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Munch-Käufer ist bekannt Letzter Schrei in New York

 ·  Rasch verbreitete sich die Nachricht vom Millionenpreis für Edvard Munchs „Schrei“, doch der erfolgreiche Bieter blieb anonym. Nun kennt man seinen Namen.

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Nun war es doch nicht Qatar - diesmal jedenfalls nicht. Edvard Munchs Pastell „Der Schrei“ hat New York nach der Rekordauktion im Mai gar nicht mehr verlassen. Dabei war nach dem 107-Millionen-Dollar-Zuschlag bei Sotheby’s mindestens die halbe Kunstwelt davon überzeugt, dass auch diese Trophäe auf der Arabischen Halbinsel gelandet sei. Schließlich lässt die dortige Herrscherfamilie seit Jahren keinen Zweifel daran, dass sie eines der bedeutendsten Museen der Welt zusammenkaufen will - und dass die nicht dementierten mehr als 250 Millionen Dollar für Cézannes „Kartenspieler“ dafür nur eine Ausgabe unter vielen war.

Edvard Munchs Jahrhundertbild aber, das letzte aus der Motiv-Serie in Privatbesitz, legte nicht Tausende von Kilometern, sondern nur fünf Blocks in Richtung Westen zurück, immer an der 72. Straße entlang - von der Sotheby’s-Zentrale an der York Avenue zum Apartment von Leon und Debra Black an der Park Avenue 760. Raffaels „Kopf einer Muse“ hängt dort auch schon länger: Vor drei Jahren ersteigerte Leon Black, dem die Investmentfirma „Apollo Global Management“ gehört, die Kreidezeichnung bei Christie’s in London für umgerechnet 47,6 Millionen Dollar (inklusive Aufgeld). Daneben, so heißt es, Eklektizismus in Petersburger Hängung: Seurat, Daumier, Turner und Van Gogh.

Lange waren es vor allem Zeichnungen, die Black kaufte. Ob der Sechzigjährige und seine Frau Debra, eine Broadway-Produzentin, Sammler oder einfach Trophäenjäger sind, wissen nur die wenigen, die die Kunstschätze des Ehepaars schon einmal im Zusammenhang sehen konnten. In der Regel tauchen sie einzeln als Leihgaben in Ausstellungen auf: hier eine chinesische Bronze, dort eine Millet-Zeichnung, ein Cézanne-Aquarell, ein kubistischer Picasso. Im Stadtapartment an der Upper East Side steht auch Brancusis Marmorplastik „Vogel im Raum“, die im Mai 2005 bei Christie’s in New York 27,5 Millionen Dollar gekostet hat. Alte Meister, Impressionisten, Moderne Kunst, chinesische Plastik und zeitgenössische Werke schreibt das Kunstmagazin „ArtNews“ dem Ehepaar in seiner gerade erschienenen Liste der weltweit wichtigsten Kunstsammler zu, auf der die Blacks wieder in den Top Ten rangieren. Ihr Privatvermögen wird in der einschlägigen „Forbes“-Liste auf 3,4 Milliarden Dollar geschätzt. Ob es eine Sammlung oder nur eine Ansammlung ist: Zur Black Collection gehört nun also auch das - ganz offiziell - teuerste Kunstwerk der Welt. Denn offiziell bestätigt wurde der Cézanne-Verkauf nach Qatar ja nicht und manch anderer angeblicher Rekordpreis auch nicht.

Auf die „Schrei“-Trophäe dürfen sich nun sowohl das Museum of Modern Art als auch das Metropolitan Museum Hoffnungen machen: Leon Black gehört beiden Kuratorien an. Bis die Entscheidung über eine Leihgabe gefallen ist, hängt der „Schrei“ in der Park Avenue, Ecke 72. Straße - und das nicht als einziges berühmtes Munch-Werk: Im November 2008, so bestätigte ein New Yorker Kunstberater gegenüber dieser Zeitung, war es ebenfalls Leon Black, der bei Sotheby’s 38,2 Millionen Dollar (inklusive Aufgeld) für Munchs „Vampir“ bezahlt hat.

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Von Rose-Maria Gropp

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