05.11.2011 · Zum ersten Mal bittet die Messe „Paris Tableau“ ins Palais de la Bourse. Ihr Programm erlaubt ausschließlich Gemälde der Alten Meister und aus dem 19. Jahrhundert.
Von Angelika Heinick, ParisFlora, nur knapp von ihrem roten Mantel verhüllt, ist eine der Schönheiten von Paris Tableau, einer ausschließlich den Gemälden Alter Meister und des 19. Jahrhunderts gewidmeten Messe, die jetzt zum ersten Mal im Pariser Palais de la Bourse stattfindet. „Flora, Allegorie des Frühlings“ ist als eines der seltenen Gemälde von Vincenzo Mannozzi bei der Galerie Haboldt zu entdecken.
Erst kürzlich wurde es dem Maler des Florentiner Seicento zugeschrieben, der am Hof der Medici tätig war; der Preis liegt bei 120.000 Euro.Paris Tableau geht auf die Initiative von zehn Pariser Altmeister-Händlern zurück, die ihrer Sparte ein eigenes Forum bieten wollen. Zehn internationale Galerien wurden dazu geladen. Das Angebot reicht vom Mittelalter bis zu Camille Corot bei Jean-François Heim, der 1826 die Wellen des „Velino über dem Wasserfall von Terni“ in Öl auf Papier festhielt.
Die Niederländer sind ebenso vertreten wie die Italiener oder Francesco de Zurbarán mit dem „Heiligen Franziskus im Gebet“ bei Caylus aus Madrid. Paris Tableau hat sich zum Ziel gesetzt, die jüngere Sammlergeneration für die Alten Meister zu begeistern. Ein besseres Aushängeschild als Jeff Koons, den ausgewiesenen Sammler Alter Meister, hätte man da kaum finden können: Im Mittelpunkt der Messe stehen als Leihgabe drei seiner Kostbarkeiten: Poussins „Jupiter und Antiope“, Fragonards „Junges Mädchen mit zwei Welpen“ und Courbets „Nackte Frau mit einem Papagei“, der letzte große Akt Courbets in privater Hand.