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München endlich am Ziel? : „Highlights“-Messe im Haus der Kunst

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Die Zeichen stehen auf glückliche Rückkehr: Mit ministerieller Hilfe soll schon im kommenden Jahr wieder eine hochkarätige Kunstmesse im Münchner Haus der Kunst stattfinden.

          Gute Nachrichten für den Kunsthandel: In München geht eine neue internationale Kunstmesse in die Startlöcher, und zwar im Haus der Kunst, dem lang ersehnten Traumort. Sechzehn Händler ergriffen die Initiative, München wieder zum Schauplatz der „herausragenden Kunstmesse in Deutschland“ zu machen, und gründeten zu diesem Zweck „Highlights - Die Internationale Kunst Messe München“.

          Vier zum Vorstand gewählte Händler werden die Organisation qualitätsorientiert in die Hand nehmen: Konrad O. Bernheimer untersteht der Bereich Alte Meister und Georg Laue die angewandte Kunst, Bruce Livie übernimmt das Gebiet Kunst auf Papier und Raimund Thomas die Moderne Kunst. Außerdem gehören zu den Initiatoren: Katrin Bellinger, Daniel Blau, Anthony Blumka, Florian Eitle (Julius Böhler Kunsthandlung), Roman Herzig (Galerie St. Lucas, Wien), Markus Marschall, Sascha Mehringer, Helga Matzke, Frank C. Möller, Röbbig, Thomas von Salis (Salis & Vertes, Salzburg-Zürich) und Heribert Tenschert.

          Premiere im Jahr 2010

          Im Jahr 2010 soll der Neuling erstmals stattfinden; als feststehender Termin ist jeweils die letzte Oktoberwoche vorgesehen. Dass das Projekt zustande kam, verdankt sich nicht zuletzt Wolfgang Heubisch, dem neuen bayerischen Minister für Wissenschaft und Kunst, der grünes Licht gab für den Standort Haus der Kunst. Auch dessen Direktor Chris Dercon kann gut mit der Gastveranstaltung leben, obgleich sie ihm jeweils zehn Tage das gesamte Haus belegen wird.

          Das Gebäude am Englischen Garten ist der Traumplatz vieler Kunsthändler, weil hier, im Stadtzentrum und in ansprechendem Ambiente Deutschlands erste und jahrzehntelang führende Kunstmesse seit 1956 ihr Stammquartier hatte. Mit dem Auszug vor sechzehn Jahren setzte auch ihr langsamer Niedergang ein. Die nach Zwischenstadien schließlich gefundene Unterkunft in den Riemer Messehallen behagte vielen Ausstellern nicht.

          Es brauchte mehrere Anläufe

          Erst brachen die Spitzen weg, Zersplitterung folgte. Konrad O. Bernheimer, Enkel des Messegründers von 1956, nahm schon mehrmals Anläufe auf die Festung Haus der Kunst; erst sollte ein Maastricht-Ableger her, später eine feine kleine Biennale. Als beides scheiterte, rief er 2004 die „Munich Highlights“ ins Leben, eine Eliteschau, zu der führende Münchner Kunsthändler auch auswärtige Kollegen in ihre Galerien einluden. „Highlights - Die Internationale Kunst Messe München“ wird Kunst von der Antike bis zur Klassischen Moderne anbieten. Zeitgenössische Kunst bleibt vernünftigerweise ausgespart - sie ist durch andere Messen im deutschsprachigen Raum bereits ausgezeichnet vertreten.

          Die Highlights-Messe kann als aussichtsreiche Anstrengung gelten, dem Trauerspiel Münchner Kunstmesse endlich ein Ende zu setzen. Dafür spricht schon das Kaliber der Führungsquadriga - und eben der Ort. Zwar eroberte schon im vergangenen Jahr eine Gruppe messeabtrünniger Händler den Westflügel des Hauses der Kunst, doch der reichte knapp für ihr Salonformat „Fine Art & Antiques“.

          Die neue Highlights-Messe wird über bedeutend mehr Platz im Hause verfügen, doch reicht er bei weitem nicht für alle, die in den Riemer Messehallen dabei waren. Ein vorläufiges Fazit sieht deshalb so aus: In der neuen, großen Haus-der-Kunst-Messe dürften die Händler der Galerieschau „Munich Highlights“ und der „Fine Art & Antiques“ wieder zusammenfinden, Kollegen mit hohem Qualitätsanspruch aus dem In- und Ausland wird man hinzubitten. Bleibt die Frage, wo sich all diejenigen messewilligen Kunsthändler wiederfinden, die bei der neuen Messe zweifellos durchs Sieb fallen.

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