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Koller-Auktion : Vergebliche Hoffnung

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Bei Koller in Zürich haben die Septemberauktionen begonnen: Am 22. September kommen zahlreiche Gemälde der Alten Kunst und des 19. Jahrhunderts unter den Hammer.

          Mit keckem Blick hebt der Geigenspieler sein Weinglas, die Violine in der linken Hand, der Bogen hängt an seiner rechten. Sein gestreiftes Hemd ist dem Musiker von der Schulter gerutscht. Das ausgelassene Porträt schuf Dirck van Baburen 1632 als Zeichen seiner Faszination für die Malerei Caravaggios. Baburen war kurz zuvor mit seinen Künstlerkollegen Gerrit van Honthorst und Hendrick ter Brugghen auf Italien-Reise in Rom gewesen und dort in dessen Bann gezogen worden. Zurück in der Heimat, gründeten die drei die Schule der „Utrechter Caravaggisti“ und beschäftigten sich umfassend mit dem Chiaroscuro des italienischen Meisters. Das bei Koller in Zürich am 22. September angebotene Ölgemälde ist eines der wenigen signierten Musikantenporträts Baburens; erst kürzlich wurde es in einer Schweizer Privatsammlung entdeckt. Taxiert ist das achtzig mal 67 Zentimeter große Bild auf 60 000 bis 80 000 Franken.

          An der Spitze der 79 Lose bei der Alten Kunst steht ein Stillleben mit Flechtkorb und Blumenvase von Osias Beert d. Ä.: Die farbintensive Blütenpracht tritt vor dem dunklen Hintergrund hervor, Details wie die Libelle im Vordergrund oder der Schmetterling am Rand des Korbs beleben die Szene und demonstrieren das Können des Malers. Das marktfrische Gemälde befand sich seit mehr als dreißig Jahren in amerikanischem Privatbesitz und kommt nun mit einer Erwartung von 280 000 bis 350 000 Franken erstmals zum Aufruf. Dieselbe Schätzung trägt die idyllische „Küstenlandschaft bei Marseille im Mondschein“ von Claude-Joseph Vernet, die er 1754 als Hofmaler Ludwigs XV. anfertigte: Vernet sollte die wichtigsten Militär- und Handelshäfen des Landes festhalten, um die Bedeutung Frankreichs als Seemacht zu demonstrieren; insgesamt waren 24 Ansichten geplant, von denen jedoch nur fünfzehn realisiert wurden. Mehr als 400 Jahre zuvor entstand die berührende „Kreuzigungsszene“ Niccolò di Segnas. Die Goldgrundtafel zeigt Christus am Kreuz, seine Mutter Maria zur Rechten und Johannes zur Linken. Eine dominikanische Nonne kniet andächtig im Gebet vertieft am Fuß des Felsens, von dem Christi Blut herabläuft (Taxe 90 000/120 000 Franken).

          Ebenfalls am 22. September kommt das 19. Jahrhundert mit fünfzig Losen unter den Hammer, angeführt von zwei Seestücken des Russen Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski: „Blick auf Reval“ von 1845 (500 000/700 000) und „Bewegte Meeresansicht mit steiler Küste bei Sonnenuntergang“ von 1883 (460 000/560 000). Im März wurde bei Koller eines seiner späten Marinebilder für 700 000 Franken zugeschlagen. Der vor 200 Jahren auf der Krim geborene Künstler genoss schon zu Lebzeiten internationale Anerkennung; sowohl Zar Nikolaus I. als auch Papst Gregor XVI. erwarben Bilder von ihm. Carl Spitzweg liefert zwei humoristische Sittengemälde: „Der Adlerjäger“ (60 000/80 000) und „Der Gratulant“ (240 000/280 000). Letzteres zeigt einen, mit einem Mantel mit Pelzbesatz und einem Barett gekleideten jungen Mann, der in freudiger Erwartung auf ein Wiedersehen mit seiner Angebeteten vor einem Bürgerhaus steht. Statt ihrer trifft er auf deren Mutter, die sich rechts oben aus dem Fenster des ersten Stockwerks lehnt. Insgesamt erwartet Koller für seine Auktionen 3,7 Millionen Franken.

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