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Münchner Vorschau III : Das dritte Auge

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Alte Kunst, klassische Moderne und Zeitgenossen werden vom 6. bis zum 8 Dezember bei Neumeister in München offeriert: Eine Vorschau auf die wichtigsten Arbeiten.

          Der „Stelzfuß“ sitzt auf einem Mauerrest, das Holzbein unter dem Uniformmantel ausgestreckt und hebt den Blick von seinem Strickzeug in Richtung Stadt tief unter ihm. Dieses typische Spitzweg-Gemälde führt mit seiner Taxe von 80 000 bis 120 000 Euro die rund 120 Lose aufweisende Privatsammlung von Karl Wormser an, die Neumeister in München im Rahmen seiner Auktion Alter Kunst am 6. Dezember versteigert, bevor am 7. Dezember die Moderne-Partien folgen. Der 1994 gestorbene Nürnberger Teppichgalerist Wormser schätzte süddeutsche Genredarstellungen, Tierbilder und Landschaften zumeist des 19. Jahrhunderts. Und er besaß einen zweiten Spitzweg, eine Ölstudie zum bekannten „Spanischen Ständchen (Serenade aus dem ,Barbier von Sevilla‘)“ (Taxe 70 000/90 000 Euro).

          Die Altmeister-Partie enthält eine feine, um 1500 am Mittelrhein gemalte „Anbetung der Könige“, deren Meister gute Kenntnisse der Kölner Kunst seiner Zeit an den Tag legt (25 000/30 000). Bei den Skulpturen fällt eine schöne Heilige auf, zu Beginn des 16. Jahrhunderts soll sie im oberbayerischen Umkreis des Meisters von Rabenden geschnitzt worden sein (20 000/22 000). Wilhelm von Kobell signierte 1831 sein bezauberndes Gemälde „Hirtenkinder und Ziegenherde vor Schloss Nymphenburg“, auf dem er, wie stets, höchst präzise Trachten und Topographie schildert (30 000/40 000).

          Bei der Klassischen Moderne besetzen Papierarbeiten das obere Segment, darunter eine Vorzeichnung von Gustav Klimt zum Gemälde „Bildnis Adele Bloch Bauer“ (60 000/70 000). Dann folgt Georges Rouaults Aquatinta-Zyklus „Miserere“ , der 1948 – mehr als zwei Jahrzehnte nach seiner Entstehung – in einer Auflage von 450 Exemplaren erschienen ist (15 000/20 000). Von Marc Chagall liegt die Mappe „Cirque“ vor, die mit ihren 38 Lithographien auf 100 000 bis 150 000 Euro geschätzt ist.

          Mit fünf Losen drückt Sigmar Polke der Auktion mit zeitgenössischer Kunst seinen Stempel auf – darunter „Drei Selbstbildnisse“, 1995 auf Katalogseiten gezeichnet und collagiert, versehen mit einer Erwartung von 180 000 bis 220 000 Euro. Ein Riesenauge blickt hochkant gestellt von Albert Oehlens zweiteiligem Bild mit dem Titel „3rd Eye – Keep your Eyes Open“: 150 000 bis 220 000 Euro gilt es dafür zu investieren.

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