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Moderne und Nachkriegskunst Aus der Apokalypse des heiligen Johannes

Mit der Ansicht eines „Flämischen Dorfs“ und einer Straßenszene von Lesser Ury: Vorschau auf die Auktion mit Moderne und Nachkriegskunst bei Hauswedell & Nolte in Hamburg.

Der Höhepunkt der Auktionen bei Hauswedell & Nolte in Hamburg ist der Abend am 7. Dezember mit „Ausgewählten Werken“ von Renoir bis Warhol. Lesser Urys „Dame, einer Droschke entsteigend“ füllt fast das Bild, dahinter lässt der Nieselregen die Stadtfarben in Perlmutt-Tönen verfließen (Taxe 60.000 Euro). Das „Flämische Dorf“ des sächsischen Impressionisten Paul Baum steht unter dem Eindruck Sisleys, Monets und Pissarros (60.000). Munch ist mit einer tiefschwarzen Lithographie „Der Tod im Krankenzimmer“ von 1896 vertreten: Anders als im Pastell des Motivs ein paar Jahre zuvor ist das Geschehen auf wenige monolithische Blöcke reduziert (70.000).

Der deutsche Expressionismus wartet mit Grafik auf, darunter Heckels sattschwarzer Holzschnitt „Zwei Mädchen im Atelier“ von 1910 (24.000) und Kirchners bildfüllende „Bäuerin“ von 1912, laviert über Bleistift, aus einer amerikanischen Sammlung (35.000). Von Nolde kommt ein Gehöft in der Marsch als Aquarell zum Aufruf (45.000). Die Ostsee beim pommerschen Misdroy hatte Christian Rohlfs vor Augen, in Nahsicht und fast abstrakt, als er sie 1925 in blau-rot-braune Temperafarben fasste (30.000).

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Die schönste Bronze ist fraglos Lehmbrucks „Sitzendes Mädchen“ von 1913, grazil und manieristisch überlängt, in einem hervorragenden Noack-Guss, wohl um 1926 (60.000). Ein ungewöhnliches Hinterglasbild Schlemmers mit der Rückenansicht eines Mädchens mit Früchtekorb ist auf 50.000 Euro geschätzt.

Aus der umfangreichen Picasso-Folge sind die Lithos „Tête de jeune fille“ von 1947 als Druck des vierten von sieben Zuständen (25.000) und das großformatige „Jeunesse“ von 1950 (30.000) hervorzuheben. Die Sammlung „Apocalypse de Saint-Jean“ mit 24, teils farbig überarbeiteten Radierungen von Bernard Buffet, Jean Cocteau und drei Blättern von Dalí ist vollständig und in der originalen Kassette von 1961 erhalten - für geschätzte 120.000 Euro.

Bei der Kunst nach 1945 fällt Georg Karl Pfahlers monumentales schwarz-blau-rotes Acrylbild „Metropolitan Nr10/ II“ auf (18.000). Warhol schließlich ist mit vier sparsamen Tintenzeichnungen stark abstrahierter Köpfe vertreten, drei von ihnen entstanden Mitte der fünfziger Jahre im Zusammenhang mit der Uraufführung von John Butlers Ballett „Three Promenades with the Lord“ in der Metropolitan Opera (je 14.000/15.000).

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 04.12.2012, 14:16 Uhr

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Von Andreas Rossmann

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