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Verabredungen unter Gentlemen : Teuer und teuer

Für angeblich 300 Millionen Dollar sollte Paul Gauguins „Nafea faa ipoipo“ (Wann heiratest du?) verkauft worden sein - ein Verfahren vor dem Londoner High Court deckte nun auf, dass es tatsächlich „nur“ 210 Millionen Dollar waren. Bild: Getty Images

300 Millionen Dollar soll das Emirat Qatar einst angeblich für ein Gemälde von Paul Gauguin bezahlt haben. Jetzt kam der tatsächliche Preis ans Licht, doch die Gerüchteküche kocht schon wieder.

          Nicht alle höchsten Summen halten sich am längsten: Das gilt auch für die kolportierten 300 Millionen Dollar, die das Emirat Qatar angeblich für Paul Gauguins Tahiti-Gemälde „Nafea faa ipoipo“ (Wann heiratest du?) aus dem Jahr 1892 bezahlt haben sollte. Am Ende waren es grade mal 210 Millionen (was ja auch nicht so schlecht ist). Das kann man wissen, seit der Londoner High Court mit dem Streit zwischen dem Schweizer Ruedi Staechelin, dessen Familie das Gemälde über einen Trust gehörte, und dem ebenfalls aus der Schweiz stammenden Kunstberater Simon de Pury, einst Schulfreund von Staechelin, zu tun bekam (F.A.Z. vom 4. Juli 2017). Die Sache war etwas verwickelt. Jedenfalls wollte de Pury für seine Vermittlerdienste zwischen der qatarischen Herrscherfamilie und Staechelin zehn Millionen Dollar, die ihm per Handschlag von Staechelin zugesagt wurden. Während dieser die Gebühr nicht bezahlen wollte, weil ihm der endlich erzielte Preis für den Gauguin offenbar zu niedrig war. Nun hat der High Court entschieden: Simon de Pury bekommt seine Provision – na also, es klappt doch noch zwischen Gentlemen (mit ein bisschen juristischer Nachhilfe). Übrigens ist der nächste – angebliche – Super-Preis schon am Horizont: Grade hat man die 450 Millionen Dollar verdaut, für die Leonardos „Salvator Mundi“ in die arabische Wüste zieht, da vermeldet der Informationsdienst „Art Market Monitor“ 250 Millionen Dollar (immerhin!) für Andy Warhols marktbekannte „Orange Marilyn“, die zuletzt dem amerikanischen Verleger S. I. Newhouse gehörte. Jetzt soll sie für die genannte Summe dem Unternehmer Kenneth Griffin gehören. Wir warten auf die Preiskorrektur.

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