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Neumeister-Auktion : Mit kahlem Kopf

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Am 27. September wird bei Neumeister in München Alte Kunst feilgeboten. Unter den Werken befindet sich auch ein Brustbild, das einst Pieter Bruegel d.Ä. zugeschrieben wurde.

          Zwar hatte Paul Emil Jacobs 1838 auf seiner Griechenland-Reise authentische Impressionen hügeliger Mittelmeer-Landschaften verinnerlicht, aber beim „Sklavenmarkt“, den er dann vor einer prachtvollen Küste malte, ließ er Männerphantasien freien Lauf. Die Orient-Mode der Zeit tat ein Übriges, und so zeigt sein Gemälde nackte, zarthäutige junge Frauen, die schicksalsergeben von Männern mit Turbanen und Krummsäbeln begutachtet werden. Das Bild des Gothaer Künstlers, das am 27.September in Neumeisters Auktion Alter Kunst mit einem Schätzpreis von 40 000 bis 60 000 Euro zum Aufruf kommt, befand sich jahrzehntelang in einer Münchner Privatsammlung. Bislang war nur eine Lithographie mit einem Ausschnitt der Szene bekannt. Wie bei Neumeister gewohnt, stellt das 19.Jahrhundert eine starke Sequenz: Alpenländisches bringen darin Werke wie Heinrich Bürkels „Rauferei vor einem Wirtshaus“ (Taxe 20 000/ 25 000 Euro) aufs Tapet. Franz von Defregger beweist mit dem „Köfelehaus“, einer stattlichen alten Gewölbehalle, auf deren Treppe zwei kleine Kinder stehen, seine Meisterschaft in Sachen Licht- und Ton-in-Ton-Malerei (8000/ 12 000). Alexander Koester konzentriert sich auf „Zehn Enten im Schilfteich“ (35 000/40 000). Städtisch geht es auf der „Holländischen Straßenansicht im Sommer“ zu, die Willem Koekkoek capriccioartig zusammensetzt und mit Fußgängern belebt (50 000/60 000). Er ist nicht schön, aber die Präsenz des kahlköpfigen feisten Mannes im schlichten Kittel nimmt den Betrachter gefangen. Mehrfach wurde das Brustbild Pieter Bruegel d.Ä. zugeschrieben, jetzt siedelt man es im Umkreis des um 1500 tätigen Flamen Quentin Massys an (6000/8000). Andrea Appianis „Apotheose der Psyche“ entstand laut Gutachten in Vorbereitung des Deckenfreskos eines Saals der Villa Reale in Monza, die sich Erzherzog Ferdinand Karl von Habsburg-Este 1790/91 bauen ließ (30 000/ 40 000). In Venedig entstand ein lebhafter barocker Engel aus Nussbaumholz, der, halb kniend, einst ein Weihwasserbecken getragen haben dürfte (8000/10 000).

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