15.02.2012 · Zeitgleich mit Sabine Hornigs Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München zeigt auch die Galerie Barbara Gross Installationen und Fotografien der Künstlerin.
Von Brita Sachs, MünchenAuf Sabine Hornigs Fensterbildern verschmelzen Innen und Außen zur zweidimensionalen Fläche. Manchmal ist kaum auszumachen, auf welcher Seite die Kamera stand: was jenseits der Fensterscheibe lag und welche Situation sie spiegelt. Haftet etwas am Glas, tritt auch diese vermittelnde Ebene in Erscheinung und bereichert das komplexe Katz-und-Maus-Spiel von Abbild und Wirklichkeit. Sabine Hornig studierte Bildhauerei, bevor sie sich der Fotografie zuwandte, und sie setzt ihr ausgeprägtes Interesse an Raumkonstellationen heute in Bilder wie in Installationen um.
Soeben zeigt die Pinakothek der Moderne in München die 1964 geborene, in Berlin lebende Künstlerin in der Überblicksausstellung „Durchs Fenster“, parallel präsentiert die Barbara Gross Galerie rund ein Dutzend Arbeiten. Für die Installation „Stillleben am Fenster“ setzte Hornig auf ein Stück gerundete Mauerbrüstung zwei Holzrahmen im rechten Winkel zueinander. Diese „Fensterrahmen“ bespannt transparentes Gewebe mit aufgedruckten Ansichten spiegelnder Schaufenster.
Wer diese Anordnung umwandert, dem bietet die irritierende Situation der vielschichtigen Ansichten auch noch die Durchsicht auf den realen Raum an (das Unikat kostet 30.000 Euro). Klare Blicke hingegen gewährt die „Abstrakte Plastik“ durch leere, im Raum plazierte Bronzerahmen: Was immer man hindurchsieht, es wird zum gerahmten Bild (Edition 6; 6720 Euro). Der Rahmen ist die einzig feste Größe in Hornigs Fensterarbeiten, alles Übrige ist buchstäblich - Ansichtssache. Die Galerie zeigt außerdem eine Reihe neuer Fotografien (als Inkjets auf Papier kosten sie von 3200 bis 7800 Euro).