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Schlüsselwerk von Gauguin : Wurden für dieses Bild 300 Millionen Dollar gezahlt?

  • -Aktualisiert am

Ist Paul Gauguins Gemälde „Nafea faa ipoipo“ tatsächlich für eine Rekordsumme von 300 Millionen Dollar nach Qatar verkauft worden? Der Kurator der anstehenden Gauguin-Ausstellung in Basel hat Zweifel.

          Die Quelle blieb in den Zeitungsberichten unbenannt, das Gerücht kursiert aber trotzdem seit einigen Tagen: Paul Gauguins Gemälde „Nafea faa ipoipo“ (Wann heiratest du?) aus dem Jahr 1892 sei nun das teuerste Bild der Welt. Und: Gekauft habe es das Emirat Qatar für dreihundert Millionen Dollar. Bisher hing das Werk im Kunstmuseum Basel, als Dauerleihgabe des Staechelin Family Trusts. Ruedi Staechelin bestätigt den Verkauf. Über den Käufer und den Preis dürfe er sich jedoch gemäß Vertrag nicht äußern.

          Was ist also los in der Schweiz? Und sind die kolportierten dreihundert Millionen Dollar wirklich ein neuer Rekord? Die Auskunft über die Summe stammt laut Zeitungsberichten aus New Yorker Händlerkreisen, keiner der Informanten wollte jedoch namentlich zitiert werden. Zur Skepsis rät angesichts dessen Martin Schwander, der Kurator der umfassenden Gauguin-Ausstellung, die heute in der Fondation Beyeler in Basel/Riehen eröffnet. Spekulationen über Preis und Käufer hält Schwander für gefährlich. „Wer weiß denn, wer wirklich dahintersteckt?“ sagt Schwander gegenüber dieser Zeitung. Er gibt zu bedenken: „Der Käufer könnte ebenso gut ein Händlerkonsortium sein, das für einige Jahre das Bild in einem Zollfreilager parkt und es später wieder anbietet.“ Solche Investoren hätten ein Interesse daran, dass ein Gemälde durch einen Rekordpreis weltweit Schlagzeilen mache.

          Ein Schüsselwerk des Malers

          Im Jahr 2011 hieß es bereits über Paul Cézannes „Die Kartenspieler“, es sei für 250 Millionen Dollar an die Königliche Familie von Qatar verkauft worden. Dass nun das nächste Gemälde zu einem noch höheren Preis wieder nach Qatar verkauft worden sei, kommt Schwander zu „schulbuchhaft“ vor. Bisher hat sich das Königshaus zu keinem der beiden angeblichen Ankäufe geäußert.

          Unbestritten ist, dass es sich um eines der Schlüsselwerke des Malers handelt, dem auch ein prominenter Platz in der Ausstellung der Fondation Beyeler eingeräumt wird, wo es noch bis Ende Juni zu sehen ist. Zwei weitere Leihgaben aus Basler Museumsbesitz sind auch für die Dauer der Schau nach Riehen umgezogen: „Ta matete“ (Der Markt) von 1892 und ein Selbstporträt von 1903. Diese Werke sind Eigentum des Museums.

          Der Rudolf Staechelin Family Trust hat zusätzlich angekündigt, sämtliche achtzehn Dauerleihgaben aus der Institution abzuziehen. „Im Kunstmuseum Basel“, heißt es in einer Stellungnahme des Hauses, „müssen wir schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass Dauerleihgaben nicht der Basler Bevölkerung gehören und somit auch abgezogen werden können, aus was für Gründen auch immer.“

          Quelle: F.A.Z.

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