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Moderne und Gegenwart Frauen in der Mehrheit

Werke von Gabriele Münter, Maria Lassnig und Louise Bourgeois stehlen jenen männlicher Kollegen die Schau: Vorschau auf die Auktion mit Moderne und Gegenwart bei Karl & Faber.

Eine Frauenliga führt die Offerte bei Karl & Faber in München an, wenn am 7. Dezember Moderne und Zeitgenössische Kunst unter den Hammer kommt. Da ist zuerst Gabriele Münter mit einem „Haus in Murnau“, das um 1908 in sonnenbeleuchteten Farben ebenso aufstrahlt wie der kleine Baum davor. Das Bild auf Malpappe trägt den Nachlassstempel, und die Erwartung lautet auf 130.000 bis 150.000 Euro. Rund vier Jahrzehnte später arrangiert die Münter eine Tigerlilienvase vor dem früheren Gemälde einer mondbeschienenen Landschaft, dies Stillleben ist bei 100.000 bis 120.000 Euro angesetzt.

Dann tritt Maria Lassnig mit einer ihrer Darstellungen vom eigenen Körpergefühl in Erscheinung, auf drei Ebenen breitet es ihr Bild von 1986 aus und verleiht ihm vitale Rot-Grün-Kontraste (120.000/150.000). Schließlich Louise Bourgeois: Ihre Mappe „Metamorfosis“ behandelt auf sieben amüsanten Radierungen das Thema Verwandlung. Dass Frauen dabei Hauptrollen spielen, nimmt bei dieser Protagonistin weiblicher Inspiriertheit nicht wunder (Exemplar der Vorzugsausgabe; Taxe 26.000/ 28.000 Euro).

Nackte Körper in hohem Grün

Max Liebermann ging im holländischen Zandvoort ans Meer (20.000/ 30.000), Karl Hofer an der französischen Atlantikküste (30.000/40.000), beide lassen sich von der Weite der See begeistern. Aus heutiger Sicht beneidet man sie aber vor allem um die fast menschenleeren Strände. Der sozialkritisch ausgerichtete Gustav Wunderwald nahm sich indes mit „Lauben (hinter Fabriken)“ die Schattenseiten des Berlins der zwanziger Jahre vor (55.000/60.000).

Otto Muellers Aquarell „Zwei sitzende Mädchen im Gras“ steht bei den Arbeiten auf Papier ganz oben. Es ist eine 1915 über farbiger Kreidevorzeichnung angelegte Variante von Muellers immer wieder behandeltem Motiv nackter ockerfarbener Körper im hochgewachsenen Grün, die nach fast fünfzig Jahren in Münchner Privatbesitz nun für einen Wechsel bereitsteht (130.000/150.000).

Eine Bodenskulptur von Ulrich Rückriem

Aquarellfarben und Tusche benutzte Feininger für die „Nordlandreise“ eines knallroten Dampfers durch finstere Naturgewalten, er widmete das Blatt Weihnachten 1933 seinem Sohn Andreas und dessen Freundin (40.000/50.000). Auch Noldes Blumen fehlen nicht: „Weinlaub und Dahlien“ stellen dabei mit 100.000 bis 120.000 Euro das anspruchsvollste Gebinde. In Nays Reihe der „Hekatebilder“ gehört die Gouache „Frau mit Spiegel“, die in einer dichten Komposition kubistisch Figürliches mit ornamentalen Zügen vereint (15.000/20.000).

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Die reiche Auswahl an Zeichnungen enthält unter anderem Blätter von Corinth, Dix, Grosz, Hubbuch und Horst Janssen. Und bei der Bildhauerei fällt Ulrich Rückriems diagonal geteilte Quadratplatte aus Aachener Blaustein schwer ins Gewicht. 1969 entsteht diese Bodenskulptur als eine der ersten Arbeiten aus Granit, der bald Rückriems bevorzugtes Material werden sollte (10.000/ 15.000).

Brita Sachs

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 05.12.2012, 05:50 Uhr

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