technik vertraut sind. Galerien dagegen, so Thomas, hätten erst vor relativ kurzer Zeit den Einstieg in die Vermittlung von Videokunst gesucht. Deshalb seien ihre Möglichkeiten begrenzt, was die angemessene Präsentation der Arbeiten angeht.