Die Aufregung war groß im März, als bekannt wurde, dass die unter finanziellen Engpässen leidende „Hispanic Society of America“ die Münzsammlung von Archer Huntington versteigern würde. Die letzte Hoffnung galt damals der Übereinkunft, dass die fast 40.000 Münzen aus der spanischen Geschichte als ein einziges Los angeboten werden und so vielleicht als Sammlung erhalten bleiben würden.
Die Schätzung lag bei 25 bis 35 Millionen Dollar. Es fand sich jedoch kein Museum, das die Millionensumme hätte aufbringen können. Und so nutzte ein Konsortium europäischer Händler die Chance und erwarb die Münzen für ungefähr 31,25 Millionen Dollar. Schneller als erwartet dann folgte die schlechte Nachricht: Auktionstermine einzelner Konvolute wurden bekannt. Das bedeutete das Ende der geschichtsträchtigen Sammlung, die der Begründer der Hispanic Society einst zusammengestellt hatte und die auch für die Forschung einen hohen Wert besitzt.
Eine unvollständige Rückkehr
Nun aber gibt es Grund zur Freude: Ein Münzsammler aus Amerika hat 10.000 der wichtigsten Stücke aus der Sammlung erworben und wird sie als Dauerleihgabe der „American Numismatic Society“ zur Verfügung stellen, das berichtet die „New York Times“. Im Gespräch mit der Zeitung sagt Ute Wartenberg Kagan von der Numismatic Society, dass der Schock durch die Leihgabe abgefedert werde: Die Hispanic Society habe ihr Geld bekommen, und ihre Institution habe qualitätvolle Münzen erhalten, darunter die bedeutendste westgotische Münzsammlung der Welt.
Zumindest ein Teil der Kollektion kehrt nun also an den Ort zurück, für den sie nach dem Willen von Archer Milton Huntington auch bestimmt war. Denn er hatte die Münzen vor mehr als fünfzig Jahren der Numismatic Society selbst überlassen; 2007 aber forderte die Hispanic Society die Schätze zurück und bekam vor Gericht tatsächlich Recht. Im Jahr 2008 wurde die Sammlung übergeben, bevor sie dann, schon vier Jahre später, von der Hispanic Society zur Auktion gegeben wurde. In den vergangenen Jahren hat die Hispanic Society bereits häufiger mit überraschenden Verkäufen von sich reden gemacht, zum Beispiel im Oktober 2011 mit zwei wertvollen Ausgaben des Korans, eine davon datiert auf 1203, die bei Christie’s 2,32 Millionen Dollar (mit Aufgeld) brachte.