26.05.2007 · Den „Nötscher Kreis“ schmiedete nicht ein gemeinsames Programm, sondern die landschaftliche Anmut der Kärtner Region zusammen. Die farbsatten Ölgemälde der österreichischen Künstlergruppe stehen am 30. Mai im Wiener Auktionshaus Hassfurther zu Gebot.
Von Nicole Scheyerer„Ich bin kein Miniaturist“, sagte der 1886 geborene österreichische Maler Anton Kolig Mitte der dreißiger Jahre, obwohl er da schon lange keine Aufträge für monumentale Fresken mehr erhalten hatte. Das Bild „Das Waldhorn“, das er auf 183 mal 120 Zentimeter schuf, wird am 30. Mai im Wiener Auktionshaus Hassfurther für 150.000 bis 250.000 Euro aufgerufen: Die eigenwillige Dreiergruppe von 1937 zeigt die Töchter des Künstlers, die wie moderne Grazien einen adonishaften Hornbläser umgarnen. Das Bild „Frühlingsblumen“ aus demselben Jahr, porträtiert die Frau des Malers (25.000/35.000). Ein typisches Kolig-Motiv stellt das „Männliche Aktpaar“ (100.000/300.000) dar, das in dunklem Rot die Leiber verschmilzt. Der homophile Künstler hinterließ eine Fülle von feinen Körperstudien, von denen mehrere bei Hassfurther zum Schätzwert von 2000 bis 4000 Euro angeboten werden.
Anton Kolig gehörte zum „Nötscher Kreis“, einer Künstlergruppe, die weniger über eine gemeinsame Programmatik als über ihr Kärntner Refugium zusammenfand. Die pastelligen „Routen am Nötscher Bach“ von Sebastian Isepp (70.000/100.000) und die „Schneelandschaft in Labientschach“ von Anton Mahringer (40.000/60.000) führen in diese südliche Region Österreichs. Von Ferdinand Waldmüller kommt bei Hassfurther das idyllische Kleinformat „Ziegenhirtin in Landschaft“ von 1834 zur Versteigerung (50.000/70.000 Euro). Ins ewig weiße Tirol geleiten die beliebten Werke Alfons Waldes, wie „Einsamer Berghof“ (80.000/100.000) oder „Häuser im Gebirge“ mit einem knallig blauen Himmel (60.000/80.000).