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Sünde : Ein Traum

In New York wird Franz von Stucks „Die Sünde“ versteigert. Das Gemälde zeigt eine verführerische Nackte mit Schlange. Die Frau selbst scheint große Freude an ihrer Rolle zu haben.

          Auch sie in New York: Es ist „Die Sünde“ des Malerfürsten und Oberkitschiers Franz von Stuck. Das ist einfach ein dunkler Traum vom Ende des 19. Jahrhunderts, der sich allerdings ausgezeichnet konserviert hat. Die Darstellung ist zur symbolistischen Ikone schlechthin herangereift – simpler kann kaum ein Klischee von Frau sein, attraktiver aber auch nicht so schnell. Immerhin hat Stuck, weil es so gut lief, zwölf Varianten produziert von der im Grunde nur mit Haaren und einer dicken Schlange bekleideten Dame, die sich offenbar königlich amüsiert. Aus dem Besitz einer anonymen Privatsammlung eingeliefert, kommt diese Unverwüstliche am 6. November bei Sotheby’s in der Auktion mit europäischen Gemälden des 19. Jahrhunderts zum Aufruf – eben auch in New York, als ob dort nicht schon genug los wäre. Das neunzig mal 53 Zentimeter große Bild ist auf 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar geschätzt.

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