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Verhaftungen in Spanien : Alles legal und sauber?

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Der spanischen Polizei ist ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Nebenbei enthüllt die Operation spanisch-chinesische Vetternwirtschaft im Kunstbetrieb.

          Der chinesische Geschäftsmann Gao Ping wird verdächtigt, der Kopf einer ausgeklügelten Bande für großangelegte Geldwäsche in Spanien zu sein. Zu deren Aktivitäten gehörten Zigarettenschmuggel, Produkt- und Dokumentenfälschung. Verhaftet wurden fast hundert Personen in der sogenannten „Operation Kaiser“ - und natürlich spielt da auch die Kunst ihre Nebenrolle. Der als Drahtzieher verdächtigte Gao Ping hatte in Madrid eine Galerie für zeitgenössische chinesische Kunst eröffnet und eine Stiftung zum kulturellen Austausch zwischen Spanien und China ins Leben gerufen.

          In Peking unterhielt er ebenfalls eine Galerie und zeigte dort spanische Fotografen wie Ouka Leele und José Manuel Ballester. Die Madrider Galerie nahe dem Reina-Sofía-Museum wurde nun durchsucht und vorerst geschlossen. Dass auch sie in illegale Machenschaften verwickelt sein könnte, wird freilich von der Leiterin der Stiftung auf der Internetplattform Facebook innigst bestritten. Interessant sind aber ganz andere Details, die in diesem Zusammenhang ans Licht kamen: Die spanische Tageszeitung „El País“ zeichnet ein kompliziertes Geflecht aus Freundschaftsdiensten und Vetternwirtschaft am Institut für Moderne Kunst in Valencia (Ivam) auf.

          Im Kreislauf der Gefälligkeiten

          Die Hauptrollen spielen zwei Brüder, der eine Anwalt, der andere Kurator und Chefredakteur einer Kunstzeitschrift, eine kleine Familie und ein großer Kreis verschwippter Mitarbeiter. Zur kleinen Familie gehören die langjährige Direktorin des Ivam, Consuelo Ciscar, ehemals Kulturbeauftragte der Region, ihr Mann, der momentan wegen möglicher Veruntreuung von Entwicklungshilfegeldern angeklagt ist, und beider Sohn, ein junger Künstler.

          Der eine Bruder schlägt dem Museum als Kurator eine Ausstellung über chinesische Kunst vor, die dann spitzfindig „55 Tage in Valencia“ heißt, und vertreibt die Ivam-Publikationen zusammen mit seiner Zeitschrift; der andere Bruder vermittelt zwischen Gao Ping und dem Museum den Ankauf von 61 Arbeiten chinesischer Fotografen für diese Ausstellung - Kosten eine halbe Million Euro. Die Zeitschrift verleiht der Direktorin und dem chinesischen Galeristen Preise; als Kurator organisiert der Chefredakteur Ausstellungen des künstlerischen Sohns der preisgekrönten Direktorin.

          Da bleibt nur eins zu sagen: Schön, dass sich alle so gut verstehen. Ob denn alles mit rechten Dingen vor sich gegangen sei beim Ankauf der Fotografien von Gao Ping, wurde Ciscar auf einer Pressekonferenz gefragt. „Alles legal und sauber“, sagte sie, „wenn ich Kunst kaufe, weiß ich doch nicht, ob der Galerist Geldwäscher ist. Meinen Fleischer frage ich ja auch nicht, ob er vielleicht ein Mörder ist.“ Alles klar?

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