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Basquiat-Besitzer Maezawa : Vom Musiker zum schwerreichen Kunstsammler

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Er hätte Rockstar werden können, entschied sich aber für sein Unternehmen: Yusaku Maezawa Bild: dpa

Das Auktionshaus Sotheby’s schätzte das Gemälde von Jean-Michel Basquiat auf 60 Millionen Dollar. Yusaku Maezawa kauft das Bild für mehr als das Doppelte – und macht es zum teuersten Werk eines Künstlers aus Amerika. Was treibt ihn an?

          60 Millionen Dollar – auf mehr hatte Sotheby’s das unbetitelte Gemälde des afroamerikanischen Künstlers Jean-Michel Basquiat gar nicht geschätzt. Aber dann kam der Japaner Yusaku Maezawa, lieferte sich einen Bieterwettbewerb mit einem anderen Interessenten und bezahlte am Ende 110,5 Millionen Dollar. Überglücklich zeigte er sich mit dem Bild auf Instagram. Das Geld reut ihn nicht, der 41 Jahre alte Yusaku Maezawa hat genug davon: „Forbes“ führt ihn in der Liste der reichsten Japaner auf Nummer 14.

          Ein schwerreicher Mann, der Kunst kauft: Das klingt sofort nach einer vorausschauenden Investitionsstrategie. Bei Yusaku Maezawa ist der Fall allerdings ein bisschen anders gelagert. Zum einen liegt ihm das Sammeln offenbar im Blut, und zwar nicht nur das Ansammeln von Geld. Als er nach der Schule aus der Präfektur Chiba in die Vereinigten Staaten zog, begann er dort Musikalben zu sammeln. Seine eigene Band Switch Style, die er gemeinsam mit Klassenkameraden gegründet hatte, ließ er für diesen Auslandsaufenthalt vorübergehend alleine. Doch nach zwei Jahren kam er zurück. Er brachte seine CD-Sammlung mit und zog eine Firma auf, die mit importierten Tonträgern handelte – für Leute wie ihn mit einem internationalen Musikgeschmack. Das war 1995.

          Drei Jahre später entwickelten sich seine beiden Projekte gleichzeitig rasant: Yusaku Maezawa gründete die Firma Start Today, die sich neben den CDs dem Verkauf von Kleidung widmete. Im selben Jahr erhielt seine Band einen Vertrag bei BMG Japan. Der Musiker und Geschäftsmann musste sich entscheiden. 2001 stieg er bei Switch Style aus. Seine Firma eröffnete Zozotown, eine erfolgreiche Online-Plattform für Mode.

          Eigentlich habe er sich immer für Kunst interessiert, sagt Yusaku Maezawa. Aber aktiv widmet er sich dieser Vorliebe erst seit zehn Jahren. 2012 gründete er in Tokio eine Stiftung für zeitgenössische Kunst, die junge Künstler fördert und Ausstellungen veranstaltet. Im vergangenen Jahr fiel er durch einen spektakulären Kaufrausch bei zwei Auktionen auf: Im Mai kaufte er an einem Dienstagabend bei Christie’s ein Bild von Jean-Michel Basquiat sowie Werke von Richard Prince, Jeff Koons, Alexander Calder und Bruce Nauman. Am nächsten Abend tauchte er bei Sotheby’s auf und kaufte Bilder von Adrian Ghenie und Christopher Wool. Am Ende hatte er 89 Millionen Dollar ausgegeben – und ziemlich für Eindruck gesorgt.

          Doch Yusaku Maezawa hat nicht vor, die Bilder in sein Wohnzimmer zu hängen. Obwohl er gerade in das neueste offenbar schwer verliebt ist: „Als ich dieses Gemälde zum ersten Mal sah“, schreibt er auf Instagram, „packte mich so viel Erregung und Dankbarkeit für meine Liebe zur Kunst.“ Dem „Observer“ erklärte er nach seiner großen Shopping-Tour 2016, wofür er all die Bilder und Skulpturen sammelt. „Nicht zu Investitionszwecken“, beteuerte er. „Ich würde meine Kunst gern mit so vielen Menschen wie möglich teilen, um die Wertschätzung von Kunst zu steigern.“ Gerade seine japanischen Landsleute wüssten Kunst viel weniger zu schätzen als die Westler. Deshalb plant Yusaku Maezawa sein eigenes Museum, das in seiner Heimat Chiba erbaut werden soll, eine Stunde östlich von Tokio. Ein Museum für alle soll es werden. Sein „Lobster“ von Jeff Koons etwa, findet er, könnte vor allem Kindern gefallen.

          Quelle: bähr/FAZ.NET

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